Cholera nostras — Chorea. 553
Abwaschung des Rückens sehr wohltuend und beruhigend. Bei zunehmenden
Symptomen werden auch sehr kalte Sitzbäder von drei Minuten Dauer mit
kräftiger Frottierung sehr gerühmt. Kalte oder heiße Umschläge müssen nach
dem Befinden und den Kräften des Kranken gewählt werden.
Gegen heftiges Erbrechen wird mit Vorteil schwarzer Kaffee löffelweise
gegeben, auch mit Zitronensaft gemengt, später Eisstückchen, bei eingetretener
Besserung Schleimsuppen aus Reis und Gerste, auch Heidelbeersaft, Brombeerblättertee,
nichts Festes und keinerlei Choleraschnäpse und Opiumtropfen.
eLetztere
lähmen den Darm und
bringen nur vorübergehende
Beruhigung.
Gegen Herzschwäche
ist kalter Herzguß sehr
wirksam, siehe Fig.326.
Ganz kalte Sturzbäder
werden in schweren
Fällen auch mit
Erfolg angewendet.
Kleine kalte Klystiere,
etwa drei bis vier
Eßlöffel, kräftigen den
Darm und werden
gerne gegeben. In
anderen Fällen werden -
warme Einläufe von Fig. 326. Herzguß.
Taninlösung gerühmt.
Nach Dr. Walser sterben in der Privatbehandlung etwa 5%, in Krankenhäusern
aber 70% an Cholera. Solche Zahlen müssen jede Mutter und
Hausfrau ermutigen, in der Pflege auszuharren und die Aufgaben derselben
zu studieren. Wer eine Cholerine gleich am Beginn richtig behandelt, wird
manchen Choleraausbruch verhüten. Dies halte sich jede Mutter vor.
Niemals aber ohne Arzt behandeln!
Cbolera nostras ist die einheimische Cholera, der oft austretende
Brechdurchfall, der sich nur dem Grade nach von der bösartigen asiatischen
Cholera unterscheidet. Sie tritt meist in den heißen Sommermonaten auf,
nach Biergenuß, auch bei schlechtem Trinkwasser. Heißwasserbäder, heiße
Bauchflasche, Fußdämpfe bei Wadenkrämpfen, Streichmassage der Beine sind
sehr wohltätig, kaltes Wasser nur schluckweise, Heidelbeersaft, Reisschleim,
wie oben, dann Leibwickel kühl aufgelegt, Bettruhe.
Chorea (Veitstanz). Bei Kindern und Frauen ein nicht selten
auftretendes Leiden. Es äußert sich in nicht gewollten Bewegungen,