Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Siebzehnter Jahrgang. 1889. (17)

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die  Verschlußstange  nur  an  einem  Ende  mit  einem  Bolzen  befestigt  zu  werden,  wenn  am  anderen  Ende
der  Stange  ein  zu  ihrem  Festhalten  genügender  eiserner  Kopf  angeschmiedet  ist.

Um  den  Verschluß  gegen  jede  mögliche  Gefahr  eines  zungseebene  oder  Ausbiegens  der  Lukendeckel
zu  schützen,  sind  je  nach  Unränden  auch  mehr  als  zwei  Verschlußstangen  anzuwenden.

b.  Der  Seitenverschluß  kann  nur  Anwendung  finden,  wenn  die  Lukendeckel  von  einer  Seite
der  Lukenöffnung  bis  zur  gegenüberliegenden  reichen,  und  die  Ladeluken  also  nicht  durch  einen  Scherbaum
tn  der  Mitze  getheilt  sind.  Zu  seiner  Anlegung  sind  entweder  Hängeschlaufen  oder  Stechschlaufen
erforderlich.

Für  die  Verbindung  der  Hängeschlaufe  mit  dem  Lukendeckel  und,  falls  sie  aus  mehreren  Theilen
besteht,  für  die  Verbindung  dieser  Theile  unter  sich,  ist  der  Gebrauch  von  Charnieren  ausgeschlossen.

Stechschlaufen  müssen  eine  Stärke  von  mindestens  0#s  cm  haben.  Die  in  den  Rand  der  Lukendeckel
  eingeschnittenen  und  zur  Aufnahme  der  Stechschlaufen  bestimmten  Oeffnungen  müssen  bei  Holzdeckeln
mit  einer  auf  dem  Deckel  durch  Stifte  oder  Schrauben,  welche  auf  der  Innenseite  vernietet  sind,  befestigten
starken  Metallplatte  eingefaßt  sein.  Der  Einschnitt  der  Einfassungsplatte  muß  sowohl  hinsichtlich  der  Länge
als  der  Breite  den  Dimensionen  der  Stechschlaufe  genau  entsprechen.  An  jeder  Seite  des  Lukendeckels
muß  mindestens  eine  Schlaufe  angebracht  werden.  Unterhalb  der  Schlaufen  sind  in  den  Seitenwänden
der  Lukenrahmen  eiserne  Oesen  zu  befestigen,  über  welche  die  Schlaufe  gelegt  wird;  diese  darf  aber  nur
so  lang  sein,  daß  sie  gerade  über  die  Oese  hinübergreist  und  also  ein  Heben  des  Lukendeckels  verhindert.
Die  Seitenarme  oder  Köpfe  der  Stechschlaufen  müssen  die  zur  Einführung  der  letzteren  bestimmte  Oeffnung
der  Lukendeckel,  beziehungsweise  bei  Holzdeckeln  der  Einfassungsplatten  auf  beiden  Seiten  um  mindestens
O,  5o  em  überragen.

Durch  die  Oesen  wird  quer  vor  den  aufgesteckten  Schlaufen  eine  aus  einem  einzigen  Stück
bestehende  Eisenstange  von  angemessener  Stärke  durchgezogen  und  dieselbe  an  beiden  Enden  mit  Bleien,
zu  deren  Anbringung  die  Stange  an  zwei  Stellen  durchbohrt  ist,  entweder  an  die  letzie  Oese  oder  an  die
zunächst  anstoßende  Verschlußstange  befestigt.  Die  Verschlußstangen  sind  nur  an  einem  Ende  mit  Bleien
anzuschließen,  wenn  das  andere  Ende  in  einen  angeschmiedeten  Kopf  ausläuft,  welcher  das  Durchziehen
durch  die  Oese  verhindert.

Ketten  dürfen  als  Verschlußmittel  nirgends  gebraucht  werden.

§.  10.

Auf  allen  Schiffen  mit  festem  Deck  können  auch  oberhalb  des  Decks  Verschlußräume  mittelst  sogenannter
  Deckkleider  hergestellt  werden.

Hierbei  gelten  folgende  Bestimmungen:

In  das  Verdeck,  wenn  dieses  aus  Holz  besteht,  sind  rings  um  die  für  den  Verschlußraum  zu
benutzende  Stelle,  welche  stets  ein  Viereck  bilden  muß  und  auch  eine  oder  mehrere  Ladeluken  der  unteren
Verschlußräume  einschließen  darf,  mindestens  2  em  dicke,  7  cm  lange  und  4  em  breite  eiserne  Platten  in
Entfernungen  von  nicht  über  20  cm  von  einander  einzulassen,  in  deren  Mitte  durch  die  ganze  Platte
hindurch  das  Gewinde  einer  Schraube  mit  einem  Durchmesser  von  mindestens  1½  cm  eingeschnitten  ist.
Diese  Platten  sind  im  Verdeck  mit  geköpften  starken  Bolzen  zu  befestigen,  deren  durch  das  Deck  reichende
Enden  entweder  in  der  im  §.  6  angegebenen  Weise  im  Innern  des  Laderaums  oder  auch  bei  umgekehrter
  Anbringung  oben  auf  der  Platte  zu  größeren,  in  die  Augen  fallenden  Köpfen  zu  vernieten  sind.
In  jede  Platte  wird  eine  mit  einem  Schraubengewinde  versehene  Oese,  welche  dicht  auf  der  Platte  aufsitzen
  und  mit  ihrem  Schraubengewinde  bis  auf  die  Unterlage  der  Platte  reichen  muß,  eingeschraubt.  Die
Deckkleider  müssen  aus  ganzen,  durch  doppelte  Stepp=  und  Kappnaht  verbundenen  Bahnen  starken  Segeltuchs
  gefertigt  und  rings  am  Rande  mit  nicht  über  20  em  von  einander  entfernten,  ausgeschlagenen  und
mit  Metall  ausgebüchsten  Augen  zur  Aufnahme  der  Verschlußstangen  versehen  sein.  Der  Ueberhchlag  der
Bahnen  sowie  der  durch  Umschlag  des  Randes  zu  bildende,  für  die  Aufnahme  der  Augen  bestimmte  Saum
des  Deckkleides  muß  mindestens  5  em  breit  sein.

Ausbesserungen  an  den  Deckkleidern  sind  mit  gleichem  Stoff  und  mit  gleicher  Naht,  wie  jene  selbst
auszuführen;  ihre  Zahl  muß  eventuell  bei  jedem  einzelnen  Antrage  auf  Deckverschluß  angemeldet  werden.

Durch  die  festgeschraubten  Oesen  und  die  im  Deckkleid  befindlichen  Augen  werden  in  der  Weise,
daß  die  vorhandene  größere  Anzahl  Augen  entsprechend  zwischen  den  Oesen  zu  vertheilen  ist,  eiserne  Ver-Hüfftanen
  von  der  im  §.  9b  beschriebenen  Beschaffenheit  durchgeführt  und,  wie  dort  angegeben,
verschlossen.