Full text: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6a. (6a)

Badische Thronrede. 51 
ich behalte mir ganz ergebenst vor, von seiner Antwort Ew. pp. Mitteilung zu machens. 
Onzwischen kann es keinem Sweifel unterliegen, daß besonders die baldige Vollendung der 
im Bau begriffenen beiden Linien Berlin—Lehrte und Bebra—Hannover im militärischen 
Interesse wünschenswert ist. Ew. pp. ersuche ich daber ganz ergebenst, um eine gefällige 
Außerung, ob nicht etwas zur Beschleunigung dieser beiden Bauten geschehen kann. 
864. Erlaß an den Gesandten in Karlsruhe Grafen von Flemming. 
([Konjept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.] 
Berlin, den 15. September 1867. 
Ew. pp. haben mit dem gefälligen Bericht Nr. sod vom *. d. M. die Thronrede ein- 
gesandt, mit welcher Seine Königliche Hoheit der Großherzog an demselben Tage die badische 
Ständeversammlung eröffnet hatte!. Ich habe nicht gejäumt, sie sofort zur Kenntnis Seiner 
Majestät des Königs unseres allergnädigsten Herrn m bringen. Allerhöchstderselbe hat in 
der warmen und offenen Sprache dieser Rede mit Sreude den Ausdruck der deutschen Ge- 
sinnung begrüßt, in welcher er mit seinem durchlauchtigen Schwiegersohn sich begegnet, 
und von welcher auch die Großbherzogliche Regierung durch die der Ständeversammlung 
gemachten Vorlagen und das tätige Bestreben nach vermehrter Wehrkraft des Landes und 
Ausbildung der gemeinsamen deutschen Interessen neue Beweise gegeben hat. Seine Majestät 
der König teilt die von Seiner Königlichen Hoheit ausgesprochene Überzeugung, daß durch 
die abgeschlossenen Bündnisse die erste und dringendste nationale Forderung der Abwehr 
jedes Angriffes von außen bereits erfüllt Jei, und daß die in der Befestigung und NReorga- 
nisation des Sollvereins für die Entwicklung der materiellen Interessen gegebene Basis dem 
gesamten wirtschaftlichen Leben aller einzelnen Staaten einen neuen Impuls geben werde. 
Es ist biermit für das gemeinsame Leben der deutschen Aa#tion eine Grundlage gewonnen, 
welche, wenn sie in demselben Sinn festgehalten und ausgebaut wird, eine dauernde Be- 
ruhigung und Befriedigung des deutschen Volkes in Aussicht stellt. 
Ew. pp. ermächtige ich, sich in diesem Sinne über den Eindruck, welchen die Thronrede 
bier bervorgebracht hat, auszujprechen. 
Gröhtenteils bei O. Lorenz, Kaoiser Wilhelm und die Begründung des Neichs 1666 
bis 1871, S. 147. 
* 865. Erlaß an den Geschäftsträger in Wien von Ladenberg. 
[Konzept von der Hand des Vortragenden Rats Abeken.) 
Berlin, den 15. September 1867. 
Ew. pp. erwähnen in dem gefälligen Bericht ARr. 227 vom 8. d. M., dah der Sreiherr 
von Beusft in seiner Unterredung mit Ihnen einen großen Teil der Schuld an dem be- 
unruhigenden Eindrucke der Salzburger Susammenkunft der Presse mugeschrieben, welche 
abfurde Gerüchte darüber verbreitet habe. Cw. pp. haben ihm darauf mit Aecht erwidert, 
2 Es geschab durch Schreiben vom 27. September; ogl. v. Poschinger, a. a. O, I. 101, Juhnote. 
864. 1 Siebe den Cert der Tbronrede in Schultheß“ Europöischer Geschichtskalender, Ig. 186T, S. 210 f. 
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