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gehenden Regimentern von den zurückflutenden Truppen die Worte
„Streikbrecher“ zugerufen wurden, woraus man ersehen kann, in
welchem Maße der revolutionäre Vergiftungsprozeß das Heer bereits
zersetzt hatte.
Die Österreicher hatten zu derselben Zeit einen anfangs erfolgreichen
Vorstoß in Italien über die Piave gemacht, der aber schließlich,
bedingt durch unberechenbare Naturereignisse — Anschwellen
der Piave und Vernichtung der über sie geschlagenen Brücken — abgebrochen
werden mußte. Militärisch befanden sich also die Mittelmächte
nach vier Kriegsjahren, in denen sie einer Welt von Feinden
gegenüber bis jetzt die Offensive behauptet hatten, in der Umstellung
auf eine allgemeine Defensive. Berücksichtigt man, daß Frankreich
während der ganzen Dauer des Krieges sich in einer Defensiostellung
befunden hat, ohne daß dadurch die nationale Widerstandskraft des
Volkes geschwächt worden wäre, so erkennt man hier mit geradezu
erschreckender Deutlichkeit, daß die revolutionäre Zersetzung
unserer nationalen Widerstandskraft durch eine von Verbrechern
und Phantasten geleitete Politik die tatsächliche
Ursache des militärischen Zusammenbruchs gewesen ist.
Der Monat September treibt der Katastrophe mit Riesenschritten
entgegen.
In diesem Monat fing Emil Barth an, durch Vermittlung eines
kriegsbeschädigten Kaufmanns in Berlin-Halensee die ersten Waffenaufkäufe
für die Revolutionäre zu tätigen, die zum Schluß im Ankauf
ganzer Waggonladungen bestand?.
Am 2. September 1918 wandte sich Hindenburg in einem Aufruf
gegen die feindliche Propaganda im Heer und in der Heimats, dessen
Wirkung aber in diesem Zeitpunkt um so weniger Hoffnung auf Erfolg
versprach, als ja der „offizielle“ Leiter der deutschen Regierungspropaganda
niemand anderes als der ultramontan-international eingestellte
Herr Erzberger war.
Am 11. September 1918 erließ die Sozialdemokratie im „Vorwärts“
einen „Aufruf an die Partei“, in dem es ganz unverblümt
heißt:
1 v. Zwehl, „Der Dolchstoß“, S. 19.
* „Vorwärts“, 29. März 1919.
2 Siebe Anhang 13.