Full text : Fürst Bismarck und der Bundesrat. Zweiter Band. Der Bundesrat des Zollvereins (1868-1870) und der Bundesrat des Deutschen Reichs (1871-1873). (2)

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Man  habe  einmal  vom  Mont  Valérien  aus  den  Aquädukt  von  Marly
mit  dem  Fernrohr  beobachtet,  als  gerade  einige  Herren  dort  gewesen.  Zu  diesen
seien  nach  kurzer  Zeit  noch  drei  andere  hinzugetreten,  worauf  die  zuerst  dagewesenen
  sich  tief  verbeugt  hätten.  Man  schloß  daraus,  daß  der  eine  dieser
Herren  der  König  sein  müsse.  Große  Aufregung  habe  sich  aller  Offiziere  bei
dieser  Entdeckung  bemächtigt,  da  sie  keine  so  weittragenden  Geschütze  gehabt,  um
auf  den  Aquädukt  schießen  zu  können,  aber  sie  hofften,  der  König  würde  diesen
Observationspunkt  noch  öfter  besuchen,  und  sogleich  sei  beschlossen  worden,  die
große  Riesenkanone  trotz  aller  Schwierigkeiten  herauf  zu  transportiren.

Daher,  als  der  Herzog  von  Coburg  am  13.  November  den  Aquädukt  von
Marly  bestieg,  wurde  vom  Mont  Valérien  aus  herübergeschossen.

*  15.  November  1870.

Gestern  bei  Tisch  erhielt  der  König  ein  Telegramm,  wonach  die  Kavallerie—
Division  von  Rheinbaben  bei  Dreux,  6  Stunden  westlich  von  hier,  auf  französische
Truppen  aller  Gattungen,  Infanterie,  Kavallerie,  Artillerie,  gestoßen  sei.  Wir
sind  gegen  Westen  nicht  gedeckt.  Die  Division  Rheinbaben  zog  sich  zurück;  heute
nacht  wurden  dem  französischen  Corps  rasch  ein  Dutzend  hier  in  der  Umgegend
liegende  Landwehr-Bataillone  entgegengeworfen.

Das  Hauptquartier  und  der  Großherzog  rüsteten  sich  zu  eventuellem  raschen
Aufbruch.  Auch  wir  sollten  packen.  Ich  dachte,  es  sei  noch  Zeit,  wenn  es
zu  schießen  beginne.  Das  Corps  v.  d.  Tann  hat  sich  bis  6  Stunden  süd—
westlich  von  hier  zurückgezogen.  —

Ich  schließe  noch  einen  humoristischen  Brief  bei,  der  so  recht  den  schlagenden
Witz  des  Ministers  v.  Freydorf  illustrirt.  Die  Gelegenheit,  über  die  geographische
Unwissenheit  eines  französischen  Diplomaten  harmlos  zu  scherzen,  ließ  er  sich
nicht  entgehen.

1878.
Monsieur  le  chargé  d'affaires,

Mr.  A.  m'écrit  de  L.  que  son  domestique  doit  un  de  ces  jours
transporter  des  caisses  contenant  des  effets  de  ménage  de  Darmstadt
à  Bade  et  me  prie  de  lui  procurer  une  dispense  de  visite  de  bagages.

Je  Sais  due  P’esprit  de  notre  ami  A.  plane  au-dessus  des  misères
de  cette  terre,  qdu’il  s'occupe  des  visions  de  Lourdes  et  de  Louise
Lateau  et  je  pense  due  dans  ce  moment,  pendant  les  beaux  jours  de
Sses  fiançailles,  il  a  passé  en  vol  les  nuages  et  du’il  est  arrivé  au  ciel.

Mais  un  jour  peut-ètre  il  redescendra  sur  terre  et  il  rentrera  dans
le  bureau  de  la  légation  de  K.  Et  alors,  je  vous  en  prie,  mettez  à
la  place  du  Syllabus,  des  Encyclica,  des  traités  sur  Immaculée  conception
  et  de  Tinfaillibilité  du  pape  un  système  de  géographie  politique