Full text : Rosenheimer Anzeiger. 61. Jahrngang (61)

NDTa#mster  191

worden  sind.  Die  Jusel,  die  nur  von  den  Familien
  der  Leuchtturmwächter  bewohnt  war,
wurde  in  der  Nacht  auf  den  11.  Juli  von  den
Italienern  „erobert“  und  dann  mit  Nadiostation
  und  Verteidigungsanlagen  ausgestattet.
Auch  ein  Unterseeboot  wurde  dort  stationiert.
Die  Raids  unserer  Flieger  und  die  dreimalige
gründziche  Beschietzung  durch  unsere  Flottille
bracéen  ##m  Zeind  immer  schwere  Verluste  an
Menschen  und  Material  ein.  Das  Unterseeboot
„Nereide“  murde  vernichtet.  Dies  mag  endlich
zu  der  Erkenntnis  geführt  haben,  daß  der  strategische
  und  taktische  Wert  dieses  Inselchens
nicht  so  hoch  ist,  wie  man  bei  dessen  Eroberung
Glauben  machen  wollte.

Flottenkommando.
·

Kaliens  Briegserklärung  an  die
Türkel.

In  Rosenheim  kekon-#  neachen  om  Gametag,  21.  Aug,
abenda  9  10  Uhr

WIB.  Konnan#nopel,  21.  Kugust
der  ltalichische  Botschalter  marquts  Garron!
hat  heute  der  Pforte  eine  Noie  überreicht,
worin  erklärt  wird,  daß  1rallen  sich  als
mit  der  Türkei  im  Kricgszuftand  befind,
ilch  betrachte.
seine  Fallt  verlangt.
Laliens  Krlgserkldrung  Wiri  angegchben;
die  Umerstünung  des  KMuftandes  in  libiten
durch  die  Türkeci  und  dic  verhinderung

 

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Zur  ben##sstehenben  Elnnahme  von  Greit--Licewsl.

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rauf,  sich  der  Abreise  der  Italiener.  nach  der
Küste  zu  widersetzen,  sie  haben  ihnen  im  Gegenteil
  die  Abreise  zu  erleichtern.  Am  5.  August
vor  Ablauf  der  Frist  Lon  48  Stunden,  die  das
Ultimatum  setzte,  nahm  die  türlische  Regierung
alle  vier  Forderungen  in  ciner  vom  Großwesir
jiterseichucen  Note  an.  Auf  Grund  der  feierlichen
  Erllärung  entsandte  die  italienische  Re-Zagleich

  hat  der  Vollchafter;  gierung  zwei  Schiise  nach  Rhodo:  mil  der  Wei-Ms
  Srlnde  flür;  sung,  Vor#t

den  weiteren  Vefehl  abzuwarten,
um  die  italienischen  Staatsangehörigen  aufzunehmen.
  Aus  den  von  den  amerilat  uschen  Konsularbehörden
  erhaltenen  Nachrichien  ging  hervor,
  daß  die  Militärbrhörde  von  Beirut  am

der  im  Sorien  arfäßigen  Tiailener  an  der  9.  August  die  lurz  zuvor  erteilte  Erlaubnis

Adrtise.

Konstantinopel,  22.  Aug.  Der  italienische
  Botschafter  Marquis  Garromi  i#t  urt  dem
Personal  der  Votschaft  abgerein.  Der  Schutz

der  italienischen  Unterlanen  ill  den  Verein-  oten
Staaten  übertragen.  Ein  Sektretär  und  wei
Dragomane  sind  in  der  Botichafi  zurückgeblie
ben.
Rom,
Stesani.

22.  Aug.  (Meldung  der  Agenzia

Die  italienische  Regierung  hat  an
die  Ve  2-  Jlaliens  im  Anslande  ein  Rundschreiben
  gerichtet,  das  von  der  Agen#ia  Stesani
  veröffentlicht  wird.  Das  Nun  wihreiben
geht  auf  alle  zuischen
schwebenden  Differenzen  ein  und  beagt
daß  die  türlische  Regierung  den  Frie.
von  Lausanne  alsbald  nach  seiner  Uner  ich
nung  verletzt  habe  und  daß  die  Vr#letzungen
bis  heute  ohne  Unierbrechung  andauerten;  die
osmanische  Regierung  habe  niemals  ernsthafte
Maßregeln  getroffen,  melche  die  Feindseligkeit
ten  in  Libnen  sofort  beendigt  hätten,  wie  sie
seierlich  versprachen  habe.  Trozz  gegenteiliger
Ertlärungen  wisse  man  mit  Sicherheit,  daß  der
heilige  Krieg  1914  in  Ajrila  gegen  die  Ita—
liener  prollamiert  worden  sei.  G  egenüber  den
Winkelzügen  der  vsmanischen  Regierung  hinsichtlich
  der  freien  Abreise  der  italientschen
Staatsangehörigen  aus  Kleinasien  mußten  die
Vorilellungen  jungst  die  Korm  eines  Ultimatums
  annehmen.  3.  Auguit  überreichte  der

u.  a.

 

 

Ain  B.
VBotschafter  in  Konsantinpel  auf  die  Weisung
der  NRegierung  dem  Großzwesir  eine  Note,  in
welcher  die  vier  jolgenden  Vorderungen  enthalten
  waren:  1.  Die  Jtaliener  dürfen  srei  Beirut
verlassen.  2.  Die  Jaliener  in  Smmuaa  dürfen.

da  der  Hafen  non  MWurig  nicht  benundar  ist,
über  Sigagig  (7.  abreisen.  J.  Die  türl:  sche
Regie  rung  gerrattet,  daß  die  Jiallener  in  Mersina.
  Alexg##ee.  Haissa  und  Jassa  ungehindert

  abreif
hörden  im

Ei  hönnen.  .  Die  örtlichen  Be--
  ..  .
Innern  des  Landes  verzichten  da—

Asta  Leoni.
15  Kriminal-Naman  von  Fr.  M.  Whlte.
TKichted  serhet#)

erhte  er  an  reichtebenen.
Steilen  malten  Te  geschickt  angebrachte
  Roscin  Veleunsscher  —ie  und
nach  einigem  Suchen  fand  er  anch,  Dinter  einem
Vorhang  verborgen,  die  Knöpfe  zum  Entgünden
  des  Lichtes.  Nacheinander  ließ  er
samliche  Flammen  aufleuchten  —  nicht  eine
versagtr.  ein  Beweis,  daß  der  Apparat  in  noch
gebrauchs  fahigem  Zustand  war.

Auch  in  dem  Schlafzimmmer,  in  das  er  nun
eintral,  jand  er  eine  Dohe  Stet!  #umpe  vor,  deren
Bassin  halb  mit  Petroleum  gesüllt  war.  Außerdem
  iland  neben  dem  Bett,  darauf  man  den
Ermordeten  gelegt,  eine  beinahe  ganz  niedergebrannte
  Kerze

Er  untersuchte  den  Toten  slüchtig  und
begann  dann,  eine  Nacuchung  im  Zimmer
zu  halten.  Auch  bier  wieder  sunktiomerte  das
eleltriiche  Licht  vollkommen.  Drei  Virnen,  die
in  Form  einer  rotverhangenen  Ampel  von  der
Decke  berabhingen.  flamten  gin
ihm  dirrch  den  Tinn.  daß;  inan  doch  fon.  rohl
hier  mie  auch  im  Flur  den  Lichtjchein  siets
hatte  von  außen  beiber  len  misihen.  Ur  k  ffnese
das  Fenster  und  sah,  daß  es  auf  emen  Innenhof
  binausging.  der  allen  Stiten  116ÜA
**  dor.

balin  mlur!“  Mui  meli-  er  vor  o  ##nh.
„Der-  ½*dx  lullerende  Vean-  1rsste  à#r#  I13
bas  unt  in  lm  wehrnlt#tten

„Las  ift  ii  ditiiiiiiknniiisiisr
eine  Heie.  volllönrude  Samine  hinter  ibni.

Außerdem  jed  I

".’

     

non

sagte  da
Als!

1
eusberlrag!"

TZ  der  Abreise  zurückzog.

Auch  in  Mersina  wurde
ie  Erlauhnis  zurückgezogen.  Man  erilärte  auch,

z  die  Militärbehörden  die  Abreise  anderer
chionenfür  aus  Syrien  verhinderten.  Angesichts
  der  offenbaren  Verletzungen  der  befrimmten
  Versprechungen  der  Türkei  nach  dem
IItimatum  vom  3.  August,  das  durch  die  Winielzüge

  der  türlischen  Regierung,  besonders  hin-–—



«  Hing»  der

sichtlich  der  freien  Abreise  der  ilalienischen
Staatsangehörigen  in  Kleinasien  veranlaßt
wurde.  erteilte  die  italienische  Regierung  dem:

Votschafter  Jialiens  in  LKonstantinopel  die  Wei-Turrlei
  die

reichen.

Italien  und  d.r  Türiei;

ich  auch  die  italienische  Negierung

Soviel
Gründe  für  die  Kriegslrampfhaft

  bemüht.

.  erllärung  an  die  Türkei  zu  finden,  dem  wahren

 

 

Grunde  geht  sie  meit  aus  dem  Weg:  Italien
mußte  den  Krieg  erllären,  weil  England  es
u  ollte

Die  Türkei  wußte,  daß  keinerlei  Nachgiebigleit
  und  keine  Erllärungen  den  Krieg  abwenden
  lannten.  Italien  wollie  den  Bruch  und  die
Türlei  lonnte  beim  besten  Willen  nichts  anderes
tun,  als  ihm  den  Willen  zu  lassen.  Selbstversländiich
  will  und  lam  Jialien  nicht  zugeben,
daß  es  sich  um  gezmungene  Kriegsdienste  handelt
  und  daß  die  italienische  Regierung  für
englisches  und  französisches  Geld  bereit  ist,  viele
Tausende  von  Italienern  aus  Gallipoli,  vor  den
Dardanellen  und  an  der  kleinasiatischen  Küste
abschlachten  zu  lassen.

Offiziell  erfolgte  die  Kriegserklärung  wegen
der  angeblichen  türlischen  Unterflügung  des  libuschen
  Aufstandes  und  der  Zurückhaltung  italienischer
  Untertanen.  In  Wirllichleit  spricht
eine  sthamlose  und  unverhüllle  Habgier  aus
jedem  Worte.  Die  Kriegserilärung  Italiens
an  die  Türkei  ist  ein  organisierter  Raub  auf
fremde  Rechnung,  finanziert  mit  englischem  Geld.

Die  Jtaliener  werden  sich  aber  im  Osten

öo  sich  uderrascht  umtma#oft#,  sorh  er  Vorffanror
ih  gbez  ein  Lächeln  aui  dek  iu  flugen  CGesicht.

„Ich  sehe,  Sie  sind  üuberrascht.“  füg:e  der
Schrijiste  il  i  hinzu.  „Ich  habe  mit  Herrn  Starringer
  die  Cyre  —  nicnh  webr?  Wen  ich  nicht
irre,  1##e  wir  uns  schon  füüber  lennen.“

er  Beane  verkenge

enn  der  Tal  —  ich  hanr  e  boreits  das  Vergnügen.
  —  Doch  Sie  verneihen  mohl,  wenn  ich
Sie  bille,  mir  „Ibre  lette  Aeußerung  ein  wenig
zu  erlluren.  Denn  ich  mi'l  Ihnen  utsen  gestehen.
  o#acß  ich  ei:  tiuronnaßte  n  ratlos  bin  und
Ihre  Hille  gar  nicht  och  grung  an  uuschlagen  ir.“

vdernau  lehnte  düsses  Lomplime:  it  bescheiden
  ab.

„Ich  bin  der  Meinung,  daß  das  eloktrische
Licht  auf  dem  Flur  niemais  oder  doch  nur
dann  gebraunt  hal.
des  Ha:  iies  Gung  fjählte.  Denn  dieser
Mann  hier  mar  si  ich  lingere  Zeit  berrit#s
hier;  alles  läsn  dorauf  schließen.  I##in  durch
dio  Zimmer  nengen  und  habe  dabei  gesunden,
das  in  der  luche  verschiedene  Gegen####de  gebraucht
  marden  sind  Ueberhaupt  läht  vreies
darauf  schlietzen,  dab  hier  schon  längere  Zeit
jemand  gewohnt  —  Um  wieder  auf  das
Licht  zurun  zulon:  9%  Sie  haben  doch  wohl
ebensalls  die  beiden  Lampen  bemerkt.  Ich
habe  mich  davon  überzeugt.  daß  sie  im  Gebrauch
  gewesen  sind,  und  ich  Elaude,  daß  man
ihren  Li#htschein  nicht  bis  auf  die  Straße  hinaus
  mahrurhmien  konn.  Vor  dem  Glasfenster
EEEIIIEIIIIIIIIIIIIIIB

ezegener  Borhang  angebracht,  den  viceiteicht
lebtnsscheo  Licht,  nicht  aber  der  Schein  einer
Lam  e  durchdringen  kann.

er  Kommissar  orpneigte  4.  zusanend.
.Dar  war  mir  entgangen.  —  Aber

wem  sich  der  Ver  vohner
c  r

 

*

 

Kriegserklärung  zu  über- 



verrechnen:  wie  sie  sich  im  Norden  verrechnet
haben.  Die  Türken  werden  dem  beutegierigen
Ce##on  einen  Empsang  bereiten,  der  dem
nicht  nachstehen  wird.  den  ihm  unsere  tapferen
Bundesgenossen  am  Jsonz?  und  in  den  Dolomiten
  bereitet  haben.  Die  Erinnerung  an  die
Expe  dilion  nach  der  Krim  taucht  wieder  auf.

Im  Tienite  Englands  und  Krankreichs  tat  Piemont
  jenen  ersien  Schritt,  um  die  Grohmacht
Italien  zu  werden.  Im  Dienste  Frankreichs
und  Englands  schidt  es  sich  nun  an,  den  Schritt
zu  tun,  der  es  von  der  durch  den  Krieg  gegen
Oesterreich-Ungarn  erschütterten  Grohmachtstellung
  endgültig  herabflürzen  wird.  Die  Italiener
werden  den  Lohn  auch  in  libyscher  Münze
ausgezahlt  erhalten.  Im  übrigen  werden  die
Türien  sich  zu  wehren  wissen,  um  die  Italiener
mit  blutigen  Köpfen  heimzuschicken.

Noch  eines:  Italien  fügte  seine  Kriegserklärung
  an  die  Türkei  in  dem  Augenblicke  hinzu.
in  dem  die  Widerstandskraft  der  russischen  Heere
gebrochen  ist  und  die  Zentralmächte  ganze  Armeen
  zur  Verwendung  auf  anderen  Kriegsschauplätzen
  frei  haben.  So  handelt  nur  der,  der  nicht
mehr  Herr  seiner  Entscheidung  ist.  Deshalb  ist
die  italienische  Kriegserklärung  bei  uns  überall
mit  der  größten  Ruhe  ausgenommen  worden.

Das  Eingreifen  Italiens  gegen  die  Türlei
briingt  nur  eine  Zersplitterung  seiner  Kräfte,
die  ihm  keineswegs  lieb  sein  klann.  Aber  Eng
land  wollte  es,  und  Italien  muß  die  Zeche
zahlen.

Das  Schidsal  Europas,  auch  der  vestlichen
Schlachtfelder,  wird  im  Osten  entschieden;  daran
wird  auch  die  Poiitil  der  Balkanstaaten  nichts
mehr  ändern.  Wenn  erst  der  Balkan  durch
die  suggestive  Einwirlung  der  deutsch-öslerreichichen
  Wassen  unmittelbar  davon  durchdrungen
ist,  daß  es  unmöglich  ist,  sich  dem  Siegeszuge
Hindenburgs  zu  widersetzen,  dann  wird  der  gesamte
  Ballan  sich  vor  der  vollendein  Tatsache
beugen  und  seine  Richtung  entsprechend  än
dern.  Es  beileht  nach  allem  keinerlei  Befürch

:=1



tung,  daß  die  italienische  Kriegeerklärung  am

augenblicklichen  Zustande  auf  dem  Ballan  irgend
  etmas  Ernstliches  ändern  könnte.

Algemeines  bom  Kueg.

Sozialdemokratie  und
Kriegskredit.

Berlin,  22.  Aug.  Der  „Vorwärts“  verheh
  lt  seinen  Unmut  darüber  nicht,  daß  in  der
ihung  des  Reichstages  die  Aus  führungen  des
sorialdemolratischen  Fraktihnsredners  Dr.  Davio
  in  leinem  Punkte  von  den  Darlegungen

machte  mir  doch  den  Uindruck,  wie  wenn  die
Lampen  in  der  Mor  nautht  nicht  mehr  benützt
worden  wären.  Do.  order  oder  vielleicht
auch  die  Mörder  ha-  aber  aus,  und
eingehen  müsien  und  PP"Donseoh  haben  sie  nicht
im  dunklen  hantiert.  Außerdem  muß  man  bedenken,
  daß  es  zeltrunbend  ist,  eine  Lamve  zu
entzunden,  wayrend  das  Eielm  eaihe  Licht  mu
einem  Griff  ausz  -

awohl.  Aber  Zie  vornerkten  ganz  richtig,
daß  Ves  auch  merere  Mörder  gewesen  sen
können  —  ut.  d  ch  bin  hiervon  soher  überzeugt.
Nehmen  wir  also  an.  dah  einer  auf  der  Straße
aufpaßte,  bis  sich  der  patroulllierende  Schugmann
  genügend  weit  entfernt  hotte,  und  daß
sie  dann  erst  ihr  grauenhaftes  Werk  verrichteten.
—  Aber  ich  meine,  das  in  vräusig  von
nicht  achu  großer  Bedeut  Wir  lle
n  sich  hier  noch  8  etwas  aue

 

Sie  annen,  gemeinsam  das  Zimmer  zu
durchsnchen  Hinter  einem  Vorhange  entdeckte
Starringer  die  Kleider,  sowie  elnen  Kevere0r.
und  den  Hut  des  Ermordeten.  Er  unlersuchte
die  Taschen  und  fand  im  Jackett  einen  Brief,
der  sich  an  einer  schadhaften  Stelle  des  Futters
Hescgelent  hatte  und  deshalb  den  Mördern  wahralich

  Ilgangen  war.
alt  war  mit  flüchtigen  Schristzügen
vedede  n#h  aber  keine  Adresse  und  kein  Datum
r*—“  Der  Kommissar  las  Fernau  den  Inhalt

5zzu  aller  Cile  eine  erfreuliche  Nachricht:  —
Ich  bin  endlich,  endlich  zum  Ziol  gekommen.
Habe  achttausend  Mart  in  Gold  erhalten,  werde
Dir  natrlich  d  die  Häljte  davon  senden.  Zu
dlesem  be  ich  berell-  das  Gold  in
4  —  #invabech,  da  u#h  Dir  die  Summe

vn

lenstag,  24.  August  1914

der  bürgerlichen  Redner  getrennt  waren.  Er
teilt  mit,  daß  bei  der  dritten  Lesung  sich  29
Mitglieder  der  sozialdemokratischen  Fraktion  aus
dem  Saale  entfernt  hätten,  während  cine  lleinere
  Anaht  derjenigen,  die  in  der  Fraltion
gegen  die  Bewilligung  der  Kriegskredile  gestimmt
  hätten,  anwesend  blieb.  N-  Liebrucht
habe  auch  diesesmal  gegen  die  Kredite  gestimmt.
  .)

Baumwolle  als  Bannware.
Paris,  22.  August.  (Agence  Havas.)  Die
englische  und  die  französische  Regierung  haben
beschlossen,  Baumwolle  auf  die  Liste  der  absoluten
  Kriegskonterbande  zu  setzen.  Die  Veröffentlichung
  dieses  Beschlusses  wird  morgen  im
Amtsblatte  erfolgen.  (3.)

Enthüllungen  über  Jaures.

Bern,  22.  Aug.  In  der  Berner  „Tagwacht“
  nimmt  der  französische  Sozialist“  a.
poport  in  einer  Polemik  gegen  Renaudel  in  der
Pariser  „Humanité“  zur  Verteidigung  Jaurs
das  Wort.  Er  setzt  seine  Enihöllungen  fort.
wonach  Jaurds  am  31.  Juli  1914  Iswolsli
als  Mitucheber  am  Kriege  bezeichnet  habe.  Ferner
  habe  er  dem  Unterstaatssekretär  Ferry  erklärt,
  er  werde  seine  Campagne  gegen  den  Krieg
fortsetzen,  selbst  wenn  er  füsiliert  werden  sollte.
Diese  Aeußerung,  die  am  Tage  der  Ermor-9

  Jauros  gefallen  sei,  werde  übrigens  von
1  selbst  zugegeben.  Schließlich  habe
Jaurds  beabsichtigt,  seine  Campagne  gegen  den
Krieg  mit  einem  „Jaccuse“.  Artilel  in  der
„Humanité“  zu  beginnen.  Alle  diese  Tatsachen
seien  den  Reaktionären  bekannt  gewesen.  Rappoport
  erklärt  schließlich,  Jaurds  hätte  den  Krieg,
an  dem  Frankreich  und  Rußland  mitschuldig
seien,  weiler  bekämpft.  Wie  in  der  Dreyfus-Affäre
  könnte  auch  jetzt  nur  die  Macht  der
Mahrheit  Frankreich  vom  Verderben  reiten.  (.).)

Französische  Hetze.

Paris,  22.  Aug.  Unter  der  Angabe,  daß
bei  dem  Untergang  des  torpedierten  Dampsers
Arabic  Amerikaner  umlkamen,  erklärt  die  ganze
Presse  in  den  schärfsten  Worten,  daß  für  die
Vereinigten  Staaten  der  Tatbestand  einer  unfreundlichen
  Haltung  Deutschlands  gegenüber
den  Vereinigten  Staaten  nunmehr  erfüllt  sei.

Die  Presse  wünscht  und  hofft,  daß  die  Geduld
des  Kabinetts  in  Washington  zu  Ende  gehe.
Zerner  berichten  englische  Blätter,  daß  die  amerilanische
  Presse  eine  schärsere  Tonart  angeschlagen
  habe.  (3Z.)

Sturm  in  der  fronzöntchen  Kammer

Genf,  22.  Aug.  In  der  französischen  Kammer
  gab  es  Sturm.  Der  Kriegsminisier  mußte
auf  berschidene  Anfragen  eingehen  und  Antworten
  geben,  die  nicht  auf  allen  Seiten  bekriedigten,
  vor  allem  über  das  Sanitätswesen,
de  ssen  Mangel  er  zugeben  und  ferner  eingestehen
mußte,  daß  Fehler  gemacht  worden  sind.  Auch
die  Frage  des  Oberbefehls  und  die  Veränderungen
  hiern  wie  im  Kriegsministerium  spielen  eine
Nolle.  Das  rief  sehr  bewegte  Szenen  hervor.

Der  Derutierte  Franklin-Bouillon  forderte,
daß  der  Ministerpräsident  gewisse  Erklärungen,
vie  aus  dem  Munde  des  Kriegeministers  überrascht
  hätten,  schärser  sasse.  Er  sagte:  Wir
lönnen  nicht  dulden,  daß  die  Kammer  urteilt,
ohne  alles  zu  wissen.  Wir  fordern,  daß  zu
Beginn  der  nächsten  Sitzung  der  Ministerpräsident
  eine  Erklärung  abgibt,  die  alles  zerstreut,
mas  das  Land  stören  und  beunruhigen  koönnte.
Der  Ministerpräsident  sagte  diese  Erklärungen
jür  die  nächfte  Sitzung  zu,  verlangte  aber  gleich
bzeitig,  daß  diese  Sitzung  erst  am  nächsten  Donnerstag
  abgehalten  wird.  Die  Kammer  ist  da
mit  einverstanden.

Näturuch  nür  um  eirem  Wiese  seisomnn.
Schicke  Dir  allernächstens  mehr.  S#ehreibe  unter
K.  nach  dem  bewußten  Postamt,  nächsten  Sonn:
abend  werde  ich  Dich  wahrscheinlich  persönlich
begrüßen  können.  Vis  dahin  meine  herällchten
Grüsse!  Nummer  Eins.“

Auf  der  nächsten  Seite  stand  noch  eine
kurze.  mit  Beeltest  gekritzelte  Nachschrift:

.Die  acht  Tausendmarkf.heinec,  die  ich

erhichk  tragen  die  Nummern  190  753  bis  100  70
davon  schicke  ich  Dir  die  erste  Hälste.  Ich  schreibe
Dir  das  fur  den  Fall,  daß  die  Noten  aufirgendeine
  Weise  verloren  gehen  sollten

Starringers  Augen  leuchteten  triumphie=„Der

  Arme  hat  uns  selbst  eine  Handhabe
in  die  Hönde  gesplelt,  seinen  Mord  zu  rächen.
Ganz  offenbar  haben  die  Verbrecher  das  (#eld
mitgenommen,  ohne  etwas  von  dlesem  Brief
zu  ahnen.  Und  sie  werden  uns  wahrscheinlich
von  selbst  in  die  Falle  geben,  indem  sie
irgendmo  einen  der  hier  angesührten  aausendmarkscheine
  wechseln;  sie  ahnen  ja  nicht.  dasßt
wir  uwas  von  dem  Vorhandensein  des  Geldes

wi
1.  TVernau  stimmte  ihm  zu.
„Man  muß  möglichst  Veid  eine  Rundfrage
n  die  Banken  ergehen  lassen.  denn  ich  ver-*
  die  Mörder  werden  Geld  so  rasch,
als  es  anging,  an  den  Mann  gebracht  haben.
Ens  Tausendmarkschein  werden  sie  iedoch  bei
keinem  Privatmann  so  leicht  los,  sie  müssen
chon  bei  irgendelnem  Bankhause  gewechselt
auben.  —  Uebrigens  rate  ich  Ihnen,  auch  eme
Ansrage  zu  erlassen,  bei  welcher  Bank  dieser
Mann  das  Gold  in  gecbeine  hewechselt  hat.  Es
isi  ja  nicht  unmöglich,  daß  wir  es  mit  elnem

 

kingierten  Schrelben  zu  tun  baven.  dos  und