Volltext : Spittler’s sämmtliche Werke. Vierzehnter Band. (14)

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Seit  den  Zeiten  von  Lerma  und  Olivarez  batte  kein
Minister  seine  Gewalt  so  boch  getrieben,  als  die  Prinzessin
und  Orry;  sie  warteten  nur  noch  den  geschickten  Augenblick
ab,  um  auch  Rivas,  den  sse  unterdeß  bloß  als  Sekretär
brauchten,  zu  entfernen,  wie  sie  den  Kardinal  Porkocarrero,
und  Alle,  die  an  Karls  II.  Testament  Theil  gebabt,  zu  entfernen
  gewußt  batten.  Um  nie  auch  mebr  gendrbigt  zu  seyn,
irgend  einem  Manne  so  viel  anzuvertrauen,  alo  Rivas  hatte,
so  nahm  man  ihm  bei  seiner  Stelle,  die,  Kommerz  und  Finanzen
  ausgenommen,  alle  Departements  umfaßte,  die  auswärtigen
  Angelegenheiren  und  das  Kriegs-Departement;  das.
war  denn  das  Vorspiel  seiner  voͤlligen  Entlassung.

Der  franzbsische  Ambassadeur,  Kardinal  Detrécs,  der
mit  der  Pinzessin  immer  in  Streit  seyn  mußte  und  immer
verlor,  verlangte  bald  seine  Zurückrufung,  und  Louville,  der
bis  auf  Philipps  Rückkunft  aus  Iralien  der  Fübrer  des  Koͤ-nigs,
  sein  einziger  Herzensvertrauter  und  der  Ausspender  aller
Gnade  war,  Louville  wurde  unverlangt  zugleich  abgerufen;
der  Abt  Detrécs  blieb  mit  dem  Charakrer  eines  Ambassadeurs.
Zugleich  wurden  alle  übrigen  Franzosen,  die  um  den  Koͤnig
waren,  hinweggerufen,  nur  vier  oder  fünf  unbedeurende  Männer
  ausgenommen,  die  sich  auch  bei  Zeiten  der  Prinzessin
ganz  unterworfen  hatten.  So  regierte  denn  fast  unumschränkt
die  Prinzessin;  sie  war.  in  Madrid  gesichert  und  war  in  Versailles
  gesichert,  bis  solgender  Zufall  kam.

Man  mußte  gegen  die  Oesterreicher  eine  Armee  auf  die
portugiesischen  Grenzen  schicken;  ein  französischer  General
war  also  nothwendig,  um  theils  die  französischen,  theils  vielleicht
  auch  die  spanischen  Truppen  zu  kommandiren;  der
Herzog  von  Berwick  schien  der  Prinzessin  der  geschickteste.
  Sie  konnte,  indem  sic  zu  Versailles  um  ihn  bat,  ihrer
alten  Freundin  und  Gönnerin,  der  Gemahlin  Jakobs  II.,  ein