Full text : Wehr-Katechismus.

Beilage  XII.  189

Ebenso  steht  dem  General=  oder  Corps-Commando  die  Entscheidung
über  Fortgewährung  der  Bezüge  in  dem  Falle  zu,  wenn  ein  Landwehr-Offizier
  wegen  eines  der  Militär-Strafgerichtsbarkeit  unterliegenden  Verbrechens
  oder  Vergehens  in  Untersuchungshaft  genommen  wird.

Im  Falle  einer  gesetzlich  mit  der  Suspension  vom  Dienste  und
von  den  Bezügen  verknüpften  Gefängnißstrafe  können  mittellosen  Landwehr-Offizieren
  dieselben  Unterhaltsbeiträge  angewiesen  werden,  wie  den  gleichen
Chargen  der  activen  Armee.

§  8.  Festsetzung  der  Garnisonsorte  und  Garnisonsgebühren
der  Landwehr-Offiziere.

Die  Landwehr-Offiziere  werden  als  an  demjenigen  Orte  in  Garnison
  stehend  angesehen,  an  welchem  das  Landwehr-Bezirks-Commando  oder
der  Truppentheil  der  activen  Armee,  bei  welchem  sie  jeweils  eingetheilt
sind  oder  zu  dessen  Uebungen  sie  beigezogen  werden,  garnisonirt.

Mit  Ausnahme  der  im  §  3  bezeichneten  Fälle,  für  welche  lediglich
eine  Reise-Entschädigung  stattfindet,  erhalten  daher  die  Landwehr-Offiziere
bei  stattfindender  Einberufung  zum  Dienste  in  die  oben  bestimmten  Garnisonsorte
  ohne  Rücksicht  darauf,  ob  sie  an  diesem  Orte  wohnen  oder  nicht,
nur  die  einfache  Gage  einschließlich  Quartiergeld,  sowie  die  etwaige  Functions=
  und  Dienstalterszulage,  auf  die  Tage  der  präsenten  Dienstpflicht  berechnet,
  wobei  in  die  Tage  der  präsenten  Dienstleistung  auch  die  wirklich
erforderlichen  Reisetage  vom  Wohnorte  zur  Garnison  und  wieder  zurück
eingerechnet  werden.

Ferner  werden  die  Kosten  der  Hin=  und  Rückreise  nach  den  Sätzen
und  Vorschriften  der  allerhöchsten  Verordnung  vom  1b.  Dezember  1857
(Verordnungs-Blatt  Nr.  22)  vergütet,  ebenfalls  jedoch  mit  Ausnahme  der
im  §  3  bezeichneten  Fälle.

Die  Liquidation  solcher  Reisekosten  erfolgt  bei  dem  treffenden  General=
  oder  Corps-Commando  (künftig  Corps-Intendantur)  nach  den  hiefür
bestehenden  allgemeinen  Bestimmungen.

§  9.  Besondere  Bestimmungen  über  die  Gebührenberechnung.


In  allen  Fällen,  in  welchen  Landwehr-Offiziere  nicht  während  eines
vollen  Monats  präsent  und  zum  Gebührenbezuge  berechtigt  sind,  wird  als
tägliche  Gebühr  der  30.  Theil  des  Monatsbetrages  der  Gage,  des  Quartiergeldes
  und  der  etwaigen  Zulagen  der  betreffenden  Charge  mit  Abrundung
auf  volle  Kreuzer  berechnet.

Dem  Grundsatze  entsprechend,  daß  die  Landwehr-Offiziere  nur  für
die  Dauer  der  wirklichen  präsenten  Dienstleistung  Gebühren  erhalten,  haben
dieselben  sowohl  im  Falle  der  Neuernennung  als  der  Beförderung  sofort
vom  Tage  der  Bekanntgabe  der  betreffenden  allerhöchsten  Ordre  Anspruch
auf  den  Bezug  der  Gebühren  der  betreffenden  Charge,  soferne  sie  zur  treffenden
  Zeit  präsent  sind.

Wenn  ein  Landwehr-Offizier,  während  er  im  präsenten  Dienste
und  in  dessen  Bezügen  steht,  mit  Tod  abgeht,  so  wird  die  Gage  und  das