Contents : Preußische Geschichte. Vierter Band. (4)

III.  Die  Schwankungen  der  Berfassungsfrage.
1815—1823.

—  „Der  dreisache  din  der  t  Waffen  der  gstitution  der

„2—

n  in  Frage  stellte.  War  ein  1  Primat  der  *  enschaft
für  Preußen  noch  möglich,  wenn  es,  die  Karlsbader  Beschlüsse
noch  übertrumpfend,  seinen  Universitäten  die  elementarsten  Bedingungen
  des  Gedeihens  entzog  und  Lehrer  und  Jünger  der
Wissenschaft  auf  die  nichtigsten  Vorwände  hin  nahezu  für  vogelfrei
  erklärte?  Die  politische  Richtung,  die  damit  in  Preußen
ur  Lerrschaft  kam,  wollte  von  einem  Primat  der  Konstitution

hintertreiben.  Planmäßig  und  mit  ender  Erbitterung
stemmte  sie  sich  dazu  der  Nichtung  entgegen,  in  welche  die
Entwickelung  Preußens  naturgemäß  einzulenken  im  Begriff  stand,
wenn  man  sie  dem  Walten  der  seit  Jahren  in  ihr  herrschenden
Logik  der  Thatsachen  überließ.

Bereits  in  der  Denkschrift,  die  er  im  Mai  1806,  beim
Nahen  der  groben  Krisis,  aufgesetzt  hatte,  um  dem  König  rei.
zuthun  n  in  der  Kobinetteregierung  deren  vornehmste  Quelle
zu  beseitigen  (Bd.  III,  S  390),  hatte  Stein  den  Satz  ausgestellt,
Preußen  habe  überhaupt  keine  Staatsverfassung,  weil  die  oberste
Gewalt  nicht  zwischen  dem  Oberhaupt  und  den  Stellvertretern

der  Nation  geteilt  sei.  Er  sah  in  ihm  nur  ein  verhältnis-