Full text : Rosenheimer Anzeiger. 63. Jahrngang (63)

der  tief  in  die  deutschen  Linien  vorgebrochen  waren,
  wurden  nicht  nur  die  alten  Stellungen  wieder
  erreicht,  sondern  daruber  hinaus  die  Engländer
  weiter  und  weiter  mrücgetrieben,  bis
am  Abend  des  Tages  an  der  Chaussee  von
Freezenberg  und  an  den  Waldstücken  sudwestlich
von  Westhoek  die  ehemalige  Linie  vom  3.  Juli
erlämpf  war.

Die  engiischen  Veriuste  sind  außerordentlich
schwer.  Einer  der  gewaltiasten  Großlampstage
an  der  flandrischen  Küfte  sand  biermit  für  die
deutschen  Wassen  einen  siegreichen  Abschluß.  Zn
danken  ist  dieser  Ersolg  neben  der  zielbewußlen
Führung  von  allem  dem  ungeheuren  Schwung
sowie  der  zähen  Angriffskraft  unserer  unver
Pleichlichen  Insanlerie,  die  auch  an  diesem  Tage
wieder  durch  Artilerie  und  die  übrigen  Oilsswassen
  Dervorragend  unterstütt  wurde  und  ihre
Ueberlegenleit  uber  die  englische  JInsanterie  aufs
neuc  bewies.

Die  Vernichtung  der  Kathedrale  von
St.  Ouentin.

Mit  der  Aernichtung  der  Kathedrale  von
St.  Quentin  machen  es  die  Franzosen  köstlic.
Querit  überschut#en  sie  die  innere  Stadt  mit
Granaten,  sodaß  Pfarrhins  und  Kathedrale  von
den  Flummen  ergriffen  werden,  und  dann  machen
sie  in  ilrem  amrlichen  Heeresbericht  vom  16.
August  abends  ilrem  eigenen  Voli  folgendes
vor:  „Die  Deutlschen  legten  Fener  an  die  Kat
ledrale  von  St.  Quenüin,  die  seit  mehreren
Stunden  drenm.“  Höber  gelts  nicht  mehr!

Ler  Kompf  zur  See-.

ine  Sergesechtin  der  Rordsece.
Rerlin,  17.  Angui.  Amtlich.  In  der
Nerdsee  slief  am  16.  Augusft  eine  unferer  Sicherunge
  patreuillen  an  der  Grenze  des  englischen
Sperrgebiei  auf  seindichr  Kreuzer  und  Zer
störer  und  nuriff  sie  an.  Der  Feind,  der  in  starker
Uebe  ermacht  war,  drele  r*ns  unserem  gutliegenden
Feuer  ab  und  enkiog  sich  dem  Gesecht  mit  aröß  ter
File.  Wir  1  üben  leine  Verline.

Günisi
M'#

Der  Friedeneschtlli  bet  Fapfses.

Die  Kundgelund  des  Papstes  Uird  nunmehr
ihrem  vollen  Juhalie  nack  Le  W  angegeben.  Man
hat  es  nicht  mit  einer  Note  im  Sinne  des  üblichen
tlechnischen  Auedrudes  der  Diplomatie  zu  tun,
sondern  mit  einem  -creiben  an  die  Staatsoberhäupiter
  der  Mäckhte,  das  rom  1.  August
d.  J.  datiert  und  am  Mittmock  in  Verlin  eingetroffen

  ist.  In  den  wesentlidien  Punlten
#timmt  der  ganze  Inhalt  des  Sckreibens
mir  dem  überein,  was  nach  einem  römischen

Blatte  schon  darüber  mitgeteilt  wurde.

Ein  weiterer  Schritt  des  Papitecs.

Der  „Messagero“  meldel  zu  der  päpstlichen
Friedensno##edaf  sie  nur  den  ersten  Schritt  zu
einer  neitaur  egreisenden  Friedensaition  dari#elle.
Von  der  Aufnahme  der  Nole  hänge  vie  durchsutrung
  des  zweiien  päyftsichen  Schrilles  ab,  der
einen  Wifenmtülaand:  u  Lande  und  zu  Waster
bezu

Eine  Konseren;

Der  „Matin'“  meldet:
der  Alliierten,  die  lich  mit
Papsics  besasien  soll,  sinde:  sch  en  in  der  lom
menden  Wocdte  auf  franiösischem  Voden  ilatt.

Blätleritimmen.

Der  „Vaper.  Kurier“  schreibt:  Die
des  Papiles  dedentet  ja  uoch  nicht  das  letzte
Wort  in  der  Sacke,  sondern  joll  nur  eine
Hrundlage  —  auf  der  weitergebaut  werden

der  Alliierten.
Die  neue  Konferenz
der  Frieor  nonote  des

 

 

Note

—.—
«  ·»...»  EIN-Aw-  2
p!6r—#55

*.
/

 

 

   
  
  

 

 

kann,  wenn  anders  auf  allen  Seiien  die  Vereiluilligleir
  beiteht,  zu  einem  Frieden  zu  grlan
gen.  Trotz  Poincare  und  Lloyd  George  darf
man  diese  Annahme  nicht  von  der  Hand  meisen.
Die  einsichtigen  Männer  aller  Nationen  sehen
eine  andere  Gesahr  auflauchen:  Hinter  der  Wollemvand
  des  Weltkrieges  und  Trommelfeuers
zieht  ein  anderes,  nod  surchtbareres  Gewitter
herauf,  die  soziale  Weltrevolution,  und  bedroht
vor  allem  die  Länder  des  Vierverbandes  mit
ihren  Schreden,  vielleicht  einem  Schreden  ohne
Ende.  Solchen  Beweisgründen  vermag  sich  auch
der  au  egesproch  enite  Chauviniomus  nicht  zu  verschließen.
  Im  großen  und  ganzen  sordert  der
Mapit  die  Heritellung  des  slalus  quo  ante,  soireit
  die  politischen  Grenzen  in  Betracht  kommen.
  Das  schliett  in  lich  die  Anerlennung  des
deuischen  militärischen  Sieges.  Man  darf  nie
vergesten,  daß  wir  einen  Erhaltungskrieg  führen,
  im  Gegensatz  zu  umeren  Feinden.  Unterliegen
  wir  nicht,  so  haben  wir  gesiegt  siegen
aler  unsere  Gegner  nicht,  so  ist  der  K#g  für
sie  ein  verlorener.  Zweisellos  brächte  ein  Frieden,
  wie  ihn  der  Papit  berscrläc.  viele  Emtäu--sckungen
  auch  für  uns,  noch  mehr  aber  für  die
egner.  &brau#übrigens  nicht  bemerlt  zu
werden,  daß  der  beilige  Vater  bei  seinem  EXL
nict  als  religiöses  Oberhaupt  der  Kirche  handelt,
  der  hier  seinen  Gläubigen  zum  Geh#riam
verpflichtende  Weisungen  gibt;  Friedensbedingungen
  kömen  nie  und  nimmer  zum  Lehrinhalt
der  Kirche  gehören.  Was  der  Paptt  aber  beanspruc.
  en  lann  und  muß,  das  ist,  daß  man
seine  Worte  mit  jener  Achtung  und  Ehrerbielung
  anhört  und  mit  jener  geziemenden  Sorgsall
  ernülick  prüft,  die  dem  erhabenen  Träger
des  erhabennen  Amtes  zukommen.

Die  „M.  N.  N.“  sagen:  Der  Vatilan  int
heute  im  großen  und  ganzen  von  der  Fuhlungnahme
  min  den  Mittelmäckten  adgeschnitten  und
überwältigend  von  den  Stimmungen  u.  Steömungen
  aus  den  Ländern  der  Entente  beeinflupt.
  Wenn  dabei  sein:  Note  ganz  überwiegend
die  Anschauungemei#c  unferer  Gegner  aufnimmt,
so  ist  das  menscklich  zu  erilären.  Wem  in  der
Note  von  der  Rüllgade  aller  besetzten  Gebiet
seitens  der  kriegfül.  renden  Mächte  die  Rede  e
so  scheint  es  sich  doch  bei  näherem  Zusehen  eben
nickt  um  azle  zu  handeln.  Die  Note  interessiert
sich  zunächst  für  den  Westen.  Sie  spricht  von  der

Rückgabe  Velgieno  und  Nordfranlreiche,  während
  gegenüber  Rußland  die  Frage  mindestens
offen  bleibt,  und  das  besondere  Interesse,  das
der  Papst  Polen  widmet.  laum  in  der  Richtung
der  Rügabe  Polens  an  Rußland  liegen  dürfte.
Das  Aufwerfen  der  armenischen  Frage  und  das
völlige  Hinweggleiren  über  das  zutünftige  Schidsol
  der  von  den  Engländern  besetzen  Teile  der
afiarischen  Türkei  scheint  zu  zeigen,  das,  der
Paus  unieren  oomanischen  B  undesgenossen  tei.
nes#eg#e  die  Rückgabe  der  von  ihren  und  unseren
Feinden  besetzten  Jürtischen  Gebietsteile  zmgeuehen
  uill.  Hinsick  ilich  der  Gebietsfragen
auf  dem  Ballan  läßt  die  Note  vollends  jede
Klarheit  vermissen;  und  es  in  kaum  anzunehmen,
  daß  unsere  bulgarisc  en  Bundesgenossen
aus  diesem  Teil  der  päpfstlidteen  Ausführungen
große  Hoffnungen  auf  die  Besriedigung  ihrer
nationalen  Forderungen  scköpfen  können.  Die
Worie  der  Note  über  die  Frage  der  künftigen
Gebietakgremung  zwischen  Deutschland  und
Frankreick  und  zuischen  Oefslerreich-Ungarn  und
Jlalien  Uingen  milder,  a#rs  aus  dem  „Corriere
t  Italia“  zu  entnehmen  u  ar.  der  Elsaß  Lothringen,
  Triem  und  Triem  ausdrücklich  genannt  hat
ie.  Die  N#te  legi  nicht  nur  den  Grundsatz  der
Nüägabe  aller  besetzten  Geliete  einseitig  aus;
sie  überbietet  diese  Einseitigleit  noch,  indem
sie  die  Zugehörigkeit  deulschen  Gebietes  zum
Deutschen  Reich,  wenn  auch  in  noch  so  sanfter
Geilalt,  zum  Gegenstand  ihrer  Vermittlung  zwischen
  den  Kriegführenden  macht.  Der  Unterschied
  #wischen  der  Behandlung  der  Gebietsfragen
  an  unserer  Wesisrom  und  an  unserer  Oufron
  mill  genau  bead  let  sein.  Es  in  vielleicht
den  geistigen  Urhebern  der  Noe  nidlt  völlig
tlar  gewesen,  daß  diese  Zwiespältigkeit  dem
Ziele  der  Westmächte  in  größerem  Umfange  gerecht
  wird.  Die  Note  verlangt  Räumung  alles
besetten  Landes  im  Weisten  und  rollt  dann  noch
in  vorsichtiger  Form  die  elsaf  lothringische  Frage
  auf.  Zugleich  aber  gewähri  jie  uns  eine  ge—
wisse  Freihelt,  uns  auf  irgend  einem  Wege,  und
sei  es  der  „der  Befreiung“  ruisis/-er  Prooin

zen,  mil  unserem  öftlicken  Nachbarn  dauernd  en
verfeinden.  Sie  gewährt  uns  ferner  die  Erlaubnis,
  unsere  Bundesgenossen  im  Südosten,  namientlick

  die  Türkei.  w  ahrscheinlich  aber  auch
Eulgarien,  durch  Preisgabe  ihrer  berechligten
Auiprücke  uns  dauernd  zu  entfremden.

Die  „Kolnische  Vollszeitung“  sagt:  „Betonen
  wir  nur  mit  voller  Glaubensfreudigkeit  und
in  treuer  Anhänglichkeit  an  den  Heiligen  Vater
die  Notwendigleit  des  Weltfriedens,  unterstützen
  wir  den  Heiligen  Bater  mit  voller  Kraft  in
seinen  Bemühungen  zum  Abbau  des  unseligen
Völkerhaffes.  Wir  dürfen  aber  auf  der  anderen
Seite  nicht  vergessen,  daß  der  große  Weltkrieg
sich  um  das  Dasein  und  die  JZukunft  unseres
Bolles  dreht  und  daß  ein  Friede,  der  auf  Kosten
  der  politischen  und  wirti  ichaftlichen  Sicherung
des  Deurschen  Reiches  geschlossen  wird,  für  ganz
Deutschland  ein  Verhängnis  mit  unabsehbaren
düsteren  Folgen  bedeuten  würde.  Solange  unsere
  erbitterten  Feinde  jedes  deuticle  Friedens
angebot  mit  Hohngeläckter  beantuorten,  müsien
wir  mit  mannhafter  Entscklossenheit  alle  un.
sere  Kräfte  in  einiger  Abuehr  zusammenhal
ten.“

Die  „Kölnische  zeimng“  schreibt  offiziös:
Vorläusig  sei  die  Tatsade  zu  verzeichnen,  daß
der  Papll  beitrebt  ist.  den  Welilrieg  zum  Ver
ständigungsfrieden  zu  weisen.  Er  tue  dies  in
einem  Zeitpuntte,  in  dem  über  di:  Schuld  am
Kriege  lein  Zweisel  mehr  obwalren  kann,  denn
die  Tatsacke  sei  jetzt  aller  Wellt  offenbar,  da,
die  Regierungen  Englands,  Frankreicho,  Nu#
lands  und  Jlaliens  zu  einer  Eroberungegemein
schaft  sich  zusammengeschlossen  haben.  Eine
Friedensvermittiung  könne  an  dieser  Tatsache
der  Eroberungspläne  des  Feindes  nicht  melle
vorübergehen,  ein  Friedeneschluß  müße  sie  in
NRechnung  stellen.  Wir  und  unsere  Aerbündelen
wissen  ganz  genau,  woran  wir  sind;  darin  gibt
es  in  unserem  Lager  keine  Meinungsverschieden
heiten,  daß  der  Friede  die  nun  enthüllten  Ab
sicien  unserer  Feinde-  unschädlich  machen  muß.

Die  „Vossiscke  Zeitung“  schreibt:  Ve#  isl  uns
nicht  bekannt,  wie  sich  die  deutsche  Regierung
zu  der  Friedensnote  des  Papiles  stellen  wiro.
Wir  meinen,  daß  es  solgerid#nig  wäre,  gemän
ihrem  bisherigen  Verhalten  auc  den  vom  Paph
gewiesenen  Weg,  wenn  auch  das  Ziel  noch  s
sehr  in  der  Ferne  versckmimmt,  zu  betreien.
Das  deutsce  Voll  und  die  deutsche  Negierung
baven  den  Willen  und  auck  den  Mur  ium  Frie
den.  Auch  durch  die  Bölker  der  feindl.  Slaaten
geht  eine  heiße  Sehnsucht  nach  Beendigung  dos
Krieges.  Dagegen  haben  die  gegnerischen  Regie
rungen  nicht  nur  den  Willen,  Schluß  zu  machen.
sonkern  es  beberrscht  sie  geradezu  eine  Furcht:
vor  dem  Frieden.

e

Die  englische  Presse.

Reuter  verbreitet  solgende  englisd.  Blatter
stimmen  zur  Friedensnote  des  Pap'les:  „Dai#
Telegraph“  schreibt,  in  der  Note  werde  zum
erten  Male  von  anerlanmer  diplbmatisck  er
Seire  ein  ins  einzelne  gehender  Friedenso.o#r
schlag  gemacht.  Daduich  würde  eine  neue  Lage
gesch  affen.  Die  Note  verdiene  Aufmerlsamleit,
sei  aber  durckaus  leine  geeignete  Grundlage  für
Friedensverhandlungen.  Die  „Times“  sagen,
der  Papst  schlage  einen  Dergleich  vor,  den  die
Alliierten  zurückweisen  müßten.  Es  gehe  nich!
an,  daß  die  Unschuldigen  und  Schuldigen  auf
eine  Stufe  gestellt  würden.  „Daily  Chro
nicle“  erklärt,  der  Papst  übersehe,  daß  die  Ab
sckaffung  des  Krieges  nicht  nur  von  Abmachun
gen  abhänge,  sondern  auck  von  der  Einbalmug
von  Abmachungen.  Könne  aber  jemand  daran
glauben,  daß  sich  die  Autelratie  in  Polsdam
daran  halten  wurde!  „Dailn  News“  schrei
ben,  die  Note  sei  ein  sq.waches.  nemlich  wehtla
gendes  Dokument,  dessen  Mäßigung,  ja  Demm,
einen  mertwürdigen  Gegensatz  zu  manden  hoch
geschraubten  Aussprüchen  bilde,  die  geltend  ge
macht  wurden.

Die  Freimaurer.
Zusammenhang  möckiien  wir  nicht
an  den  geheimen  internationalen

In  diesem
unterlassen,

 

von  einsamen  Menschen.

Koman  von  Fritz  Gankei,
40)

"  Gar  kein  Wunder  alie.  *  *
knurrte  und  schimpfte  Rembagen  sam  seinem
Neißen  ins  Pieüerland  wünichte  und  ein  gries
grämigeres  Gesicht  zeigie  als  der  unfreundliche
Aprilmorgen.

Außer  dem  Remhagenschen  Paket  Hrachte
Vater  Holz  nicht  viel.  Da  waren  erstlich  mal
für  Bebdorf  ein  Brief  an  Doltor  Erselius  und
dessen  Zeitung.  Dann  einite  Gerich'sschreiben
an  in  paar  Banern  und  DHalbbauern.  Derleichen

  Neuigkeiten  haiten  die  Betzorfer  nicht
elten  zu  erwarten,  da  einige  von  ihnen  immer
ein  Vrozeßlein  eussochle  eu,  oder  zmei.  Nach
chlindow  ging  ein  Brief  fur  Frau  Regma
Warnick.  Und  au.h  der  Pfarrer  und  der  Notar
bekamen  ihren  Antei

Vater  Holtzens  schwarze
vewohnlich  nicht  s#erter  belaseet.  Die  Glindower
und  Bethzdorser  srarieben  seiten  und  hatten
daher  auch  nicht  viel  Geschriebenes  zu  erwarten.

ur  das  Doktorhaus  in  Vendorf  und  das
Hous  des  NRechtsanwalts  in  Godom“  %r  suchte
Vater  Holtz  tuglich.  Mit  „Dottors“  und  „Notars“
verband  den  Alten,  wie  er  immer  mit  vielem
Stolze  zu  erzählen  pflegte,  eine  „geillige  Verwandischaft“.
  Daran  war  allerdings  die.  „Norddeutsche
  Agemenne  Zeitung“  in  Glindow
ebensowenig  schuld  wie  die  „Tägliche  Rundchau“
  in  Begdorf.  Vielmehr  lußte  die  „geistige

VBerwandtschast“  auf  argem  Materialiomus.

Denn  Marleue  Nasten  hatte  für  Vater  Holtz

ständig  eine  Tasse  gewärmien  Kaffee  barat.
uud  die  Klauten  in  Glindow  lud  ihn  auf

Vn%

Ledertasche  war

EIL  Aegmas

 

UAnoronung  nicht  seuen  zum
Mittag  e
W  heend  er  auch  heute  bei  Marlene  in
der  Küche  saß,  ihr  von  des  Weges  Mühsal
And  Remhagens  „Kränterjux“  eine  lange  Geschichte
  erzählle  und  zwischendurch  moig  ieten
Vehagen  den  Kaffee  schlürste,  las  Doklor  Ers
elins  den  Bries  und  wurde  aus  4  Inhalt
  ichr  recht  gescheit.
mal,  Trautelchen,“  begann  er  endich
  Sant  häufigem  Kopsschütteln  und  wiederdoltem
  Lesen,  „was  für  eine  merkwürdige  Ge-Auchte.

  denn  das  eigentlich  mit  deinem
il

Rottraut  sah  von  ihrer  Stickerel,  über
die  sie  alnungolos  gebeugt

,  auf
blickte  den  Dottor  selundenlang  Skesicnniu
an.  „Mit  aneinen  Bild  v“  fragte  sie  enoli  ch.

„Naj  4“  rief  Erselius  halb  ärgerlich.  „D
nuhr  dadle  davon  wissen,  daß  der  Maler,  der
mm  vorigen  Sommer  bei  uns  war,  dein  Bild
lemalt  1!“

Nottrauts  Wangen  überflog  ein  helles
Karmin.  Sie  zupfte  verlegen  an  einem  Fad
hrer  Stickerei  und  slotterte:  „Nein,  davon

weiß  ich  nichts.“

„Aber  Mädel,  das  ist  ja  unmöglich!  Der
Man#  kann  sich  dein  Bild  doch  nicht  aus  der
euft  gegriffen  haben!  Irgeno  etwas,  eine
Studie,  eine  Skizze  muß  wenlastens  in  selinem
n’  gewelen  leus  Und  davon  mußt  du  natürr-


  Nottrauts  Verwirrung.  Jene
lbendstunde  auf  sommerlicher  Heide,  von  der
uee  zu  keinem  Menschen,  nicht  einmal  zu  ihrem
Eflegevater,  dem  sie  sonst  nie  etwas  verhelmichte,
  Grsbrochen.  entfaltete  sich  in  dem  Strauß
brer  Eriannerungen  plötzlich  wleder  als  eine

 

 

#——————'“
frische,  leuchtende  Müre.

ein  Verständnis.  Gewiß  halte  Reimorus  die
damals  angeserligte  Skizze  benutzt,  um  ihr
Biid  9  *—

rach  sie.  Noch  Lrter  errötend,
hasfiig  uind  mir  gesenkten  Auge

„Ich  weiß  mium,  daß  mich  Herr.  Reimarus
kura  vor  dem  Abschled  fkizzlerte.  Er  bat  mich
darum,  und  ich  sah  keinen  Grund,  ihm  die  #r
laubnis  zu  verweigern.  hurte  daß  ich  davon
  nicht  zu  dir  gesprochen  e!“

„So,  #on  Skizziert!  enẽ  bSeschichten  die
man  da  -.  Weshalb  erzähltest  du  mir
denn  das  nich

„Ich  aiht  es  wohl  vergessen  haben,  Väter-„Wahrscheinlich,

  Kindchen,“  lächelte  der
Doktor  und  blinzelte  Rottraut  spitzbübisch  an.
„So  elmwas  vergißt  man  ja  auch  sehr  leicht.
Und  von  deinem  gemalten  Bilde  weißt  du  wirk.
lich  tein  Sterbens  ?“

„Rein,  Vater,"  eentdegnete  sie  bestimmt  und
lah  Erselius  offen  a

„Hni!  Es  chelnn  jia  so:  Also  höre  einmall
  Der  Maler  Hrirt  mir  hier.  daß  er  milt
dem  Bilde  die  goldene  Medaille  und  ein
Stipendum  Har  eine  Studienrelse  mach  Italien
erworben“  chon

chen.“

Rott  sprang  freudig  erregt  auf.  Ihr
1  n  strahlte.  „O,  das  macht  mich
ehr  glü

„Wie  Figu  a  zeigt

Erselius  trocken.
„Und  weiter:

dlt  te
Grelt.  verkaukt.
nicht  lesen,

Eln  Fürst,  den  4  00  kann
Scholtikow  oder  Rentlkow,  e  t  *
soich  russischer  Onkel,  hat's  erstanden.  Und

bis  zum  ersten  Mai  bleibt's  nur  noch  ausgehellt.“"


AUnd  damit  kam  ihr

 

Der  Doktor  faltete  den  Brief  zusammen,
legte  ihn  auf  den  Tisch  und  fragte  52:.  was
melnst  du  e  der  ganzen  Geschich
ch  freue  mich  sehr.  Jiiner  orzählte
mir  zemol  so  viel  von  seinem  Streben  nach
Anerkennung  und  von  mancherlei  Enttänschung
dgen,  die  ihm  brichichrn  gewesen  sind,  daß  ich
Enr  delen  Ersolgd  oppelt  gönne."
Natürlich!  Und  Wenel  ist  du  nichts?“
gpen  schüttelle.  den  Kop
„  .  aß  aui,  —  Heut  isl
der  eber,  hva  Wate  Nicht!?  Ja,  der  sechsundzwangigste.
  Bis  zum  Ersten  sind  noch  vier
age.  Morgen  und  übermorgen  debris  noch
nicht;  denn  die  alte  Mählerten  in  Wildungen
hat  erst  gestern  die  Krisi  gehabt,  und  da  kann
ich  noch  nicht  sort.  Wenn'so  mit  der  Alten
mun  Nglücklich  ornnui  geht  ein  neuer
schwerer  Fall  nicht  zukommt,  dann,  na,  was
dann,  Mädel?
Nottraut  7  alücklich-abnungsfroh,  antwortete
  aber  nicht.

„Ra,  sag's  doch,  du  weißt  es  ja!  Nicht?
Na,  dann  uosstenl  dich  noch  ein  bißchen!?  Also:
wenn  die  alle  Mahlerten  übermorgen  ein  gut

Stück  vorwärts  il.  jahren  wir  am  neunnndzwanzigiten,
  das  ist  Ser  nach  Berin  und
sehen  ung  das  Vild  „

„Ja?“  jauchzte  No  traut.

„Aber  nalürlich!  UChe  der  russische  Onkel
dein  Bild  in  seine  Polackei  mitmimmt,  müssen
wir's  doch  wenigsens  arsenen  haben.  Das
wäre  ja  noch  schöner.  di.h  so  unbewundert  entführen
  zu  lassen.  Cinverstunden?  54

Rottrau  jiel  unt  eien  Antwort  Erselius
lubelnd  um  den  Ha

herliehung  soitt.