Bärlapp — Bertramswurzel. 879
Bärlapp (Lxcobobium). Diese Pflanze wirkt abführend, wurmtreibend,
brechenerregend; verwendet wird eine Abkochung.
Baldrian (Katzenkraut, Valeriana), siehe Tafel 32, wächst überall in
Europa. Die Pflanze riecht unangenehm und erscheint nur den Katzen
wohlriechend, die sich darauf herumwälzen. Man verwendet Baldrian als
Tee, Tinktur und Pulver. Die Wurzel des Baldrian scheint am wirksamsten
zu sein. Vor allem wird er gegen Nervenerregung, Unruhe, Krämpfe,
Schlaflosigkeit, auch bei Fieberzuständen gegeben, soll sich aber auch bei hartnäckigen
Durchfällen bewährt haben. Gichtische Schmerzen und das quälende
Alpdrücken sollen auch dadurch gelindert werden.
Balsilikum (Oexmuw) stammt aus Indien und Persien, wird in
kleinen Mengen als Gewürz verwendet, in größeren wirkt es geschlechtlich
erregend. In Rosenwasser Samen von Basilikum eingelegt wirkt heilend auf
wunde Brustwarzen, die Blätterabkochung soll ein gutes Mittel gegen Schwindel
sein. Das trockene Pulver von Basilikum tut man bei Schnupfen in die Nase.
Beifuß (Artemisia, Wermuth), wächst überall bei uns und enthält
einen bitteren Stoff. Gegen Säuern und Schwäche des Magens wird es
gerne gegeben, ebenso bei Gelbsucht. Die Geburt soll es befördern, daher
auch tote Früchte und die Nachgeburt abtreiben.
Beißbeere (Capsicum oder „spanischer Pfeffer") kam aus Südamerika
zu uns. Er hat eine heftige Schärfe und kann zu Erbrechen und Magenentzündung
führen, ist daher gefährlich. Ausspülungen bei Mundfäule,
Tinktur bei Keuchhusten und Migräne werden gerühmt. Pulverisiert dem
Senfteige beigemischt, hat er eine erhöhte Wirkung.
Benediktenwurzel (Geum urbanum, Nelkenwurzel), enthält viel
Gerbstoff. Die Wurzeln sind auch hier der kräftigste Teil. Die Abkochung
wird zur Magenstärkung, gegen Durchfälle, Erbrechen, Melancholie angewendet,
da sie belebend und zusammenziehend wirkt. Bei Appetitmangel
soll sie vorzüglich sein, auch heiteres Gemüt machen, und Durchfälle, die von
Schwäche herrühren, stillen.
Benzoéë ist ein wohlriechender Balsam, der aus Einschnitten des
Storaxbaumes ausfließt. Er wird gegen Flechten, Finnen, Sommersprossen
und als Hautverschönerungsmittel gebraucht, aber auch gegen hartnäckigen
Husten empfohlen.
Bergminze (Calamintha), war schon den Alten bekannt. Mit Essig
vermischt wirkt der Saft Nasenbluten stillend, mit Salz als vortrefflicher Aufschlag
auf Bißwunden (von wütenden Hunden), auch bei Hitze und Entzündung.
Bertramswurzel („Zahnwurz“, Prethrum), wirkt krampsstillend
und auf Geschwülste zerleilend. Da sie Speichel zieht, verwendet man sie
auch bei Zahnschmerz mit Erfolg. Die Blume liefert ein treffliches Insekten—
pulver, das in Persien viel verwendet wird.