fullscreen: Bismarck Die gesammelten Werke. Band 6b. (6b)

372 Mitteilung der „Emser Depesche“ an die ausländischen Missionen. 
Rotwendigkeit, die Auslandstelegramme m chiffrieren. Wöglich ist auch, daß Bismarck 
mnöchst die Ablicht gehobt bat, die Mitteilung der Depesche auf die deutschen Regierungen und 
Höfe zu * davon aber nach dem Einlaufen der Abelcenschen Meldung über die 
französische Sorderung des „Entschuldigungsbriefes“ (ogl. Tr. 1615) abgekommen ist. 
Berlin, den 14. Juli 1870. 
Üur Station: 23° morgens.] 
Nachdem die Nachrichten von der Entsagung des Erbprinzen von Hohengollern der 
Kaiserlich Französischen Regierung von der Königlich Spanischen amtlich mitgeteilt worden 
sind, bat der französische Botschafter in Ems an Seine Mojestät den König noch die Sorderung 
gestellt, ihn zu autorisieren, daß er nach Paris telegraphiere, daß Seine Majestät der König 
sich für alle Zukunft verpflichte, niemals wieder seine Zustimmung zu geben, wenn die Hohen- 
gollern auf ihre Kandidatur wieder zurückkommen sollten. Seine Majestät der König hat 
es darauf abgelehnt, den französischen Botschafter nochmals zu empfangen, und demselben 
durch den Adjutanten vom Dienst sagen lassen, daß Seine Majestät dem Botschafter nichts 
weiter mitzuteilen habe. 
Teilen Sie dies dort unverzüglich mit. 
Sügen Sie hinzu: Seine Moajestät der Kaiser wird ein Gefühl dafür haben, daß Benedetti 
den König auf der Promenade wider dessen Willen provozierend angeredet, um obige 
Gorderung stellen zu Können. 
R. H. Lord, The Origins of the War of 1870, p. 233. 
1615. Telegramm an den Rat im Könsglichen Gefolge 
Abeken, z. Zi. in Ems. 
[Eigenhändiges Konzept.] 
entwarf darauf folgende Antwort;: „Ich bitte Werther den efehl zugeben zu lassen, doh er 
sich sofort nach Berlin begebe. Er wird m seinem Berichte und zu den Gründen, die ihn zur 
Übernahme eines so unmöglichen Auftrages veranlaßt haben, Erklärungen m geben baben. 
lier die Beantwortung der beleidlgenden Zumutung berichte ich, sobald lie eingegangen, 
falls nicht die Herkunft Sr. Maoasjestät früher bevorsieht. Die Berufung des Teichsta es 
erscheint nunmehr unaufschieblich.“ Indessen wurde dieser Entwurf von Bismarck wieder 
Berlin, den 14. Juli 1870. 
Uur Station: 2% morgens.)] 
Antwort. 
Es scheint mir unmöglich, daß der König eine so beleidigende Gumuthung aus der 
Hand des eignen Botschafters auf Grund eines mündlichen Auftrages eines fremden