Metadata : Meyers Großes Konversations-Lexikon. Dritter Teil. (3)

Medjidie  —  Michael  Alexandrowitsch

Medjidie  (Medgidia),  rumän.  Stadt  in  der  Dobrudscha,
  wurde  22.  Okt.  1916  von  der  Armee  Mackensen
  genommen;  val.  Bd.  II,  S.  225.

ehlpulver,  |  »Schieß  ·  u.  Sprengstoffe-,  S.  172.

Mehrheitsparteien,  die  Parteien,  die  dauernd
zusammen  in  einem  Parlament  die  Mehrheit  bilden.

Mehrheitssozialisten,  Bezeichnung  für  die  Anhänger
  der  deutschen  Sozialdemokratie  seit  der  Abtrennung
  der  Unabhängigen;  vgl.  Sozialdemokratie.

Mehrladevorrichtung,  s.  Bd.  II.  S.  281.

Meldehund,  s.  Kriegshunde  u.  S.  166.

Meldewurfgranate,  s.  Granatwerfer  sowie
.  Nachrichtenwesene,  S.  166.

Meletta,  Monte,  1827  m  hohes  Bergmassiv  auf
der  Hochfläche  der  Sieben  Gemeinden,  10  km  nordöstlich
  von  Asiago.  Die  OÖsterreicher  erstürmten  den
M.  7.  Juni  1916,  mußten  ihn  jedoch  Ende  des  Monats
  wieder  räumen.  Der  Angriff  der  Armee  Conrad
14.—  22.  Nov.  endete  mit  empfindlichem  Rückschlag.
5.—12.  Dez.  1917  wurde  der  Angriff  wiederholt  un
der  M.  bezwungen,  am  1.  Nov.  1918  von  der  6.  ital.
Armee  zurückerobert.

Meliuit,  s.  chieß  und  Sprengstoffes,  S.  174.

Memel,  ostpreuß.  Kreisstadt  an  der  Bahn  Insterburg-Memel-Bajoren.
  Russ.  Reichswehrhaufen  und
Inf.  unter  General  Apuchtin  drangen  März  1915
plündernd  in  den  nördlichsten  Zipfel  Ostpreußens  ein
und  besetzten  M.,  wurden  aber  nach  kurzem  Kampfe
vertrieben.  M.  mit  umliegendem  Gebiet  fiel  im  Frieden
  von  Versailles  an  die  Alliierten.

Menschewiki,  s.  Minimalismus.

Mereier,  Desiré,  belg.  Kardinal,  geb.  21.  Dez.
1851  zu  Braine  I  Alleud,  seit  1906  Erzbischof  von
Mecheln,  1907  Kardinal,  wurde  durch  seine  Deutschen-E#
  und  die  Auseinandersetzungen  mit  dem  deutschen

eneralgouverneur  in  Brüssel  bekannt.  Vgl.  Belgien
sowie  Bd.  I,  S.  329.

Mesopotamien.  über  M.  im  Weltkrieg  vnh—
Bd.  II,  S.  63  und  65;  als  Kriegsschauplatz  Bd.  II,
S.  138f.  und  Bd.  III,  S.  127  f.

PMessuageroe-,  röm.  Zeitung,  s.  Bd.  II,  S.  334.

Mestecanesti  (rumän.  Mestecanesciil),  Gebirgsdorf
  in  der  südwestlichen  Bukowina.  Der  Abschnitt
um  M.  einer  der  am  meisten  umkämpften  der  österr.
ungar.  Front,  wurde  gegen  alle  russ.  und  rumän.
Durchbruchsversuche,  besonders  Dez.  1916,  Jan.  und

Metalle,  s.  Sparmetalle.  [März  1917,  gehalten.

Menz.  M.  wurde  oft  u.  stark  von  frz.  Fliegern  angegriffen.
  19.  Nov.  1918  zog  Marschall  Petain  in  M.  ein.

etzeral,  oberelsäss.  Dorf  südlich  von  Münster,
wurde  vor  der  Kriegserklärung  3.  Aug.  1914  von
den  Franzosen  besetzt,  19.  Febr.  1915  von  den
Deutschen  zurückerobert  und  bis  20.  Juni  gebhalten-Mexiko.

  Die  Einmischung  der  Verein.  Staaten,

hervorgerufen  durch  einen  Streit  mit  Huerta  um  den
ur  Genugtuung  für  die  Verhaftung  eines  amerikan.
Zobtmesters  geforderten  Flaggensalut,  führte  Frühjahr
  1914  zur  Besetzung  von  Veracruz.  Am  28.  Mai
wurde  eine  Einigung  dahin  erzielt,  daß  eine  fünf-Wpfige
  Kommission  vorläufig  die  Geschäfte  des  Landes
  übernehmen,  die  Verein.  Staaten  die  provisorische
Regierung  anerkennen  und  ihre  Truppen  zurückziehen
sollten.  Durch  das  Friedensprotokoll  vom  2.  Juli
verschob  die  Union  die  Räumung  von  Veracruz  auf

umbestimmte  *  Huerta  danlte  vertragsgemäß  15.

Juli  ab.  Außenminister  Francesco  Carbajal  übernahm
  die  vorläufige  Präsidentschaft.
is  in  den  Sommer  1915  tobte  ein  allgemeiner

293

Bürgerkrieg,  in  dem  erst  allmählich  Carranza  die
Oberhand  gewann.  General  Villa  ernannte  sich  am
5.  Febr.  selbst  zum  Präsidenten.  Huerta  wurde  am
27.  Juni  auf  dem  Wege  zur  Hauptstadt  von  amerikan.
Truppen  festgenommen.  Am  1.  Aug.  hielt  Carranza
seinen  Einzug  in  M.  Nunmehr  gewann  er  die  Anerkennung
  der  Michte  als  tatsächlicher  Inhaber  der
Gewalt  (19.  Okt.  von  den  Verein.  Staaten  und  den
südamerikan.  Republiken,  am  29.  Dez.  vom  Deutschen
  Reiche).  Nach  Ausbruch  neuer  Unruhen  gelang
Carranza  am  16.  Jan.  1916  die  Gefangennahme
Villas.  Als  Villas  Truppen  im  März  die  Stadt
Columbus  angriffen,  antwortete  Wilson  mit  der  Besetzung
  M.3;  Carranza  war  demgegenüber  machtlos.
Das  Verhältnis  blieb  gespannt;  erst  ein  am  24.  Nov.
1917  in  Atlantic  City  unterzeichnetes  Abkommen  erwirkte
  die  Zurückziehung  der  amerikan.  Truppen.  Im
Mai  und  Juni  gisf  Villa  erneut  amerikan.  Gebiet  an.

Die  auf  die  Monroedoktrin  gestützte  Intervention
der  Verein.  Staaten  hatte  in  M.  durchaus  keine
Sympathien  geweckt.  Je  mehr  sich  das  Land  vom
Bürgerkrieg  erholte,  um  so  bewußter  wurde  die  Reaktion
  gegen  die  Bevormundung  Wilsons  und  umso
offenkundiger  traten  Sympathien  für  Deutschland
hervor.  Als  der  Krieg  mit  den  Verein.  Staaten
in  den  Bereich  der  Wahrscheinlichkeit  rückte,  hoffte
sich  das  Deutsche  Reich  die  Hilfe  M.s  zu  sichern.  Es
ließ  durch  seinen  Gesandten  v.  Eckardt  ein  Bündnis
vorschlagen,  als  dessen  dritten  Teilhaber  M.  Japan
gewinnen  sollte.  Die  Note  siel  in  die  Hand  Wilsons,

er  sie  als  willkommenes  Hetzmaterial  veröffentlichen
ließ.  Carranza  ging  zwar  nicht  auf  die  deulschen
Vorschläge  ein,  schlug  aber  Wilson  am  12.  Febr.
1917  vor,  alle  Neutralen  sollten  durch  Einstellung
des  Handels  mit  den  Kriegführenden  das  sofortige
Kriegsende  erzwingen.  Dieser  Vorschlag  fiel  auf  unfruchtbaren
  Boden,  ebenso  ein  ähnlicher  vom  18.  März.
Nach  der  Kriegserklärung  der  Verein.  Staaten  konnte
Carranza  nach  Lage  der  Dinge  nur  Ms  unbedingte
u.  strengste  Neutralität  erklären  (16.  April).

Die  neue  Verfassung  brachte  große  soziale  und
politische  Veränderungen.  Der  Staat  erhielt  die  Vollmacht
  zur  Bekämpfung  des  Kapitalismus;  Konzessionen
  für  Erdölquellen  und  Schürfrechte  werden  nur
noch  an  Mexikaner  verliehen.  Den  Ausländern  wurde
der  Erwerb  von  Gebiet  innerhalb  50  km  von  der
Küste  oder  100  km  von  der  Grenze  verboten.  Staat
und  Kirche  wurden  vollständig  getrennt,  die  Schulen
des  Religionsunterrichts  enthoben.  Carranza  wurde
12.  März  1917  ohne  Schwierigleiten  wiedergewählt.

Am  24.  Mai  1918  brach  M.  ohne  Angabe  des
Grundes  die  Beziehungen  zu  Kuba  ab.  Da  England
die  Regierung  Carranzas  noch  immer  nicht  anerkannt
hat,  wies  der  Präsident  am  18.  Aug.  1919  den  engl.
diplomatischen  Vertreter  aus  M.  aus.

Meyer-Waldeck,  Alfred,  deutscher  Seemann,
geb.  27.  Nov.  1864  in  St.  Petersburg,  1909  Kapitän
zur  See,  August  1911  Gouverneur  von  Kiautschon,
verteidigte  dieses  1914  heldenhaft  gegen  die  Japaner,
in  deren  Gefangenschaft  er  nach  der  Eroberung  (7.
Nov.)  geriet.  1920  kehrte  M.  nach  Deutschland  zurück.
  —  Bild  s.  Bd.  II  bei  S.  180.

Michael  Alexandrowitsch,  russ.  Großfürst,

eb.  4.  Dez.  1878  in  St.  Petersburg,  Bruder  des
t  Nikolaus  II.,  bis  zur  Geburt  des  Sohnes  des
Zaren  Thronerbe,  hatte  Sept.  1914  den  Oberbefehl
  über  die  nach  Ungarn  vordringenden  Streitkräfte.
  1917  verzichtete  der  Zar  zu  seinen  Gunsten