288 Barvorrat der Bank von Frankreich. Reserve gegen Jerome Vapoleon.
mjammenstellen lassen, welche an Ort und Stelle leicht zu vervollständigen sein wird. Wenn
man die letzte Siffer mit den Jahren der Prosperität und wenn man die einzelnen Monats-
abschlüsse des Jahres 1867 mit den gleichzeitigen politischen Situationen vergleicht, so erhält
man den Eindruck, daß die Ansammlung totliegenden Kapitals nicht oder doch nicht zum
größeren Teil aus einer Kriegsbesorgnis, sondern aus einem Mißtrauen in die Gestigkeit
der inneren Sustände zu erklären sei. Es wäre mir erwünscht, Ew. pp. Ansicht über diese
Erscheinung zu erfahren, die jedenfalls um ihrer lähmenden Wirkung willen sehr beachtens-
wert üst, auch wenn ihre Urfache nicht in dem bezeichneten Alißtrauen, sondern in anderen,
bier nicht erkennbaren Umständen zu finden sein sollte.
*1085. Erlaß an den Gesandten in Detersburg
Heinrich VII. Prinzen Reußt
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Thereminl
Während Graf v. d. Goltz am 27. noch Iweifel geäußert hatte, ob die Reise des Primen
Jerome Napoleon nach Berlin, die er in einem Berichte von diesem Tage als wenig erwünscht
behandelte, wirklich stattfinden werde, mußte er am 28. melden: „Prinz Aapoleon reist morgen
üb, bält sich unterwegs unter anderem in Frankfurt a. M. auf und kommt in drei bis vier
Cagen nach Verlin, wo er Wohnung bei Benedetti abgelehnt hat und im Gasthof absteigen
will. Obgleich er es mir gegenüber geleugnet, weiß ich, daß er Ew. SCxzzellenz politische Vor-
schläge machen will, ober ausschliehlich von ihm ausgehende. Der Kaijer, welcher von ihm über-
rumpelt worden zu sein scheint, bat ihm dies unter dem angedeuteten ausdrücklichen Vorbehalte
erlaubt. Seine Vorschläge dürften sich auf die orientalische Srage beziehen. Verständigung
der MAächte im Interesse der Thristen, um diese dem Einfluß Rußlands zu entjieben.“
Berlin, den 1. März 1868.
Ew. pp. übersende ich unter Bezugnahme auf meine Mitteilung vom 29. v. M.-, die
Reise des Prinzen Napoleon nach Berlin betreffend, beifolgend Abschrift des Celegramms
des Grafen Goltz vom 28. v. M. lediglich zu Shrer perfönlichen Kenntnisnahme.
Ich werde bei Besprechung politischer Sragen dem Prinzen gegenüber um so mehr eine
große Reserve beobachten, als er vom Kaiser keinen Auftrag zu politischen Eröffnungen
hat und mir daher in keiner amtlichen Eigenschaft gegenübertritt. Ew. pp. lind ermächtigt,
sich dort vertraulich in diesem Sinn zu äußern. " -
«1086. Erlaß an den Boischafter in London
Grafen von Bernstorff.
[Kanzleikon zept.]
Nachdem Biemarck sich in den dreitägigen Debatten des Abgeordnetenhauses
G. bis 6. Februar) über den hannoverschen Provinftalfonds mit Lärklster Energie für die vor
allem von der konservativen Partei bekämpfte Vorlage eingesetht hatte, die schlieblich auf Grund
eines Amendements des Abgeordneten v. Kardorff mit s97 gegen 192 Stimmen und dann
1 i ingen nach Wien und London. An Graf o. d. Goltz telegraphierte Bismarck
am ü uinhbicher Ert Siniger — Auffossung dort vorzubeugen, bemerke ich, dab alle von Srank-
reich kommenden Vorschläge bei uns bereitwillige Aufnahme finden werden, daß ich aber genötigt sein
werde, dem Prinzen Napoleon gegenüber eine unbedingte Reserve zu beodachten, wenn derselbe ohne Auf-
trag und odne Vollmacht politische Sragen mit mir besprechen sollte. ,Q 4 »
„ Durch Erlaß vom 29. war dem Drinzen Aeuß Abschrift eines Goltz'schen Berichtes vom 27. über-
mittelt worden. .