Full text : Das Königreich Württemberg. Zweiter Band_1. (2)

840  Das  Volk.

hinterlassen,  die  stockenden  Verhandlungen  mit  den  Nachbarstaaten  über
verschiedene,  zur  Fortsetzung  bereits  begonnener  Linien  nöthige  Bahnan—
schlüsse  wieder  in  Gang  zu  setzen  und  zu  Ende  zu  führen.  Dieser  Aufgabe
entsprach  es,  daß  im  Herbst  1864  das  bis  dahin  (mit  Ausnahme  der
Jahre  1839  —  44  und  einer  spätern  kurzen  Unterbrechung  im  Jahr
1850)  unter  dem  Finanzministerium  stehende  Eisenbahnwesen  mit  dem
Departement  der  auswärtigen  Angelegenheiten  vereinigt  wurde.

Dem  kräftigen  Impulse,  der  nunmehr  den  Verhandlungen  gegeben
wurde,  gelang  es,  nachdem  zuvor  schon  durch  den  Staatsvertrag  mit
Baden  und  Hessen  vom  31.  März  1864  eine  Vereinbarung  über  Herstellung
  zweier  Anschlüsse  an  die  badische  Odenwaldbahn  —  anstatt  der
früher  geplanten  einen  bei  Neckarelz  —,  nemlich  von  Jagstfeld  über
Wimpfen  nach  Meckesheim  und  durch  das  untere  Jagstthal  nach  Osterburken
  erzielt  worden  war,  durch  die  Staatsverträge  vom  18.  Februar
1865  mit  Baden,  und  vom  3.  März  1865  mit  Preußen,  im  Süden  und
Westen  des  Landes  alle  Hindernisse  zu  beseitigen,  die  dem  Ausbau  der

durch  das  Gesetz  von  1858  vorgezeichneten  Linien  im  Wege  standen.

Durch  den  letzterwähnten  Staatsvertrag  mit  Preußen  wurde  das  hobenzollerische
  Gebiet  dem  württembergischen  Bahnbau  nach  allen  irgend  in  Betracht  kommenden
Richtungen  eröffnet,  freilich  nicht  ohne  daß  zugleich  die  Herstellung  einer  dieses  langgestreckte
  Gebiet  durchziehenden,  nur  theilweise  durch  württembergische  Verkehrsinteressen
gebotenen  Linie  von  der  Oberneckarbahn  über  Hechingen  und  Sigmaringen  nach  Ober
schwaben  (Scheer  und  Mengen),  mit  dem  für  die  Anordnung  des  württembergischen
Bahnnnetzes  ungünstigen  Anschlußpunkt  in  Tübingen,  auf  ausschließliche  Kosten  Württem.
bergs  übernommen  wurde.  Durch  den  genannten  Staatsvertrag  mit  Baden  war  neten
dem  von  Württemberg  angestrebten  Anschluß  der  württembergischen  Oberneckarbabn  an
die  badische  Seekreis=  und  Schwarzwaldbahn  von  Tuttlingen  nach  Immendingen,  durch
welchen  ein  direkter  Schienenweg  nach  der  Mittelschweiz  gewonnen  wurde,  ein  zweiter
von  Rottweil  nach  Villingen  vereinbart  worden.  Durch  das  umfassende  Eisenb  abndanugesetz
  vom  13.  August  1865  wurde  zunächst  der  Ausbau  des  noch  übrigen  Tbeils  der
Bahnlinien  des  Gesetzes  von  1858,  nemlich  der  Strecken  Heilbronn-Jagstseld  mit  der
Fortsetzung  nach  Osterburken,  Hall-Crailsheim,  Goldsböfe-Crailsheim,  die  Nortse#n  ung
der  Oberneckarbahn  von  Eyach-(Mühlen)  über  Rottweil  einerseits  nach  Immendinzen
andererseits  nach  Villingen  beschlossen,  und  von  diesen  Linien  in  der  Zeit  von  18.•
bis  1871

am  11.  Sept.  1866  Heilbronn-Jagstfeld  (12,30  kw)  Ing.  Abel,

„  15.  Nov.  „  Goldshöfe-Crailsheim  (30,45  „)  „  Morlok,

„  1.  Dez.  „  Gyach-Horb.  (  7,96  „)  „  Gaab,
„  8.  Okt.  1867  Horb-Thalbausen  (36,61  „)  „  Gaab,
„  10.  Dez.  „  Hall-Crailshem  (34,11  „))  „  Abel,

„  23.  Juli  1868  Thalhausen-Rottweil  (6,47  „  „  Gaakd,

„  15.  Juli  1869  Rottweil-Tuttlingen  (27,75  „)  „  Gaab,

„  26.  Ang.  „  Rottweil-Villingen  (126,78  „)  „  (aakb,

„  27.  Sept.  „  Jagstfeld-Osterburken.  (38,01  „)  „  Abel  u.  Moriek.

„  26.  Juli  1870  Tuttlingen-Immending.  (10,10  „)  „  Gaab,  Schlierde
dem  Betrieb  übergeben.