Full text : Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz vom 22. Juli 1913.

474  Ausländische  Gesetzgebung.

Übergangsvorschriften.

Art.  17.

Mit  dem  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes  treten  außer  Kraft  die  Art.  4
bis  15  des  Bürgerlichen  Gesetzbuchs,  Art.  36  des  Gesetzes  über  die  Auswanderung
  vom  31.  Januar  1901,  Nr.  23,  das  Gesetz  vom  17.  Mai  1906,
Nr.  217,  und  alle  anderen  diesem  Gesetz  zuwiderlaufenden  Vorschriften.

Jedoch  bleiben  unberührt  die  bestehenden  Gesetze  betreffend  die
Verleihung  des  Bürgerrechts,  das  den  vollen  Genuß  der  öffentlichen
Rechte  in  sich  begreift,  durch  königliche  Verordnung  an  Italiener,  die
nicht  dem  Königreich  angehören.

Unberührt  bleiben  die  Vorschriften  der  internationalen  Vereinbarungen.


Art.  18.

Wer  das  Bürgerrecht  ohne  Vergünstigung  der  öffentlichen  Rechte
vor  diesem  Gesetz  erworben  hat,  kann  sie  durch  königliche  Verordnung
auf  vorgängiges  zustimmendes  Gutachten  des  Staatsrats  erhalten,
wenn  die  Voraussetzungen  des  Art.  4  vorliegen.

Art.  19.

Das  Bürgerrecht,  das  vor  diesem  Gesetze  erworben  ist,  kann  sich
nur  auf  Grund  von  Tatsachen  ändern,  die  nach  seinem  Inkrafttreten
geschehen  sind.

Wer  aber  zur  Zeit  des  Inkrafttretens  dieses  Gesetzes  ein  Bürgerrecht
  besitzt,  das  von  dem  abweicht,  welches  ihm  nach  den  Vorschriften
der  vorstehenden  Artikel  zustände,  kann  innerhalb  Jahresfrist  das  italienische
oder  das  ausländische  Bürgerrecht  erwählen,  das  ihm  nach  diesen  Vorschriften
  zukäme.

Wem  die  Vorschriften  der  vorstehenden  Artikel  das  Recht  geben,
das  italienische  oder  das  ausländische  Bürgerrecht  auszuwählen,  kann
darüber  innerhalb  eines  Jahres  nach  dem  Inkrafttreten  dieses  Gesetzes
seine  Erklärung  abgeben,  selbst  wenn  die  Fristen  abgelaufen  sind,  es  sei
denn,  daß  er  auch  nach  den  früheren  Gesetzen  eine  entsprechende  Erklärung
abgeben  konnte,  dies  aber  unterlassen  hat.

Art.  20.
Die  Regierung  wird  durch  königliche  Verordnung  nach  Anhörung
des  Gutachtens  des  Staatsrats  die  Ausführungsbestimmungen  zu  diesem
Gesetze  erlassen,  das  am  1.  Juli  1912  in  Kraft  tritt.