Full text : Central-Blatt für das Deutsche Reich. Achtzehnter Jahrgang. 1890. (18)

—  217  —



c)  Die  Ausfüllung  der  Spalte  12  hat  nur  in  den  unter  d  bis  f  bezeichneten  Fällen  zu  erfolgen.

d)  Ist  eine  bisher  nicht  Getreide  verarbeitende  Brennerei  seit  dem  1.  Oktober  1887  dauernd
zur  Verarbeitung  von  Getreide  ohne  Hefebereitung  übergegangen,  so  sind  nur  7/8,  ist  sie
dagegen  dauernd  zur  Hefebereitung  übergegangen,  nur  4/8  und  ist  eine  bisher  dickmaischende
Getreidebrennerei  dauernd  zur  Hefebereitung  übergegangen,  nur  4/7  ihrer  bisherigen  durchschnittlichen
  Kontingentsproduktion  der  Neubemessung  des  Kontingents  zu  Grunde  zu  legen
und  demgemäß  in  Spalte  12  in  Ansatz  zu  bringen.

e)  Hat  eine  Brennerei  seit  dem  1.  Oktober  1887  für  einen  Theil  ihres  Betriebes  dauernd
eine  der  unter  d  bezeichneten  Aenderungen  der  Betriebsart  eintreten  lassen,  so  ist  für  denjenigen
  in  Spalte  14  in  Prozenten  anzugebenden  Theil  ihres  Betriebes,  welcher  als  veränderter
  stattgefunden  hat,  eine  den  vorstehenden  Bestimmungen  entsprechend  herabgesetzte
Summe  in  Spalte  12  in  Ansatz  zu  bringen.

f)  Hat  eine  Brennerei  seit  dem  1.  Oktober  1887  vorübergehend  eine  der  unter  d  bezeichneten
Aenderungen  der  Betriebsart  eintreten  lassen,  welche  nicht  durch  besondere  Umstände,  z.  B.
Mißernte  in  einer  Fruchtart,  gerechtfertigt  erscheint,  so  ist  in  Spalte  12  nur  die  Menge  in
Ansatz  zu  bringen,  welche  sich  ergiebt,  wenn  für  diejenigen  Betriebsjahre,  in  denen  der  veränderte
  Betrieb  stattgefunden  hat,  und  für  denjenigen  in  Spalte  14  in  Prozenten  anzugebenden
  Theil  des  Betriebes,  auf  den  die  Aenderung  sich  in  jedem  einzelnen  Betriebsjahr  erstreckt
hat,  eine  den  vorstehenden  Bestimmungen  entsprechende  Herabsetzung  der  Summen  in  Spalte  8
beziehungsweise  9  oder  10  erfolgt.

8)  In  Spalte  14  ist  seitens  des  Hauptamts  für  jede  Eintragung,  welche  nach  Maßgabe  der
Vorschriften  unter  b  bis  f  gemacht  worden,  vorbehaltlich  sonstiger  der  Nachweisung  beizufügender
  Beläge,  ein  die  Eintragung  näher  begründender  beziehungsweise  eine  Prüfung  der
Ziffern  ermöglichender  Vermerk  zu  machen.

§.  3.

Die  von  den  Hauptämtern  eingereichten  Nachweisungen  beziehungsweise  die  darin  gestellten
Anträge  unterliegen  der  Prüfung  und  Entscheidung  durch  die  Direktivbehörde.

§.  4.

Die  Entscheidung,  wonach  für  eine  Brennerei  den  Bestimmungen  des  §.  2  unter  d  bis  f  gemäß
ein  geringeres  als  das  bisherige  Kontingent  in  Rechnung  zu  stellen  ist,  ist  mit  einem  der  Vorschrift
des  Absatz  2  entsprechenden  Hinweise  dem  Brennereibesitzer  oder  dessen  Vertreter  gegen  Zustellungsurkunde
  zu  eröffnen.

Gegen  diese  Entscheidung  der  Direktivbehörde  ist  die  schriftliche  Beschwerde  an  die  oberste  Landesfinanzbehörde
  zulässig.  Die  Beschwerde  darf  nur  dann  berücksichtigt  werden,  wenn  sie  binnen  14  Tagen
von  der  Zustellung  der  vorerwähnten  Entscheidung  an,  den  Tag  der  Zustellung  nicht  mitgerechnet,  bei
der  Direktivbehörde,  in  deren  Bezirk  die  Brennerei  liegt,  eingegangen  ist.

Die  Direktivbehörde  hat  bei  Weiterreichung  der  Beschwerde  die  über  die  Behändigung  der  angefochtenen
  Entscheidung  aufgenommene  Zustellungsurkunde  beizufügen.

Die  Entscheidung  der  obersten  Landesfinanzbehörde  ist  eine  endgültige.

§.  5.
Nach  Prüfung  der  Nachweisungen  zu  §.  1  haben  die  Direktivbehörden  bis  zum  1.  April
1891  der  obersten  Landesfinanzbehörde  eine  Nachweisung  nach  dem  Muster  der  Anlage  2  einzureichen.
In  diese  Nachweisung  sind  alle  in  den  Nachweisungen  zu  §.  1  enthaltenen  Brennereien  mit
Ausnahme
a)  derjenigen  Brennereien,  über  deren  Beschwerde  wegen  Ansetzung  eines  geringeren  als  ihres
bisherigen  Kontingents  (§.  2  unter  d  bis  f)  noch  nicht  endgültig  entschieden  worden  ist  (§.  4),
b)  der  bisher  am  Kontingent  noch  nicht  betheiligten  Brennereien,  welche  die  Zuweisung  eines
Kontingents  rechtzeitig  beansprucht  haben,  sowie  der  bereits  am  Kontingent  betheiligten
Brennereien,  welche  den  Anspruch,  ihren  Betrieb  in  der  abgelaufenen  Kontingentsperiode  als
einen  unregelmäßigen  zu  erachten,  rechtzeitig  erhoben  haben,  insoweit  diese  Ansprüche  nicht  etwa
bereits  endgültig  zurückgewiesen  worden  sind  (§§.  8  und  9),

38*