Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Siebzehnter Jahrgang. 1889. (17)

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Schrauben  oder  Nägel  an  jeder  einzelnen  Diele  des  Deckbodens  und  dem  Gangbord  von  unten  nach  oben
zu  befestigen,  so  daß  keine  Stelle  des  Deckbodens  von  oben  oder  vom  Innern  des  Ruffs  aus  abgenommen
werden  kann,  ohne  sichtbare  Spuren  von  Beschädigung  zu  hinterlassen.  Auch  die  Seitenwände  des  Ruffs
oder  der  Schifferwohnung,  die  den  Laderaum  begrenzen,  müssen  nach  denselben  Vorschriften  gefertigt  sein.

§.  6.

Alle  Krampen,  Oesen,  Nägel,  Nieten,  Klammern,  Schrauben,  Bolzen  und  dergleichen  mehr,
welche  an  der  Außenseite  angebracht  werden,  sind  so  zu  befestigen,  daß  sich  ihre  Enden  innerhalb  des
Verschlußraumes  befinden  und  sie  daselbst  umgeschlagen,  vernietet,  verschraubt  u.  s.  w.  sind,  so  daß  eine
Entfernung  derselben  ohne  Verletzung  des  Baumaterials  nicht  möglich  ist.

Alle  zum  Verschluß  erforderlichen  Eisentheile,  als  Stangen,  Oesen,  Krampen,  Schlaufen  u.  s.  w.,
sind  ohne  deckenden  Anstrich  mit  Farbe,  Theer  oder  Lack  zu  lassen,  doch  ist  es  gestattet,  diese  Eisentheile
zur  Verhütung  des  Nostens  mit  einem  durchsichtigen  Firniß  zu  überziehen.

B.
Besondere  Bestimmungen.
a.  Ichisse  mit  sestem  Deck.

§.  7.

Das  Verdeck  muß  mit  dem  eigentlichen  Schiffskörper  so  verzimmert,  verbolzt,  vernietet  oder  sonst
verbunden  sein,  daß  ohne  Zerstörung  eines  Theils  des  Schiffskörpers  oder  des  Verdecks  der  Zutritt  in
den  unter  Verschluß  siehenden  Laderaum  nicht  möglich  ist.  Die  Verbindungsstücke  zwischen  Deck  und
Schiffskörper  sind  nur  im  Innern  des  Verschlußraumes  anzubringen  und  die  Verschraubungen,  Vernietungen,
  Verbolzungen  u.  s.  w.  in  der  im  §.  6  vorgeschriebenen  Weise  vorzunehmen.  Außer  den  Ladeluken
darf  das  Deck  keine  irgend  beweglichen  Theile  erhalten:  dasselbe  muß  mit  den  Seitenwänden  in  untrennbarer
  Verbindung  stehen  und  darf  nur  einen  einzigen  zusammenhängenden  Theil  bilden,  der  mit  den
innen  liegenden  Rippen,  Deckbalken  und  Querschotten  durch  Nägel,  Schrauben,  Nieten  u.  s.  w.  unbeweglich
verbunden  ist.

S.  8.

Die  Rahmen  der  zu  den  Verschlußräumen  führenden  Luken'müssen  ein  in  sich  verbundenes  Ganzes
bilden  und,  wenn  von  Holz,  in  das  Deck  eingebaut,  wenn  von  Eisen,  auf  demselben  sest  vernietet  sein.

zum  Verschluß  der  Ladeluken  dürfen  nur  abhebbare  Deckel  verwendet  werden.  Es  ist  zulässig,
eine  Luke  auch  durch  mehrere  Deckel  zu  schließen.  Sind  dieselben  aus  hölzernen  Brettern  gefertigt  und
sind  die  Breiter  nicht  schon  mit  Ouerleisten  verzargt,  so  sind  im  Innern  eiserne  Querschienen,  mit  welchen
jedes  einzelne  Brett  vernietet  ist,  in  so  großer  Zahl  anzubringen,  daß  ein  Ausbiegen  oder  Auswuchten
eines  der  Bretter  nicht  vorkommen  kann.  Eiserne  Deckel  müssen  aus  ganzen  oder  in  ihren  Theilen  unter
einander  vernieteten  starken  Platten  bestehen.  Lukendeckel,  die  nicht  in  einem  ausgeschnittenen  Falz  des
Lukenrahmens  liegen,  müssen  auf  der  Innenseite  mil  Vorstößen  dergestalt  versehen  sein,  daß  sie  mit  denselben
  genau  in  den  Lukenrahmen  hineinpassen  und  nach  keiner  Seite  verrückt  werden  können.

§.  9.
jee  Verschluß  der  Ladeluken  erfolgt  entweder  mittelst  Oberverschlusses  oder  mittelst  Seitenverschlusses.


7  a.  Der  Oberverschluß  erfordert  für  jede  Luke  mindestens  zwei  ausreichend  starke  eiserne  vierkantige
  Stangen,  die  über  die  Deckel  in  deren  Querrichtung  und  in  entsprechender  Entfernung  von  den
parallelen  Deckelrändern  zu  legen  sind.  Dieselben  sind  durch  je  zwei  in  den  sich  gegenüberliegenden
Wänden  des  Lukenrahmens  angebrachte,  von  Juncu  vernietete  oder  verbolzte  und  mit  dem  ausgeschnittenen
und  dem  QOuerdurchschnitt  der  Stange  genau  entsprechenden  Auge  über  den  Deckel  hervorragende  eiserne
Oesen,  sowie  durch  eine  auf  jedem  Deckel  in  der  Mitte  zwischen  den  Längsseiten  angebrachte  und  in  gleicher
  Weise  befestigte  eiserne  Oese  hindurchzuführen,  und  zwar  so,  daß  die  Stange  mit  ihrer  schmalen  Kante
auf  den  Deckeln  unverrückbar  festliegt.  Durch  jedes  Ende  der  Verschlußstange  wird  dicht  vor  der  Oese
ein  eiserner,  doppelt  durchlochter  Bolzen  von  angemessener  Länge  gesteckt,  so  daß  die  Löcher  zu  beiden
Seiten  der  Stange  dicht  neben  derselben  liegen.  Durch  diese  Löcher  wird  sodann  die  Verbleiungsschnur
gezogen  und  so  kurz  verknotet,  daß  der  Bolzen  in  seiner  Lage  unverrückbar  festgehalten  wird.  Es  braucht