Volltext : Sächsische Staatszeitung. Jahrgang 1914. (207)

1.  Beilage  zu  Nr.  207  der  Sächsischen  Staatszeitung  Montag,  7.  Septeuber  1914.

—

Die  Kriegzskredithank
für  das  Käüntsreich  Shsen.

:  einer  unter  bem  Geisitz  Er.  #

bes  Hrn.
b.  Ed  8

·  Srafen  Bitt  hum  abt  unb
Etaaiaminisiet-  8  #
GMru#t  —  A  e  Sert

iß
Sebbee  nabend  die  Kriegskreditbank  für  das
Sernerkn  S#ten,  ulilengeseushaft  ait  der  Gie
ude  gegrundet  worden.  Der  Wunsch,  Haudel,
in  biie  au  Gewerbe  unsetes  Londes  in  den  ducch  den
F  bervorgerufenen  wireschastlichen  Nöten  zu  stützen,
les  it  der  Sr##  bieses  grobzügigen  Kredit-1
  anehmens  in  Ersällung  gegengen.  Die  Opferai#
  keit  unserer  Bevölkerung  ist  nicht  vergebens
vinio  die  vaterländische  Tot  ansgerusen  worden.
den  den.  Königl.  Sachsschen  Steetsstekus  als
ecben  sonär  sind  die  Städte  und  andere  Gemeinden
auptaiti  it  Teil  großen  Beträgen,  die  Landes-#nangea
  Walt,  die  Bonken  und  Bankiers,  die  Spar-Len
  laufmännische  und  gewerbliche  Körperschaften  und
Hhünde,  viele  Fimen,  Einzelkaufleute  und  Gewerkeitende,
  ja  selbst  Handel  und  Gewerbe  sernstehende
beise  in  echtem  schssen  Gemelnfinn  als  Attlondre  oel’lssrt

6%  ".  In  4  *
u  nicht  geringen  wartungen  der  mit  den  Vorzile-e
  esaten  amtlichen  Gtellen  erbehlich  übergeigt.
#ud  das  Ergebuis  wäre  noch  reicher  gewesen,  wenn  nicht
uter  —  troh  deg  ousdethcklüchen  Hinweises  in  dem  Kulass.
  des  Königl.  Ministeriums  des  Jnnern  —  viele  Zeich-Hnzen
  verspätet  eingegangen  und  viele  Zeichner  in  der
Vereralversommlung  unvertreten  geblieben  wären.  gar
Feiteren  Stärkung  der  Betriebsmittel  der  Bank  haben,
wee  schon  mehrfach  er  wähnt,  die  Handels=  und  die  Gewerbelumten
  des  "  udset  nach  Höhe  von  etwa  8386  Mill.  M.
z  übernom
ee  stolzer  Befriedigung  kann  unser  sächsisches  Volk
eul  diese  Betätigung  seiner  vaterländischen  Gesinnung
sinne,  anch  hal  en  a,  taltochen  Woolrtehe  an
t  großen  t  .  t  n
8  Leirns-  Anerkennung  gebhes  ihm  *r.
Die  Geschäfte  der  neuen  Bank  werden  die  Herren
jonlduektor  o.  Do  9  t  —3  Mrn  Veenttet
Schröder  resdner  Ban  a  orstandses
  im  Ehrenamte  führen.  Der  sehr  zahlreich
lezezte,  ebenfalls  ehrenamtlich  sich  betätigende  Aufsictsrat
  zählt  zu  seinen  Mitgliedern  die  Herren
Ninisterialdixektor  Wirkl.  Geh.  Rat  Dr.  Schroeder,
Exzellenz,  L½  Rat  Iuh  als  Vertreter  bes  FStentssicas.
Nal  Weger  als  Bertreter  der  Landesversicherungsress
  alIt.eneeter  von  Gemsinder.  der  P
der  ewerbekommern,  e  reltoren  der
*  Bankiei1#,  Verireter  kaufmännischer  und
ewerblicher  Körperschaften  und  Verbände  2c.  Den  VBoriy
  im  üufsichteorgt  fühet  regenwersieurt  Ven
eonhardt  in  Dresden.  ine  Stellvertreter  sin
an  Oberbürgermeister  Geh.  Rat  Dr.  Dr.-Ing.
beutler,  Bankoirektoren  Palmié  und  Oßwald  und
Bankier  Kon  Arnholtd.  In  den  leitenden  Stellen  der
neuen  Bank  finden  wir  damit  vorzugsweise  gerade  diejenigen
  Perfönlichkeiten  vereinigt,  die  sich  neben  den  zuständigen
  Jromnte  des  Ligenzimintsteriuns  #und  Minieriums
  des  Innern  um  das  Zustandekommen  des  Unters2
  in  besonderem  Maße  verdient  gemacht  haben.
Als  Staatskommissare  werden  die  Herren  Geh  Regierungsräte
  Stadler  und  Dr.  Morgenstern  vom
Ministerium  des  Innern  wirken,  die  für  diese  Behörde
mit  den  Vorarbeiten  für  die  Gründung  beauftragt  waren.
Den  viel  Arbeit  erfordernden  Notariatsgeschäften
bei  der  Gründung  harte  sich  Hr.  Jieet  Dr.  Felix
Vondi  in  Dresden  in  liebenswürdigem  Eutgegenkommen
unterzogen.
e  *  Leipzig  ist  für  die  basehan  Bedürfaise  der
ladt  uno  des  omtshauptm  annschaftlichen  Bezirles,  wie
belannt,  eine  weitere  ueenschen  in  der  Vrändung
begriffen,  die  im  wesentlichen  nach  denselben  Grundsäten
  eingerichtet  wird,  und  für  die  ebenfalls  sehr  ersllcche
  Beichnunzen  in  Aussidy#t  stehen.  Sie  wird,  mit
der  Landeobank  Hand  in  Hand  gehen  und  auch  zu  ihrem
Teile  zur  za  utch  —*  54%  in
erfreulicher  Weise  beitragen.
Sobald  das  Königl.  Umtsgericht  die  neue  Aktiengesellschaft
  in  das  Handelsregister  eingetragen  hat,  kann
su  nPw  e  bsuae  ne  Vevhereta
.  t’
in  ihrer  Tss  die  großen  und  P3berechticeen  Hoff.
unge  —  die  beut  bei  ihrem  Inslebentreten  auf
ihr  Wirken  geseyt  werden
Um  einem  schon  jent  bemerkbar  gewordenen  Irrtum
#er  das  urbeitsgebiet  der  Kriegskiedithank  vorzubeagen,
  sei  nochmals  ansdräcklich  darauf  hingewiesen,
deß  nach  9  2  der  Say#u#g  die  Bank  nur  dazu  derns##n
das  infolge  des  Krieges  im  Köngreich  Gochsen  in
Handel,  Industrie  und  Gewerbe  hervortretende  besondere
  Kreditbedürfuis  tin  defriedigen,  soweit  es
nicht  durch  die  reichsgeseßlichen  Darlehnskassen
oder  anderweit  gededt  werden  kann.

 

 

 

 

 

(Fortseyung  aus  dem  Hauptblatte.)

Maubeuge  gilt  mit  lelnen  sechs  neuen  vorgeschebenen  i###n  d
verschanzten  Batterien  als  Festung  kes  154  De
dr  tegische  Bedentung  von  Mandeuge  llegt  nicht  allein  in  dem
aland,  daß  es  ein  wichtiges  Glletz  in  dem  “  Grenz= 



4  ..  Selgten  4½  ———————
#r##n  1  8  Z#  bahn  t  Bahn  von  Lille,  Balen-Weiter
  cult  der  Generaldnertiermeister  in  seiner
estrigen  Meldung  mit,  deß  aus  Papieren,  dis  in  unsere
ade  gefallen  sind,  hervorgehs,  daß  der  Feind  durch  das
er  geben  der  Armeen  des  Generalobersten  v.  Kluck  und

 

 

und  VDormarsches  die  HVelbestsendungen  zurückgehalten
worden  wären.  VBon  resangehSrigen  und  deren
#en#lien  63  dies  als  schwere  Los  empfunden  und  die

chuld  der  Heldro#t  beigemessen  worden.  Im  Interesse
der  arbeitsfrendigen  und  oflichttrenen  b#####“  so
schlietzt  ##entrelerterneite  v.  Stein  seinen  gestrigen
Bericht,  „habe  ich  mich  für  veroflichtet  gehalten,  hierüber
  eine  Erklär#ung  obgugeben.“

Nach  englischen  lstailpten  haben  die  Franzosen
Konen,  die  Lupart  d#es  Departements  Miebersein
Jeridumt.  We##  wird  ans  Ostenbe  gemeldet,  da
unsere  Truppen  Termonde  in  der  belgischen  Provinz
Osiflandern  beschießen.

Aus  Ostende  wird  gemeldet:  GEin  Teil  des  Landes,
insbesondere  Mecheln,  wurde  von  belgischen  Genletruppen
  unter  Wasser  geseyt.  Termonde  wurde  geräumt.
Reservisten  aus  Lille  erzählen,  das  Land  sei  mit  einer
Kriegskontribution  von  200  Millionen  belegt  worden.
n  Lüttich  beginne  sich  Mangel  an  Nahrungsmitteln
übhlbar  zu  mochen.  Gestern  wurde  ans  einer  Taube
eine  Bombe  geworfen,  die  keinen  Schaden  anrichtete.
Keute=  frü  flo  e  ine  Taube  in  größerer  Höhe  über  der

tadt  Gent  hin,  auf  die  zwei  Vomben  geworfen  wurden.
Die  erste  fiel  auf  das  Dach  eines  Chausseewärterhäuschens
  an  der  Rue  Bienfaisance,  die  zweite  auf  den
Vonuvelard  des  Hospizes.  Es  wurde  nur  Materialschaden
angerichtet.

Zur  Belager#ung  von  Paris.

Paris,  6.  September.  Die  Stadt  setzt  die  Vorbereitungen
  zur  Verieildigung  sort.  Das  Boulogner
Gehölz  #  teilweise  wie  wegrasiert.  Die  Wege  nach
Paris  sind  verbarrikadiert.  Ver  Zustrom  Freiwilliger
ist  ungeheuer.

—  Eine  amtliche  Mittellung  an  die  Armee  von
Paris  besagt:  Die  Bewegungen  der  entgegenstehenden
Armeen  haben  sich  vollzogen,  ohne  daß  von  seiten  des
Feindes  irgend  ein  Gorsioß  gegen  unsere  verschiedenen
Stellungen  gemacht  wurde.  Die  deutschen  Flieger  haben
es  seit  Freitag  unterlassen,  Paris  zu  Überfliegen.

Wie  das  „Berl.  Tagebl.“  Über  Genf  erfährt,  sollen
im  Norden  von  Paris  kleine  Artilleriescharmützel  stattgelsnden
  haben.  Der  Auszug  der  Pariser  nimmt  seinen

ortgang.

eem  Genser  „Courier“  geht  ein  Pariser  Privatbrief
  seines  Mitarbeiters  zu,  der  Über  die  Zustände  in
Poris  bedeutsame  Auslassungen  enthält.  Die  Unkündigung
  der  Negierung,  sie  werde  nach  außerhalb  übersiedeln,
  erfolgte  erst,  nachdem  die  gesamte  Regierung
Paris  schon  seit  sechs  Stunden  verlassen  hatte.  Anderseits
  wäre  es  ihr  nicht  mehr  möglich  newesen,
zu  entkommen.  enn  sosort  nach  Bekonntwerden
des  Manifestes  strömten  Tausende  von  empörten
Menschen  nach  dem  Elysee  und  nach  der  Place
de  la  Concorde  und  eröffneten  ein  Steinbombardement
gegen  die  Regierungsgebäude,  ohne  daß  die  aufgebotene
Polizei  nennenswerte  Anstrengungen  machte,  die  Menschenmengen
  abzudrängen.  Die  beiden  Vortore  des  Elysees  sind
ertrümmert  worben,  nur  wenige  Feusterscheiben  des  Palais
ind  ganz  gebl  ieben.  Bis  nach  Mitternacht  dauerten  die
Kundgebungen  des  Bolkes  gegen  die  Regierung,  als  vloft
lich  der  „Matin“  durch  Auschlähe  an  seinen  Tafeln
bekannt  gab,  daß  die  Regierung  bereits  Paris  veriassen
habe.  Es  war  wie  eine  Entsetensbotschaft,  die  in  das
Volk  drang,  und  die  Revolntion  wäre  vielleicht  schon  in
jener  Nacht  gekommen,  wenn  nicht  die  Polizei  zu  einem
Nadikalmittel  ge  zriffen  hätte:  sie  ließ  sämtliche  elektrischen
Lampes  der  inneren  Stadt  auf  eine  Stunde  verlöschen;
Paris  lag  in  Nacht.  Aber  die  Wut  des  Bolkes,  das  sich
schmählich  seinem  Schicksal  Überlassen  sieht,  war  unaussprechlich.
  Bedenklich  erschrint  dem  Korrespondenten  die
passive  Haltung  der  Polizei  und  die  Teilnahme  von  einezogenen
  Rejervisten  an  den  Kundgebungen.  An  der
lace  de  Rivoli  fraternisierte  die  dortige  Wache  von  etwa
25  Soldaten  offen  mit  den  Demonstranten.  Wie  der
„Courrier“  weiter  m  itteilt,  ist  die  Flucht  der  Regierong
aus  Paris  schon  am  Dienstag  erfolgt,  nicht  erst  Donnerstag,

  wie  die  „Agentur  Havas“  meldete.

Vom  neuen  Sigz  der  französischen  Regierung.

Bordeaux,  6.  September.  Die  Stadt  ist  sehr  belebt,
seitdem  die  Mitglieder  der  Reglerung  und  der  Geseggebenden
  Körperschaften,  sowie  zahlreiche  Pariser,  deren
Auswanderung  nach  Südwesten  fortdauert,  hier  auekommen
  sind.  Präsident  Poincar#é  wohnt  in  der  Präektur,
  Ministerpräsident  Biviani  im  Nathause,  Kriegsminister
  Millerand  im  Generalkommando  und  Marineminister
  Augagneur  in  der  Marisesanitätsschule.  Die
Votschaften  haben  in  Bordeaux,  die  Gesandtschaften  in
Arcachon  Wohnung  genommen.  Es  kommen  immer  mehr

Parlamentarier  hler  an.
NKom,  6.  September.  Der  Einzug  Poincarés  in
m  Eine  unzählige

Bordeauxz  nahm  einen  trüben  VBerlan.

Volksmenge  hielt  die  zum  Bahnhof  fährenden  S#raßen
beseyt.  Die  Män#e#  waren  erust  und  Kill,  die  Franen
hatten  ein  bekümmertes  Aussehen,  und  viele,  deren
Brüder,  Männer  und  Bäter  im  Felde  stehen,  waren  in
Tränen  aufgelöst.  Die  Ankunft  des  Präsidenten  wurde
nicht  wie  sonn  mit  den  Klängen  der  Marseillaise,  sondern
nur  mit  kurzem  Trommelwirbel  begrüße,  doch  brach  bei
der  Borbeifahrt  die  Menge  in  brausende  NRuse  „Vive  la
France!“  an1I.  Poincaé  war  so  ergriffen,  daß  er  weinte.
Mittlerweile  erscheinen  die  Pariser  Blärter  in  Vordeaux
in  gorm  klleiner  Flugschriften.  Um  den  Mut  der  Bevöllerung
  zu  heben,  betitte  HPoöinc  den  Notabilitären
von  VBorbeaux  sein  volles  Bertrauen  in  den  schließlichen
Sieg  der  französischen  Taktik.  Frankreich  sei  nicht  geschlagen;
  seine  Heere  seien  alle  noch  intakt.

Der  „Ceneral  Stab“  in  vneuer  Auflage.
„Daily  Mail“  vom  29.  Angust  versffentlicht  ein

 

Fun.  blow  uördlich  der  lelgischen  Mess  vensts#ndig  aber-  Telerom]  vons  .  oet  1n  ·E  —

rus  worden  ist.  Noch  am  17.  Angun  nehm  er  dor:  esehllgten  Truppen  #e  Ka##  ——

ur  entsche  Kavellerie  an.  Die  Kevakerle  bleses  letelselgiiche  Trappen  zwischen  vn  .  —  und  der  Ma#s
4:„  Bohrung  des  Geuals  v.  der  Marwi  elle  L  Leschlaen“#

r  timix*  vo  lich  —  —  X  #n  ꝛ  kusefir  d  55#  Ex  □——

—  —  *  des  Anfmarschen  ##  #  —  —  —  —  K  ö#le#

 

———  ein  gani

 

ig  *  Ostsiers  war  in  ben  fruheren  Verlustlisten  verbsfent
Daß  der  legreich=  Generaloberst  v.  Böälow  nicht
identisch  zu  sein  braucht  mit  dem  für  das  Baterland  77
sallenen  Bruder  des  Fürsten  v.  Bülow,  scheint  bie
Dally  Mail“  nicht  zu  wissen  oder  nicht  wissen  zu  wollen.
Johre  1870  ersanden  die  englischen  Zei#tungen  einen
neral,  namens  „Stab“.  Dieser  vortreffliche  Beneral-Stab“
  befindet  ##h  n  Deutschlands  Freude  und  zu
seiner  Feinde  Arger  noch  he#ute  in  erneuter  Frische  und
Tatigleit.  Die  von  der  englischen  Presse  systematisch  angewonbte
  Taktik  solgt  dem  echt  englischen  Motto:  „Tell
le  and  stiok  to  ft.“  (Sprich  eine  Lüge  aus  und  halte
an  ihr  sesth
Ein  Tagesbefsehl  des  Generals  Joffre.
Die  „Frankf.  Ztg.“  meldet:  General  Joffre  erließ
einen  an  alle  französischen  Armeen  erlassenen  Tagesbesehl,
in  dem  die  Gründe  für  die  Berluste  und  Niederlagen
einiger  Armeekoros  angegeben  werden.  Immer,  wenn
man  Infanterie  zu  einem  Angriff  auf  weite  Entsernung
vorgeführt  habe,  bevor  die  UArtillerie  in  Aktion  getreten
sei,  sei  die  Insonterie  in  das  Feuer  der  Maschinengewehre
  geraten  und  habe  Verluste  erlitten,  die  zu  vermeiden
  gewesen  wären.  Außerdem  sei  die  Infanterie
nicht  immer  in  genügend  verteilter  Ordnung  geführt
worden,  wodurch  der  Gegner  die  Jufanterie  vernichten
und  die  Offensive  aufhalten  konnte.  Der  Tagesbefehl
gibt  auch  interessante  Aufschlüsse  über  die  dentsche  Taltik,
  namentlich  die  der  Kavalleriedivisionen,  die  stets
von  bereitgehaltener,  genügender  Insanterie  unterstütz

t
worden  sei.  In  Zulunft  solle  auch  die  frauzösische
Kavallerie  mehr  auf  diese  Umstäude  achten.

Kleine  Nachrichten.

München,  7.  September.  Der  kommandlerende  General
v.  Kylander  hat  unter  dem  22.  Rugust  an  sein  vor  dem  Felude
stehendes  Armeekorps  folgenden  Korpstagesbefehl  erlassen:

„Die  schweren  Tage,  an  denen  das  Armeekorps  aus  Gründen

der  höheren  Führung  dem  Feinde  ausweichen  mußte,  bis  alles
um  Schlage  vereint  war,  sind  nun  vorüber.  Das  Armeekorps
at  dle  Austrengungen  dieser  Tage  in  bester  Ordnung  überstanden
und  4  seine  frische  Kampsesstimmung  bewahrt.  Sie  hat  es  in
den  Tagen  der  Kämpfe  um  Saarburg  glänzend  bewiesen.  Die
Truppen  sind  mit  einem  herzerfreuenden  Schneid  vorgegangen  und
haben  den  Gegner  überall  in  die  Flucht  geworfen,  wo  sie  ihn
trasen.  Ich  donke  meinen  braven  Truppen  für  ihre  mustergültige
Haltung  und  beglückwünsche  sie  herzlichst  zu  ihrem  Erfolge.  Ich
hoffe,  daß  diesem  ersten  Siege  viele  weitere  folgen  werden.
Wenn  das  Armeekorps  so  weiter  kämpft,  wird  es  unüberwindlich
sein  und  unser  König  und  dos  Bayernland  werden  mitl  Stolz  auf
seine  Söhne  blicken  können“.

Aus  Rotterdam  wird  gemeldet,  daß  seit  den  letzten  Tagen
Schiffe  mit  Flüchtlingen  aus  Antwerpen  die  Westernschelde
  hinabfahr  en.

e  „Franif.  gig.“  meldet  aus  Amsterbam:  Die  Engländer,
  die  bisher  offiziel!  behaupteten,  daß  ihre  Verluste
  nur  4000  Mann  betragen  hätten,  geben  jetzt  amtlich
zu,  daß  sie  10  000  Mann  Beriine  haben.

Konstantinopel,  6.  September.  Wie  „Tauin“  erfährt,
haben  die  Deutschen  beschlossen,  die  Mohammedaner  aus  Algerten,
  bie  sie  in  den  letzten  Kämpfen  zu  Gesangenen  ge
macht  hatten,  freizulassen,  soweit  sie  mit  Gewalt  in  den
Krieg  geschickt  worden  fipd,  und  weun  sie  erklären,  keinen  Haß  gegen
Deutschlaud  zu  hegen.  Es  wird  ihnen  Gelegenheit  gegeben
werden,  nach  Ke##peinopel  zu  kommen.

Der  gemeinseame  Kriez  Deutschlands  und
Oesterreich-Ungarus  mit  Rußland.

Zum  Stande  der  österreichisch=  ungarischen

perationen.

Die  öfslerreichisch-ungarische  Armee  hat  Lemberg  aus
strategischen  Gründen  freiwillig  geräumt,  sodaß  der
russische  Angriff  auf  leere  Stellungen  traf.  Es  gabl
keine  Gesechte.  Auf  dem  russischen  Kriegsschauplatz  dauert
der  österreichische  Angriff  auf  Lublin  sort.  Der  eigentliche
  russische  Offensioplan  ist  iufolge  Auffenbergs
glänzendem  Siege  bei  Komarow  ols  gescheitert  aon- 



 

zusehen.  Die  verzweifselten  Durchbruchsversuche  des
Generals  Plehwe  gegen  die  sockartige  österreichische
  Stellung  wurden  von  den  deutsch=  böhmischen

  und  tschechischen  Negimentern  blutig  abgeschlagen,
  bis  dos  Eingreisen  niererösterreichischer  Rejimenter
  von  Csesnili  her  der  bestürmten  Frontgruppe
Lust  machte.  Als  die  Oberungarn  des  Generals  Börswitsch
  und  die  Salzburger,  Oberösterreicher,  Deutschtiroler,
  Welschtiroler  und  Ungarn  des  Erzherzo#s#  Josef
Ferdinand  non  auch  die  feindliche  Rückzugslinie  bedrohten,
  mußten  die  Russen  unter  tapferer  Verteidigung
der  Kückendeckung  zurück.  Die  österreichische  Frontgruppe
in  Berdindung  mit  der  Flügelgruppe  Bördwitsch  stieß
sofort  nach  und  vervollständigte  den  Sieg.  Die  rusüische
Niederlage  bedeutet  die  Katastrophe  für  einen  großen
Teil  der  russischen  Armee  und  vereitelt  endgültig  ihr
geplantes  Zusammenwirken  mit  der  gegen  Lemberg
oßenden  Armee.  Der  Umstand,  daß  die  Russen  nicht
nachdrängen,  beweist  den  rein  taktischen  Charakter  der
Näsmung  Lemberas,  das  militärisch  sehr  ungünstig  gelegen
  if,  und  ermöglicht  unseserte  planmäßige  VBorbereitung
  der  weiteren  Operationen,  bei  denen  erst  die
Entscheidung  liegen  wird.

Wies,  7.  September.  Amtlich  wird  gemeldet:  Am
3.  September  beschossen  die  Nuslen  die  in  weitem  Umkreise
  um  die  Stadt  Lemberg  errichteien  Erdwerke.
Unsere  Truppen  waren  jedoch  bereits  abgezogen,  um  die
offene  Stadt  vor  einer  Beschießung  zu  bewehren  nad
weil  auch  overative  Nücksichten  dafär  spraochen,  Lemberg
dem  Feinde  ohne  Kampf  zu  #berlassen.  Das  Bombardement
  hade  sich  somit  nur  gegen  unverteidigte  Deckungen
erichtet.  Die  Armee  Tanki  in  neuerlich  in  beitigen

a#se  An  der  sonstigen  Front  herrscht  nach  den  gro
Schlachten  der  vergangenen  Wochen  Detn
Nuhe.  Der  Stellvertreter  des  Cheis  des  Generalsta
v.  Höfer,  Generalmajor.
Die  bisherigen  Ersolge,  Deutschlands  und  DÖerreic-Ungetaf

  gegern  Nuatßland

Mi##  öst  die  Wiener  „Neue  Frsie  Prest“
v#tenf  bi#,  daß  die  Erfolce,  die  Demsischiand  und  Oferveich-Ungar#
  bisher  gegen  Nuhlenb  ertangen  hahen,.  1n
—————l-