Inhaltsverzeichnis : Verhandlungen der Zweyten Kammer der Ständeversammlung des Königreichs Bayern im Jahre 1827/28. (13)

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Der  Feind  hatte  unter  Anderen  einen  General  und  mehrere
Stabsoffiziere  verloren,  auch  einen  Stabshauptmann  und  einige
80  Mann  Gefangen  sowie  mehrere  Blessirte  in  preußischen  Händen
  gelassen.

Da  man  vom  Main  her  den  Feind  mit  verstärkten  Kräften
erwartete,  so  nahm  am  5.  Juli  das  Corps  Manteuffel  bei
Lengsfeld  und  die  Divifion  Beyer  bei  Geisa  Stellung,  während
die  Division  Göben  bei  Dermbach  und  Oechsen  stehen  blieb.
Aber  der  Feind  hatte  die  Nacht  benutzt,  sich  weit  zurückzuziehen.
Er  war  südwärts  und  nach  dem  Werrathale  gegangen.  —  Es
wurde  deshalb  nach  kurzem  Halt  der  Vormarsch  nach  Fulda  fortgesetzt,
  und  als  am  6.  Juli  die  Division  Beyer  dort  einzog,
während  die  Division  Göben  und  das  Corps  Manteuffel  nordwärts
  bis  Hünfeld  gegangen  war,  hatte  man  sich  vollständig
zwischen  das  8.  Bundescorps  und  die  nördlich  des  Mains  befindlichen
  Bayern  geschoben  und  beide  Theile  wirksam  getrennt.

Die  nordwärts  nach  Gießen  vorgeschobenen  Theile  der
Bundes-Armee  fanden  es  jetzt  übrigens  für  gut,  aus  Gießen  abzuziehen.
  Am  4.  Juli  rückte  würtembergische  Cavallerie  und
Artillerie,  badische  Infanterie,  sowie  der  Train  bei  der  Nachricht
der  Annährung  der  Prenßen  von  Marburg  her  im  Trabe  aus
der  Stadt.  Inzwischen  setzten  die  Preußen  ihren  Siegesmarsch
fort.  Die  unter  den  Befehlen  der  Generale  Göben  und  Beyer
stehenden  Corps  brachen  am  9.  Juli  in  der  Richtung.  nach
Brückenau  in  Bayern  auf.

Wenn  die  Bayern  also  glaubten,  vorläufig  Ruhe
zu  haben,  so  war  dies  ein  schwerer  Irrthum,  denn  von  da
bedrohten  die  Preußen  bereits  die  Uebergänge  der  fränkischen
Saale  bei  Kissingen  und  Hammelburg.

Gleichzeitig  sammelten  sich  aber  auch  im  Norden,  namentlich
  im  Nassauischen,  preußische  Truppen,  so  daß  also  der  Befehlshaber
  des  8.  Bundescorps  nun  befürchten  mußte,  von  zwei
Seiten  angegriffen  zu  werden.  Bei  Zorn,  im  Nassauischen,
bestand  das  30.  (Trier'sche)  Landwehr-Regiment  ein  Gefecht  gegen
  2000  Bayern,  bei  welchem  es  auf  beiden  Seiten  Todte  und