670 Miülitäit-Krankenwärter.
1) Es solle die Hälfte der früher etatsmässigen Wärter beibehalten
werden, da die militärischen Krankenwärter im Anfang ungeübt, höchstens
als Hülfswärter zu betrachten seien, der Unterweisung durch andere ausgebildete
Wärter bedürften, von den Militärärzten theoretisch unterrichtet
werden müssten und die Etatszahl der Wärter überhaupt in Preussen
Russerst gering sei (auf 20—25 Kranke 1 Wärter); un
2) Sollten die Wärter nur aus der Linie entnommen werden, da die
Moralität dieser Leute bekannt, ein Ersatz für etwa ungeeignete Individuen
leicht sei, und dieselben in dem Etat der Truppen verbleiben.
Das Militär-Oekonomie-Departement') entschied sich für Beibehalt
der bisherigen Einrichtungen, hielt die vorgeschlagene dreijährige Dienstzeit
für praktisch unausführbar, bestimmte die Art des Ersatzes für etwaige
Ausfälle (sofortiges Einstellen vorhandener Freiwilliger aus der Linie oder
Ersatz beim nächsten Einstellungs-Termine), erklärte die Ausführung des
Vorschlages des Chefs ad i aus ökonomischen Rücksichten für nicht zulässig,
zumal es dem Ermessen der Intendanturen unter dem 12. Oktober 1852
anheimgegeben sei, in welchem Masse die Entlassung der Civilwärter eintreten
kann, glaubte, dass allerdings aus dem stehenden Heere die besten
Wärter zu erhalten sein werden, wenn die Truppen, durch die Militär-Aerzte
dazu bewogen, sich für das Institut erst interessiren, und erklärt,
die Entnahme der Wärter aus dem Truppenetat schwäche den Dienststand
der Armee.
Ein analoger Bescheid erging an das General-Kommando des 1. Armee-Korps
am 6. Juni 1854 auf mehrere Vorschläge der Intendantur und mehrerer
Lazareth-Kommissionen.
Die oft nachgesuchte Vermehrung der Zahl der Militär- Krankenwärter
ist ganz neuerdings in der Art erfolgt, dass dieselbe von 20 auf
26 für jedes Armee-Korps erhöht ist und lautet der bezügliche Erlass ?),
wie folgt:
„Seine Majestät der König haben mittelst Allerhöchster Kabinets-Ordre vom
2. Februar 1 die in der Allerhöchsten Kabinsts-Ordre vom 24. April 1952 zu 6 fostgesetzte
Anzahl der Behufs Ausbildung als Militär Krankonwärter jedem Armee-Korps
jährlich zusutheilenden Mannschaften von 20 auf 20 Mann zu erhöhen geruht. — Der
sonach erhöhte Bedarf an Krankenwärtern ist im "Sinne des diesseitigen Erlasses vom
9. Juli 1852 (Nr. 109/7 1852) vorzugsweise durch Leute des Dienststandes der Infanterie-
"Regimenter von zurückgelegter mindestens einjähriger Dienstzeit, welche sich zum
Uebertritt zu den Lazarethen als Krankenwärter freiwillig melden, ru decken, da sich
herausgestellt hat, dass im Allgemeinen diese Kategorie von Mannschaften für den
Dienst als Krankenwärter sich mehr eignet, wie speciell als Krankenwärter ausgehobene
Ersatzpfichtige. Um jedoch für das Ersatzjahr 1863 und 1864 jede eventuelle
Verlegenheit zu beseitigen, sind der dortseitigen Ersatzbedarfs-Nachweisung 6 Mann
als Krankenwärter zugesetzt worden. Ob solche zum Theil oder in voller Zahl wirklich
eassuheben sind, bleibt davon abhlingig, wie viel Leute aus dem Dierststande zu den
Lazarethen als Krankenwärter überzutreten sich bereit erklären. — Dem Königlichen
General-Kommando stellt das Kriegs-Ministerium hienach das Weitere ergebenst anheim“.
Im 1. Armee-Korps war bisher das Militär-Krankenwärter-Personal
derart vertheilt, dass sich im Lazaretlı zu Danzig 8, zu Königsberg 6, zu
Thorn und Graudenz je 3 derselben befanden; von jetzt ab werden in
Danzig i1, in Königsberg 7, in Thorn und Graudenz je 4 Militär-Krankenwärter
sein.
') Erlass an das General, Kommando des 6. Armee-Korps und den General-Stabsarzt der
Armee vum 20. November 1
2) Erlass d . Kriegs -Minist. v1. Juni 1868.