Nr. 178. 1918. 1408.
7. Grundsätze der Schulzucht, möglichst im Anschluß an bestimmte Vorkommnisee.
8. Gesundheitspflege der Schüler. Jugendpflege. Anleitung zur Betätigung
2 der körperlichen Ausbildung der Schüler. Heimatkunde und Heimatutz.
9. Anleitung zur Führung des Amtes als Klassenleiter. Das Verhältnis der
Schule zum Elternhaus. ·
10. Besprechung wichtiger literarischer Erscheinungen auf dem Gebiet der Erziehung
und des Unterrichts. Berichte über Lektüre bedeutender pädagogischer
oder anderer für die Gestaltung des Unterrichts wichtiger wissenschaftlicher
Werke.
Nr. 1, 2 und 3 sind vorwiegend im ersten Jahre, Nr. 4, 6 und 9 im zweiten Jahre,
Nr. 5, 7, 8 und 10 in beiden Jahren zu behandeln. Es ist den Kandidaten zur Pflicht
zu machen, daß sie während ihrer ganzen Vorbereitungszeit im Zusammenhang mit
ihrem Unterricht ihre wissenschaftliche Ausbildung vertiefen. Der Direktor hat sich
davon zu überzeugen, daß dies geschieht.
Nach der Bestimmung des Vorsitzenden haben die Kandidaten über einzelne Gegenstände
aus den im vorstehenden bezeichneten Gebieten mündliche Vorträge zu halten.
Die Fragen sind möglichst so zu behandeln, daß fruchtbare Gesichtspunkte für die anschließende
Erörterung gewonnen werden. Auf Gewöhnung an freies Sprechen ist besonderes
Gewicht zu legen. «
Über die Sitzungen sind durch die Kandidaten abwechselnd Niederschriften auszuarbeiten,
die der Vorsitzende nach Feststellung zu vollziehen hat. Im zweiten Juhre
sind die Kandidaten zur sofortigen Niederschrift während der Sitzung anzuleiten.
Von Zeit zu Zeit sind den Kandidaten aus den genannten. Gebieten Aufgaben
zur schriftlichen Vearbeitung zu stellen, etwa eine in jedem Halbjahr. Die Arbeiten
sind von dem Direktor oder einem der beauftragten Lehrer durchzusehen und nach
Inhalt und Ausdrucksfähigkeit zu beurteilen.
6.
Im ersten Vorbereitungsjahr sind die Kandidaten vornehmlich von den
Fachlehrern ihrer Hauptfächer zur Unterrichtserteilung anzuleiten. Die Fachlehrer
machen sie mit den methodischen und ditartischen Hilfsmitteln für den
unterricht ihrer Fächer bekannt. Sie lassen die Kandidaten ihrem Unterrichte beiwohnen
und möglichst bald einzelne Lehrstunden in ihrer Gegenwart erteilen und besprechen
nachher mit ihnen das Ergebnis der Stunden. Wichtig ist, daß bei den Kandidaten
von Anfang an Verständnis und Teilnahme für die einzelnen Schüler, besonders
auch die schwächeren, geweckt wird.
Bei wachsender Sicherheit wird den Kandidaten zusammenhängender Unterricht
überlassen, doch behält der Lehrer die Verantwortung für den Erfolg des Unterrichts.
Auf Anordnung der beauftragten Fachlehrer haben die Kandidaten die schriftlichen
Ubungsarbeiten der Schüler durchzusehen und die Vorkorrektur der regelmäßigen