Full text : Realienbuch Nr. 3 (3)

II  Erdkunde.  49

wichtigen  Straßenknotenpunkte  liegt  in  einem  breiten  Talbecken  die  Landeshauptstadt
Innsbruck  (47;  Universität;  Andreas  hofer).  In  Süd-Tirol  vereinigt  sich  die  Straße,  die
aus  dem  oberen  Etschtale  kommt,  mit  der  Brennerstraße.  hier  liegt  die  wichtige  handelsstadt
  Bozen  (14).  Da  das  Etschtal  ein  sehr  mildes  Klima  besitzt  (weshalb?),  gedeihen
auf  dem  fruchtbaren  Boden  Wein,  Obst  und  Maulbeerbaum  (Seidenraupenzucht).
Während  des  Winters  werden  Bozen  und  besonders  das  westlicher  gelegene  Meran
von  zahlreichen  Erholungsbedürftigen  aufgesucht.

2.  Jalzburg  umfaßt  das  Gebirgsland  zu  beiden  Seiten  der  oberen  Salzach,  hier
wird  wie  in  Tirol  Diehzucht  betrieben  und  wie  in  dem  benachbarten  Jalzkammergut
(Oberösterreich)  Jalz  gewonnen.  Zuch  durch  den  lebhaften  Fremdenverkehr  finden  viele
Bewohner  ihren  Erwerb.  Die  hauptstadt  des  Landes  ist  das  herrlich  gelegene  Salzburg
  (36).

5.  Steiermark  liegt  im  äußersten  Osten  der  lpen.  Es  besitzt  weite  Talbecken,
so  daß  Ackerbau  in  ausgedehntem  Maße  getrieben  werden  kann.  Da  das  Land  reich
an  Eisenerzen  ist,  blüht  an  vielen  Orten  die  Industrie.  Die  hauptstadt  ist  Graz
(152;  Universität,  Technische  hochschule).

A.  In  Kärnten,  das  sich  zu  beiden  Seiten  der  oberen  Drau  ausdehnt,  gewinnt
man  besonders  Blei=  und  Eisenerze.  Die  hauptstadt  ist  Klagenfurt  (20).

5.  Krain  ist  nur  in  seinem  nördlichen  Teile  Alpenland;  der  Südwesten  gehört
dem  GEebiete  des  Karstes  an.  Unweit  der  hauptstadt  Laibach  (30)  befindet  sich
eins  der  reichsten  Quecksilberbergwerke  der  Erde.  —  eiter  südlich  liegt  das

6.  Küstenland.  Seine  hauptstadt  Triest  (190)  ist  die  einzige  Seehandelsstadt
Osterreichs  (Endpunkt  wichtiger  Eisenbahnen).  Fast  an  der  Spitze  der  halbinsel  Istrien
ist  der  Kriegshafen  Dola  (48)  angelegt  worden.

7.  Dalmatien  nimmt  den  Teil  der  Dinarischen  Alpen  ein,  der  steil  zum  Adria—
tischen  Meere  abfällt.  Da  Landbau  und  Diehzucht  nur  geringen  Ertrag  gewähren,
suchen  die  Bewohner  meist  als  Schiffer  und  Lischer  auf  dem  Meere  Beschäftigung.

Ostlich  von  den  Dinarischen  Alpen  liegen  (schon  auf  der  Balkanhalbinsel  S.  53)

8.  Bosnien  und  die  Herzegowina.  Sie  sind  ganz  von  Gebirgen  durchzogen.  In  den
Eichen=  und  Buchenwäldern,  die  sich  dort  finden,  werden  große  Schweineherden  gemästet.  Der
Boden  ist  reich  an  Braunkohlen  und  Eisenerzen.  In  den  fruchtbaren  HFlußtälern  baut  man
Mais,  Weizen  und  Tabak  an.  —  Die  Länder  sind  dem  Namen  nach  in  türkischem  Besitz,  werden
aber  von  Csterreich  verwaltet.

9.  Gberösterreich  nimmt  den  höher  gelegenen  Westen  des  Esterreichischen  Alpenvorlandes
  ein.  Der  hauptort  Linz  (77)  liegt  an  der  wichtigen  Donaustraße,  von  der  bei
der  Stadt  Wege  nach  Böhmen  und  in  die  Alpen  abzweigen.  Es  ist  daher  ein  bedeutender
Dandelsmittelpunkt  geworden.  ndernteils  verdankt  Linz  sein  Zufblühen  aber  auch
dem  Reichtume  des  benachbarten  GEebirgslandes  an  Salz,  Eisenerzen  und  Kohlen.

10.  Niederöfterreich  erstreckt  sich  von  der  Enns  bis  an  die  Mündung  der
March.  Dort  trifft  die  von  Westen  nach  Osten  führende  Donaustraße  mit  den  beiden
Wegen  zusammen,  die  vom  Kdriatischen  Meere  aus  nordwärts  ziehen:  der  eine  über
den  Semmering,  der  andre  um  den  Ostrand  der  Alpen  durch  die  Ungarische  Tiefebene.  Beide
setzen  sich  in  die  Straße  fort,  die  über  die  Donau  hinweg  nach  Deutschland  führt.  An  der
Kreuzung  dieser  wichtigen  Derkehrsstraßen  ist  Wien  (1,0  Mill.),  die  hauptstadt  Esterreichs,
der  größte  handelsplatz  des  Landes  geworden.  Zuch  seine  Industrie  ist  mannigfaltig
und  bedeutend;  insbesondere  sind  die  Wiener  Modewaren  und  feinen  Gebrauchsgegen-Franke-Schmeil,

  Realienbuch.  Ausg.  A.  II.  Erdkunde.  2.  Aufl.  4