Full text : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

II.  Abschn.  Staatsangehörigkeit  in  einem  Bundesstaate.  §5  20—25.  7

4.  sonstigen  Mannschaften  des  Beurlaubtenstandes,  nachdem  sie
eine  Einberufung  zum  aktiven  Dienste  erhalten  haben,

5.  Beamten  und  Offizieren,  mit  Einschluß  derer  des  Beurlaubtenstandes,
  bevor  sie  aus  dem  Dienste  entlassen  sind.

Aus  anderen  als  den  in  Abs.  1  bezeichneten  Gründen  darf  in
Friedenszeiten  die  Entlassung  nicht  versagt  werden.  Für  die  Zeit
eines  Krieges  oder  einer  Kriegsgefahr  bleibt  dem  Kaiser  der  Erlaß
besonderer  Anordnungen  vorbehalten.

g  23.

Die  Entlassung  wird  wirksam  mit  der  Aushändigung  einer  von
der  höheren  Verwaltungsbehörde  des  Heimatstaats  ausgefertigten
Entlassungsurkunde.  Die  Urkunde  wird  nicht  ausgehändigt  an
Personen,  die  verhaftet  sind  oder  deren  Verhaftung  oder  Festnahme
von  einer  Gerichts-  oder  Polizeibehörde  angeordnet  ist.

Soll  sich  die  Entlassung  zugleich  auf  die  Ehefrau  oder  die  Kinder
des  Antragstellers  beziehen,  so  müssen  auch  diese  Personen  in  der
Entlassungsurkunde  mit  Namen  aufgeführt  werden.

l  24.

Die  Entlassung  gilt  als  nicht  erfolgt,  wenn  der  Entlassene
beim  Ablauf  eines  Jahres  nach  der  Aushändigung  der  Entlassungsurkunde
  seinen  Wohnsitz  oder  seinen  dauernden  Aufenthalt  im  Inland
  hat.

Diese  Vorschrift  findet  keine  Anwendung,  wenn  der  Entlassene
sich  die  Staatsangehörigkeit  in  einem  anderen  Bundesstaate  gemäß
§  20  vorbehalten  hat.

625.

Ein  Deutscher,  der  im  Inland  weder  seinen  Wohnsitz  noch  seinen
dauernden  Aufenthalt  hat,  verliert  seine  Staatsangehörigkeit  mit  dem
Erwerb  einer  ausländischen  Staatsangehörigkeit,  wenn  dieser  Erwerb
auf  seinen  Antrag  oder  auf  den  Antrag  des  Ehemanns  oder  des  gesetzlichen
  Vertreters  erfolgt,  die  Ehefrau  und  der  Vertretene  jedoch  nur,
wenn  die  Voraussetzungen  vorliegen,  unter  denen  nach  den  8§  18,  19
die  Entlassung  beantragt  werden  könnte.

Die  Staatsangehörigkeit  verliert  nicht,  wer  vor  dem  Erwerbe
der  ausländischen  Staatsangehörigkeit  auf  seinen  Antrag  die  schriftliche
  Genehmigung  der  zuständigen  Behörde  seines  Heimatstaats  zur