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In Württemberg waren entsprechend dem kleineren Staatshaushalt
die Überschüsse zwar kleiner, aber doch nicht unbedeutend.
Sie begannen gleichfalls mit dem Jahre 1895, erreichten 1898 den
Höhepunkt und wurden mit dem ersten Jahre des neuen Jahrhunderts
von einer Defizitperiode abgelöst!). Einen Anhalt für die
Beurteilung der Ergebnisse der Finanzwirtschaft in Württemberg
bietet auch der Vermögensstand der Restverwaltung.
Er betrug:
in Millionen Mk. in Millionen Mk.
1890 24,2 1895 14,0
1891 16,9 1896 17,5
1892 17,3 1897 18, 1
1893 10,7 1898 26,4
1894 10,4 1899 17,4
Die Bewegung dieser Ziffern entspricht genau der allgemeinen
wirtschaftlichen Entwicklung in den neunziger Jahren und der
entsprechenden Einnahmegestaltung in den meisten deutschen
Landeshaushalten.
Noch günstiger war die Finanzlage in Baden. Nicht nur
die Jahre der Hochkonjunktur weisen dort Überschüsse auf, sondern
diese hielten auch in der Zeit wirtschaftlichen Niedergangs noch
an. Gleichzeitig wuchsen die Erträge der sogenannten ausgeschiedenen
Verwaltungszweige — Eisenbahnen und Bodenseedampfschiffahrt
— ähnlich schnell und nachhaltig wie die preußischen
Eisenbahnüberschüsse.
Wie die Finanzlage Württembergs aus dem Stande der Restverwaltung,
so erhellt die Badens aus der Bewegung des Betriebsfonds
der allgemeinen Staatsverwaltung, da dieser zur Aufnahme
der Überschüsse der Vorjahre wie zur Deckung der Fehlbeträge
dient. In der ersten Hälfte des neunten Jahrzehnts sank er von
27,5 Millionen im Jahre 1891 auf 14,5 Millionen Mk. im Jahre
1895 und betrug am Jahresschluß
in Millionen Mk.
1896 16,9 1898 19,5
1897 16,5 1899 21,7
Nicht ganz so günstig wie in den übrigen deutschen Königreichen
war zu dieser Zeit die Finanzlage in Sachsen. In der
Finanzperiode 1896/97 zeigte der Etat infolge der Reinüberweisungen
noch ein verhältnismäßig befriedigendes Bild. Der Anteil an den
Überweisungssteuern überstieg die Matrikularbeiträge für Sachsen
!) Vergl. Tabelle im Anbang S. 527.