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volles wor-, dasz auch die männer ihre weiber bei
solchen nahmen zu rufen pflegen Amaranthes
Frauenz.-Lerx. 1193; dieser Gebrauch ist geblieben. Die
deutsche Entsrrechung ist memme (s. d.). — Mamsell, f.
volksmäßige Umsormung des franz. mademoiselle, als
titelhafte Bezeichnung bürgerlicher Jungfrauen seit
1. Ib., jeßt veraltet: dazz die mamsell auf dem ball
war Wagner Kindermörd. 2; mamsell Millerin, Sie
haben einen falschen verdachr Schiller Kab. 3, 6;
mit dem fremden Plur. mamsells: dasz ich den mamsells
einen spasz machen wollte Goetbe DuW. 10;
geblieben als Bezeichnung böber stebender Dienerinnen,
laden-, schneider-, wirtschaftsmamsell; hofmeister und
mamsel! Lenz Homeister 2, 1: in der molkerei wird
dich die mamsell vertreren Freptag Handichr. 1, 51.
Man, unbestimmtes Fürwort der 3. Person, aus dem
Subst. mann im Sinne von irgend ein Mensch bervorgegangen,
noch nicht im Gotb., wohl aber in den
späteren deutschen Dialecten vorhanden; nur im Nom.
des Singulars gebräuchlich; für eine unbestrimmte Mehrheit,
Menschen, Leute: man spricht in der stadt so;
man beneidet gern die reichen; man sol sich gerne
erbarmen über die edeln armen Freidank 10, 15;
man zankt noch immer fort und fort PGerhard 15;
da sicht man kein auge thränenleer Schiller Bürgschaft;
auch mit schärferer Hervorbebung irgend eines
Mamsell — manch.
Einzelnen, = einer, jemand: rergist, die man an
kräuntern izt oder an swämmen Megenberg 334, 1;
welch eine figur! man könnte nichts zierlichers drechseln:
Wieland Amad. 9, 26; einen Einzelnen bezeichnend,
der nur seiner Erscheinung und seinem Wesen
nach nicht näher bekannt ist, besonders in Formeln man
kommt, man naht; jeit klopft man H Sachs 3, 2, 1474;
man pocht. sieh wer es ist Schiller Wallenst. Tod
1, 1; — in seiner Unbestimmtheit ein bestimmtes Subj.
mit einschließend, so ein ich. das nur von der Allgemeinheit
nicht völlig losgelsst werden soll, in Wendungen
der gewöhnlichen Spr.: man hilft sich, wie
man kann; die flügel . die kann man ja binden oder
Sstutzen Schiller Pegas. im Joche; mehr respekt, wenn
man bitten darf Kab. 1, 2; ein wir: man hatte sich
(in Carlsbad) so oft gesehen .. es war als bütte man
viele jahre mit einander gelebr Goethe Tagh. 1908;
ein persönliches Fürworr der 3. Person im Smg. oder
Plur. verhüllend: das also wars, warum man (Luise)
sich so beharrlich der flucht widersetzte! Schiller
Kab. 1, 2; man (die Marquise) empiieng ihn mit einem
gesicht, worauf schadenfreude und centrüslung sich
mahlten Schrift. 3, 56°; man (zwei Damen) rauschte
am mir vorüber 1, 319; man (das Gericht)] wird dich
peinlich verhören Fiesko 2,7; für ein Fürwort der
2. Person, in der Anrede, namentlich in strafender oder
hochmütiger: man schweigel!; man entiferne sich!; was
will man von mir? Schiller Parasit 1,7; er (der
Pfaff) sprach: so ist man rechr gesinnt Goethe Faust I.
Manch, einer und der andere unter Vielen; gemeingerm.,
nur altnord fehlendes Wort, goth. manags,
altengl. manig, monig, alts. maneg. abd. manac. mdd.
manec, manc viel, in Urverwandtschaft zu dem gleichked.
alrslav. mnogö, roln. mnogi, serb. mlogi. auch mit
griecb. ménos Kraft, Stärke zusammengestellt, unter der
Annahme, daß sich daraus der Begriff der Vielheit entwickelt
babe; die heurige Form des Wortes gegenüber
der älteren (noch jetzt in manniglach. faltig. s. d.),
beruht auf den im Mitteldeutschen und im Mirrelniederdeutichen
üblichen, auch bis ins Oberdeutsche reichenden
manich, mannich, menich, manch, von welchen Lurher
die letztere ausschließlich braucht. Bed. gegenüber dem
zusammenfassenden vicl eine vereinzelnde; daber namentlich
der häufige singulare Gebrauch, jubstantivisch als
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ist; manches ist miszlungen, manches ist wohl gerathen
Hebel 2, 6: manchen hält man fett, er ist nur geschwollen
Goethbe zahme Tenien 1: manches, auf unbestimmter
hingestellte Personen bezegen (vgl. äbnlichen
Gebrauch von alles, eins, jedes): die götter lassen
manches in kummer, leiden. marter und gefenknus
kommen B. d. Liebe 2178; verstärkt als gar. wie. so
mancher; wie mancher stürzet seine seel P Gerhard
260; adjectivisch, unmittelbar vor dem Subst., auch
vor Zablwörtern, in der gewöhnlichen Flexion des
starken Adjectirs: mancher mann, manches hundert
thaler; wie manches leid. wie manche noti P Gerhard
218; die unslectierte Form des Nominarirs und Acc.
dabei nur im Neutrum bäufiger: es kostete manch
thränchen; manch ries papier wird voll geschrieben
Gellert Fab. 1, 18; seltener im Masc.: manch ritter
ist ein bösewicht Bürger Ritter u. sein Liebchen; in
neuerer Spr. gar nicht im Fem.; — dem manch folgt
ein weiteres Adj. in schwacher Form, wenn jenes selbst
flectiert sieht: mancher tapfre held, manches schöne
kind; du hast mein herz erhöhet aus mancher tiefen
not PGerhard 190; solches Adj. in subsiantiver
Stellung: mancher reiche ist doch arm; er hat manches
mancherlei.
bitrere erdulden müssen; die ältere Srr. bat hier auch
starke Form: mancher schöner tag Güntber 591; wio
mancher freier mann Möser Phant. 1, 167; mancher
reicher lacht Frisch; das Adj. in starker Form, wenn
manch selbst nicht flectiert ist, was im Nom. Sing.
Statt hat (vgl. oben): manch harter sturm P Gerbard
254; manch blaues wölkchen Hölty 12; auch im Fem.:
manch knotigte perucke 10; in nicht sorgfältiger Rede
wird manch auch in anderen Casus unflectiert gesetzt:
manch armem manne. manch armer frau würde mit
diesem gelde geholfen (statt manchem armen . mancher
armen); beide Adjectire im Nom. des Neutrums
unflecriert, in neuerer Srr. nur dichterisch: manch dlutig
tretken Schiller Picc. 2, 7; so ist manch heilig recht
zu retten Uhland 83; — der plurale Gebrauch von
manch eingeschränkter, aber mit demselben Begriffe der
Vereinzelung, und in denselben Fügungen: manche
werden jammern; so manche wollen nicht hören; adjectivisch:
manche menschen wollen nicht sehen; wobei
ein folgendes weiteres Adj. in starker oder schwacher
Form steht: manche gure leute oder manche guten
lente; sie waren mancher ergiebiger (oder ergiebigen)
hilflsquellen sicher: im besitz so mancher majestätischen
kleider Goethe W. Meister 1, 15; in sukstantivem Gebrauche:
manche kluge (oder klugen) lieszen sich bethören;
ich schliesze nicht. wie manche spröden
schlicszen Wieland Idr. 4, 59; auch im Plur. bisweilen
unflecriertes manch: manch bunte blumen sind
an dem strand Goethe Erlkönig; — in Verbindung
mit ein, in älteren oberd. Ouellen: er hielt ein manches
Elas bis oben angefüllet Drollinger 66; und gelegentlich
auch in neueren: ein mancher blieb haften Scheffel
Ekkeb. 13; anders manch ein, wobei manch in allen
Fällen unverändert bleibt: manch einer fiel, manch
eines gesundheit gieng verloren, u. a.; — so manch
correlativ: so manche stad. so manche götter hastu
Juda Jer. 11, 13. — In Zusammenrückungen: mancherlei,
ron unterschiedener Art und Beschaffenbeit, vgl. lei;
unflectiert vor oder hinter Subst. im Sing. oder Plur.
gesiellt: mancherlei gewicht und mas Sxr. Sal. 20, 10;
in mancherlei anfechtungen 1. Petr. 1, 6; farben mancherlei
Arndt 203; prädicativ: weisz ich, wie mancherlei
zeine wege sind? Goethe 56, 212; zwischen Arritel
und Subst.: die mancherlei folterschrauben der sinnreichen
holle Schiller Fiesko 5, 13; als Subst., mit
Teilungsgenitw: (Stadt) da mancherlei volks innen
wonet 2. Macc. 12, 13; der meinungen verhasztes manmancher,
manche, manches: mancher karget und sparer « .
Sir. 11, 15; wanche gilt für tugendhaft, die es nichtcherlei fürnimpst Sir. 11, 10; er fraget ju mancherlei
cherlei Schiller 6, 153; ohne solchen: wo du dir man-