Metadata : Preussisches Hebammen-Lehrbuch.

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vollständig  eröffnet  ist  und  wenn  nun  eine  neue  Wehe  kommt,
die  noch  etwas  Wasser  nach  unten  treibt,  zerreißt  die  Fruchtblase
  über  dem  Muttermund,  die  Blase  ist  gesprungen.

Das  Wasser,  welches  dabei  hervorfließt,  ist  zunächst
nur  dasjenige,  welches  sich  unterhalb  des  vorliegenden  Teils
befand,  das  sogenannte  Vorwasser.  Das  übrige  Fruchtwasser
  wird  noch  durch  den  vorliegenden  Teil  in  der  Gebärmutter
  zurückgehalten.  Die  Eihäute  streifen  sich  dann  alsbald
  über  den  vorliegenden  Teil  hinauf  und  dieser  stebt  nun
voll  im  Muttermunde,  noch  von  einem  schmalen  Saum  desselben
umgeben,  er  steht  in  der  Krönung.  Damit  ist  die  Eröffnungszeit
  beendet.

8.  94.

In  der  Austreibungszeit  wird  das  Kind  durch  den
geöffneten  Muttermund  abwärts  getrieben.

In  der  Regel  folgt  nach  dem  Blasensprung  eine  kleine
Pause  in  der  Wehenthätigkeit.  Bald  aber  werden  die  Wehen
häufiger  und  stärker;  nun  tritt  auch  die  Bauchpresse  als
Unterstützung  hinzu.

An  dem  vorliegenden  Teil,  also  in  der  Regel  dem
Kopf,  bemerkt  man  eine  Anschwellung  der  Weichteile,  die
sogenannte  Kopfgeschwulst,  welche  von  dem  Druck  der  Ränder
des  Muttermunds  herrührt  und  wie  dieser  eine  runde  Gestalt
  hat.  Je  länger  der  Kopf  im  Muttermunde  stehen  blieb
und  je  straffer  der  Muttermund  war,  desto  größer  wird  sie.
Bei  Erstgebärenden  fällt  sie  daher  viel  stärker  aus  als  bei
Mehrgebärenden.

Der  Muttermund  streift  sich  dann  über  den  vorliegenden
Kindesteil  zurück  und  dieser  rückt  in  das  Scheidengewölbe
hinab.