Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Elfter Jahrgang. 1883. (11)

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Bekanntmachung.

Im  Anschluß  an  die  diesseitige  Bekanntmachung  vom  24.  April  d.  J.  (S.  120)  wird  hierdurch  zur  öffentlichen
  Kenntniß  gebracht,  daß  der  Amthor'schen  höheren  Handelsschule  (Handels-Akademie)  von  Karl  August
Kippenberg  zu  Gera  provisorisch  gestattet  worden  ist,  gültige  Zeugnisse  über  die  wissenschaftliche  Befähigung
für  den  einjährig-freiwilligen  Militärdienst  denjenigen  ihrer  Schüler  zu  ertheilen,  welche  eine  auf  Grund
eines  von  der  Aufsichtsbehörde  genehmigten  Reglements  in  Gegenwart  eines  Regierungs-Kommissars  abzuhaltende
  Entlassungsprüfung  wohl  bestanden  haben.

Berlin,  den  12.  Juni  1883.  Der  Reichskanzler.

In  Vertretung:  Eck.

 

4.  Maaß=  und  Gewichts-Wesen.

 

Auf  Grund  des  Artikels  18  der  Maaß=  und  Gewichtsordnung  vom  17.  August  1868  (Bundes-Gesetzblatt
Seite  473)  hat  die  Kaiserliche  Normal-Aichungs-Kommission  folgende  Nachtrags-Bestimmungen  erlassen:

Zwölfter  Nachtrag  zur  Aichordnung
vom  16.  Juli  1869.  (Besondere  Beilage  zu  Nr.  32  des  Bundes-Gesetzblattes.)

Zu  §s.  7  und  16.
Material  der  Flüssigkeitsmaaße  und  der  Hohlmaaße  für  trockene  Gegenstände  betreffend.
Flüssigkeitsmaaße  aus  sogenanntem  Britannia-Metall  und  ähnlichen  Legirungen  sind  als  zulässig  zu
erachten  und  bei  der  Aichung  lediglich  als  Zinnmaaße  zu  behandeln,  wenn  in  ihrer  Masse  nicht  weniger  als

fünf  Sechstheile  reines  Zinn  enthalten  sind.  "  6

Als  Material  der  Flüssigkeitsmaaße  und  Hohlmaaße  für  trockene  Gegenstände  ist  auch  vernickeltes
oder  mit  Nickel  plattirtes  Stahl=  oder  Eisenblech  zulässig,  falls  die  Ausführung  des  Nickelüberzuges  an  den
maßgebenden  Flächen  keinerlei  Bedenken  gegen  die  Haltbarkeit  desselben  erweckt,  insbesondere  alle  Theile  dieser
Flächen  von  dem  Ueberzuge  gleichmäßig  bedeckt  sind  und  Spuren  stattgefundener  Abblätterung  und  dergleichen

  nicht  erkennen  lassen.

 

Zu  §§.  24  und  26.

Material  und  sonstige  Heschaffenheit  der  Gewichte  betreffend.

1.  Fortan  sollen  auch  solche  Gewichtsstücke  aus  Eisen  oder  aus  Material  von  verwandter  Beschaffenheit
  zur  Aichung  zugelassen  werden,  bei  denen  die  Ausmündung  der  Justirhöhlung  (das  Justirloch),
abweichend  von  den  bezüglichen  Bestimmungen  im  §.  26  der  Aichordnung,  lediglich  eine  schwach
konische  Erweiterung  nach  außen  hat;  doch  soll  dieselbe  jedenfalls  so  beschaffen  sein,  daß  der  Aichpfropf
  darin  einen  festen  Halt  findet,  wozu  insbesondere  ein  möglichst  regelmäßiger  Verlauf  der
Wände  dieser  Ausmündung  erforderlich  ist.  #

2.  Gewichtsstücke  aus  Eisen  oder  aus  Material  von  verwandter  Beschaffenheit  sollen  von  jetzt  ab  auch
in  abgedrehtem  Zustande  zulässig  sein.

3.  Bei  abgedrehten  Gewichtsstücken  dieser  Art  darf  die  Ausmündung  der  Justirhöhlung  und  der
Aichpfropf  auch  an  der  Oberfläche  des  Knopfes  angebracht  und  die  Bezeichnung  der  Gewichtsgröße

in  vertiefter  Schrift  ausgeführt  sein.