Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Sechzehnter Jahrgang. 1888. (16)

I.  Verhandlung  über  die  Aufstellung  eines  Alkoholmessers.

Verhandelt  N.  N.  den  188
Gegenwärtig:

1.  der  Brennereibesitzer  Herr  N.  N.

2.  der  Brennereiführer  Herr  JN.  N.

3.  bder  Herr  N.  N.

4.  den  Herr  N.  N
Zufolge  Verfügung  des  Königlichen  Provinzial-Steuer-Direktors  2c.  wpovr  soll  in
der  Brennerei  des  Herrn  N.  N.  hierselbst  zur  Feststellung  des  in  derselben  gewonnenen  Branntweins
ein  Siemens'scher  Alkoholmesser  mit  gewöhnlichem  Filter  aufgestellt  und  ..  .  .  .  .  ..  188
ab  in  Gebrauch  genommen  werden.  Dieser  Meßapparat  V90r.  ist  unter  gutem  Verschluß

der  Kaiserlichen  Normal-Aichungs-Kommission  hier  eingetroffen  und  steht  zur  Aufstellung  bereit.

Als  geeigneter  Aufstellungsort  für  den  Meßapparat  wurde  ein  von  dem  Kühlgeräth  (⅞2)  Meter
und  von  der  Brennvorrichtung  (4)  Meter  entfernter,  in  (der  Nähe  des  westlichen  Fensters)  der  Brennstube
befindlicher  und  von  allen  Seiten  zugänglicher  Ort  bestimmt.  Man  stellte  fest,  daß  der  ausgewählte
Platz  auch  während  des  Betriebes  der  Brennerei  erschütterungsfrei  ist.  (Etwaige  besondere  Bemerkungen
über  den  ausgewählten  Platz  werden  hier  eingetragen.)

An  dem  ausgewählten  Ort  wurde  ein  Fundament  von  Mauerwerk  in  (5)  Steinlagen  aufgeführt
  und  in  dasselbe  der  dem  Meßapparat  beigegebene  Anker  sowie  der  Rahmen  für  den  Einsetzkasten
  eingemauert.  Hierauf  wurde  der  letztere  in  den  mit  eiserner  Thür  versehenen  Rahmen
eingeschoben  und  der  per  Brennereibesitzer  sowie  der  Brennereiführer  von  dem  Zweck  des  Einsetzkastens
  in  Kenntniß  gesetzt.  Nachdem  sodann  noch  die  eiserne  Sohlplatte  in  die  obere  Cementschicht
des  Fundaments  eingelassen  und  in  eine  wagerechte  Stellung  gebracht  war,  wurde  der  schmiedeeiserne
  Untersatz  auf  das  Fundament  gelegt  und  mit  diesem  verankert.

Hierauf  wurde  zur  Aufstellung  des  Alkoholmessers  geschritten.  Die  eigentlichen  Theile  desselben
  befanden  sich  in  drei  Kisten,  deren  (näher  zu  bezeichnender)  Verschluß  unverletzt  war.  Nach
Oeffnung  der  Kisten  überzeugten  sich  die  Anwesenden  zunächst,  daß  der  die  Haupttheile  des  Apparates
enthaltende  Umschlußkasten  zwei  Plomben  der  Kaiserlichen  Normal-Aichungs-Kommission  trug  und
daß  nach  Abnahme  dieser  Plomben  auf  dem  Topf,  seinen  Zuleitungen  und  Ableitungen,  dem  Gehänge,
dem  Federbock,  dem  Stoßhebel  und  seiner  Lagerschraube,  dem  Fallhebel,  dem  Alkoholrad  und  auf

den  beiden  Zählwerken  die  Nummier  sich  vorfand.  Mit  derselben  Nummer  waren  die
Trommel,  der  Schwimmer  und  die  Probegewichte  bezeichnet.
Sodann  wurde  der  Meßapparat  durch  den  anwesenden  Techniker  zusammengesetzt,

  auf  den  Untersatz  gehoben,  mit  dem  Einsetzkasten  innerhalb  des  Fundaments  in  Verbindung

gebracht  und  fest  an  den  Untersatz  geschraubt,  worauf  die  im  Fundament  befindliche  Thür  (2)  Plombenverschlüsse
  erhielt.