Inhaltsverzeichnis : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Sechzehnter Jahrgang. 1888. (16)

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§.  4.

Die  Prüfung  bedingt  bei  einem  Skalenumfang  von  14  Graden  oder  weniger  die  Ver-    
gleichung  der  Angaben  des  Thermometers  an  mindestens  3  Skalenstellen  mit  den  Angaben  eines  «
Normalthermometers,  bei  größerem  Skalenumfang  können  die  zu  prüfenden  Stellen  entsprechend  vermehrt
  werden.  Bei  Maximumthermometern  tritt  zu  den  ersten  Vergleichungen  eine  Wiederholung
an  mindestens  2  Skalenstellen.

§.  5.

Ergiebt  die  Prüfung,  daß  die  Fehler  der  thermometrischen  Angaben  0,,  Grad  im  Mehr  Vescheiniung  und
oder  Minder  nicht  übersteigen,  so  wird  über  den  Befund  eine  Bescheinigung  ausgestellt  und  auf  das  ·
Thermometer  eine  laufende  Nummer  nebst  einem  Kennzeichen  der  vollzogenen  Prüfung  aufgeätzt.

Ein  Maximumthermometer,  dessen  Angaben  bei  wiederholten  Vergleichungen  in  derselben
Temperatur  um  mehr  als  0,  Grad  von  einander  abweichen,  erhält  keine  Prüfungsbescheinigung.

Die  Bescheinigung  über  die  Prüfung  giebt  die  zeitigen  Fehler  der  thermometrischen  Angaben
in  Zehntelgraden  an.  Als  Kennzeichen  der  vollzogenen  Prüfung  dient  ein  Adler,  welcher  in  der
Nähe  des  Theilstriches  für  38  Grad  aufgeätzt  wird.  «

§.  6.
Aerztliche  Thermometer,  deren  Beglaubigung  verlangt  wird,  sollen  außer  den  Bestim=  Anforderungen
mungen  unter  §.  3,  Nr.  1  bis  5  noch  den  folgenden  Anforderungen  genügen:  Beglaubigung.

1.  Die  Theilung  darf  nach  unten  hin  nur  bis  +  20  Grad,  nach  oben  hin  nur  bis  +  50  Grad
ausgedehnt  sein.  Auch  soll  in  der  Nähe  des  Eispunktes  eine  Hülfstheilung  vorhanden
sein,  welche  mindestens  von  —  0,;z  bis  +  0,3  Grad  reicht.

2.  Das  Thermometer  soll  oben  zugeschmolzen  und  ohne  aufgekitteten  Hülsenkopf  zur  Einreichung
  gelangen.

3.  Das  obere  Ende  der  Kapillare  soll  frei  sichtbar  sein.

§.  7.

Bei  Thermometern,  deren  Beglaubigung  verlangt  wird,  tritt  zu  der  Prüfung  durch  Ver=  Art  und  Umfang
gleichungen  mit  einem  Normalthermometer  gemäß  der  Bestimmung  unter  §.  4  die  Ermittelung  der  2m##Prüung.
zu  erwartenden  späteren  Veränderungen  der  Angaben.  Diese  Ermittelung  bedingt  anhaltende  Erwärmung
  und  wenigstens  3  gesonderte  Bestimmungen  des  Eispunktes  während  einer  Zeit  von
etwa  20  Tagen.

§.  8.

Ergiebt  die  Prüfung  eines  zur  Beglaubigung  vorgelegten  Thermometers,  daß  seine  Angaben  rt  der
um  nicht  mehr  als  0,15  Grad  zu  niedrig  oder  um  nicht  mehr  als  0,0  Grad  zu  hoch  sind,  sowie  w
daß  spätere  Veränderungen  von  mehr  als  01  Grad  in  einem  gewissen  größeren  Zeitraum  mit  hinreichender
  Sicherheit  ausgeschlossen  sind,  so  wird  das  Thermometer  gestempelt,  eine  laufende  Nummer
und  die  Jahreszahl  der  Prüfung  aufgeätzt,  sowie  eine  schriftliche  Beglaubigung  beigegeben.  Die
letztere  bekundet,  daß  für  die  Fehler  der  Angaben  zur  Zeit  der  Prüfung  sowie  für  die  zu  erwartenden
späteren  Veränderungen  die  festgestellten  Grenzen  eingehalten  werden;  sie  giebt  außerdem  die  Lage
des  zeitigen  Eispunktes  und  die  Fehler  der  geprüften  Skalenstellen  in  Hundertstelgraden  an.

Als  Stempelzeichen  dient  auf  der  Kuppe  des  Thermometers  ein  fünfstrahliger  Stern  und
auf  dem  Mantel  des  Rohres  das  Bild  des  Reichsadlers  von  einer  Ellipse  umschlossen;  unter  dem
Adler  erhält  die  Jahreszahl,  über  demselben  die  laufende  Nummer  ihren  Platz.

II.  Quecksilberthermometer  für  andere  als  ärztliche  Beobachtungen.

§.  9.
Ouecksilberthermometer  für  andere  als  ärztliche  Beobachtungen  werden  zur  Prüfung  zuge=  anforderungen.

lassen,  wenn  sie  den  Vorschriften  unter  §.  3,  Nr.  2  bis  5  entsprechen,  doch  sind  außer  Theilungen
nach  der  hunderttheiligen  Skale  (Nr.  4)  auch  solche  nach  Fahrenheit  oder  Reaumur  zulässig;  ferner

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