Full text : Die Hausgesetze der regierenden Deutschen Fürstenhäuser. Zweiter Band: Hessen, Lippe, Mecklenburg, Reuß, Oldenburg. (2)

1.  Wir  wollen  nämlich  zuvörderst  hiemit  bei  Königlichen  und  Fürstlichen
Worten  versichert  haben,  es  mit  einander  aufrichtig  zu  meinen,  Unserer  beiderseits
  Häuser  Wohlfahrt  und  Interesse  einmüthig  vor  Augen  zu  haben,  und  so  viel
an  jedem,  treulich  zu  befördern,  widrige  Begebnisse  mit  gesammter  Hand  abzuwenden,
  auch  diese  Unsere  Zusammensetzung  in  Kraft  eines  ewigen  Bündnisses,
auf  Beiderseits  Nachkommen  an  Cron,  Chur  und  Landesregierung,  welche  nicht
weniger  als  Wir  selbst  hiedurch  verbunden  sein  sollen,  fortzupflanzen.

2.  Hiedurch  erneuern  Wir  also  in  bester  Form  die  unter  Unseren  in  Gott
ruhenden  Vorfahren  an  beiderseits  Regierungen,  respective  in  den  Jahren  1442,
1693,  1708  und  1717  (soweit  solche  dem  jetzo  erneuerten  und  in  einigen  Punkten
nach  Gelegenheit  der  Zeiten  geänderten  Foederi  perpetuo  nicht  entgegen  oder  auf
die  jetzigen  Umstände  applicable  sind)  aufgerichtete  Bündnisse  und  ausgestellte
Reversalien,  welchen  von  Uns  sowohl,  als  von  Unsern  Nachkommen  an  beiden
Seiten  nachgelebet  werden  soll,  alswann  sie  allhier  von  Wort  zu  Wort  inserirt
wären.
3.  Absonderlich  wird  hiemit  das  Uns,  dem  König  in  Preußen,  und  Unserem
Königlichen  Chur-Hause  an  die  sämmtliche,  sowohl  alte,  als  durch  den  Westphälischen
  Friedens-Schluß  erlangte  neue  Mecklenburgische  Lande  zustehende,  auch
in  den  Kaiserlichen  Lehnbriefen  und  oberwähnten  Compactafis  de  Annis  1442,
1693,  1708  und  1717  gegründete  und  agnoscirte  Successionsrecht  noch  ferner  befestiget
  und  bestätiget,  dergestalt,  daß  auf  den  in  des  Höchsten  Händen  stehenden
Fall,  da  der  Mann-Stamm  der  jetzt  lebenden  Herzoge  von  Mecklenburg  gänzlich
ausgehen  sollte,  oberwähnte  Mecklenburgische  Lande,  nichts  davon  ausbeschieden,
als  den  alsdann  regierenden  König  in  Preußen  und  Churfürsten  zu  Brandenburg
verfallen  sein  sollen.  Und  gleichwie  Wir,  der  König,  gleich  Unseren  Königlichen
Vorfahren,  zu  desto  mehrerer  Manifestirung  Unsers  Successions-Rechts  nach  Inhalt
  des  oberwähnten  Pacti  vom  Jahr  1708  den  Titul  und  das  Wappen  des  Herzoglichen
  Hauses  Mecklenburg,  wirklich  angenommen  haben  und  führen,  auch  von
den  sämmtlichen  Fürsten  Unsers  Hauses  führen  lassen,  dergestalt,  daß  wenn  Wir,
der  König  oder  Unser  Haus,  au  den  Herzog  oder  dessen  Herzoglich  Haus  schreiben
  oder  mit  selbigem  etwas  schriftliches  verfassen  lassen,  das  Herzogthum  Mecklenburg
  vor  Stettin  und  Pommern,  außer  diesem  aber  und  bei  allen  anderen  Gelegenheiten
  solches  nach  denn  Pommerschen  Herzogthum  gesetzt  wird;  also  lassen
wir,  der  Herzog,  solches  auch  ganz  gerne  geschehen,  und  wollen  diesen  Titul  auch
selbst,  nebst  unsern  Successoren  und  Nachfolgern  an  der  Regierung,  Sr.  Königl.
Maj.  und  den  sämmtlichen  Markgrafen  zu  Brandenburg,  nach  wie  vor,  jederzeit
beilegen,  auch  daß  Wir  dieserwegen  verglichen  sein,  wo  es  noch  irgend  nöthig
sein  sollte,  bekannt  machen,  auch  insonderheit  Unsere  Herren  Vetter,  die  Herzoge
von  Mecklenburg-Strelitz  und  Mirow  Lb.  Lb.  dahin  zu  disponiren,  bemüht  sein,
daß  Sie  eben  dergleichen  Titulatur  Sr.  Königl.  Maj.  und  Dero  Successoren  und
Nachkommen  an  der  Cron  und  Chur  zu  geben,  fernerhin  kein  Bedenken  tragen
mögen.  Jedoch  unter  dieser  von  Uns,  dem  Könige  in  Preußen,  geschehenen  ausdrücklichen
  Erklärung,  daß  nänlich  unter  dem  Praetext  dieses  führenden  Mecklenburgischen
  Tituls  und  Wappens,  Wir  und  Unsere  Nachkommen  an  der  Cron  und