Full text : Zentralblatt für das Deutsche Reich. Siebenunddreißigster Jahrgang. 1909. (37)

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VII.  Nachweis  des  Eosins  in  den  aus  gekennzeichneter  Gerste  hergestellten  Erzenguissen.
A.  Nachweis  des  Eosins  in  Malz  oder  Malzschrot.

(1)  100  g  Malz  in  ganzen  Körnern  oder  der  beim  Absieben  der  mehligen  Anteile  durch  ein
geeignetes  Sieb  verbleibende  Rückstand  von  100  g  Malzschrot  werden  in  einem  Erlenmeyerkolben
mit  150  cem  eines  Gemisches  gleicher  Raumteile  Alkohol  und  Wasser,  dem  2cem  konzentrierte
Salzsäure  zugesetzt  sind,  übergossen  und  mehrmals  durchgeschüttelt.  Nach  einer  Stunde  wird
die  Flüssigkeit  abgegossen.  Die  im  Kolben  verbleibenden  festen  Teile  werden  mit  50  cem  des
Alkohol-  und  Wassehgenlsches  nachgewaschen.  Die  vereinigten  Flüssigkeitsmengen,  welche  beim
Ausziehen  von  Malzschrot  stets  zu  filtrieren  sind,  werden  auf  dem  Wasserbad  in  einer  Porzellanschale
  auf  etwa  20  ccm  eingeengt.  Die  so  erhaltene  Lösung  wird  mit  5  cem  Ammoniakflüssigkeit
versetzt,  in  einen  Scheidetrichter  filtiert  und  durch  Ausschütteln  mit  Ather  wiederholt  gereinigt,
bis  der  Ather  nicht  mehr  gefärbt  erscheint.

(2)  Die  Anwesenheit  von  Eosin  gibt  sich  schon  jetzt  durch  deutliche  grüne  Fluoreszenz  der
ammoniakalischen  Lösung  zu  erkennev.

(3)  Das  Eosin  wird  nunmehr  nach  dem  Ansäuren  der  Flüssigkeit  mit  verdünnter  Salzsäure
durch  dreimaliges  Ausschütteln  mit  je  etwa  10  cem  Ather  ausgezogen.

(4)  Die  vereinigten  sauren  ätherischen  Auszüge  werden  durch  dreimaliges  Ausschütteln  mit
geringen  Mengen  Wasser  gereinigt.

(5)  Liegt  Malz  oder  Malzschrot  aus  mit  Eosin  gekennzeichneter  Gerste  vor,  so  färbt  sich  die
dem  freiwilligen  Verdunsten  überlassene  ätherische  Lösung  rosenrot,  wenn  man  die  aus  einer  mit
Ammoniakflüssigkeit  gefüllten  Flasche  entweichenden  Dämpfe  über  die  ätherische  Lösung  bläst.

(6)  Auch  der  Rückstand,  welcher  nach  dem  vollständigen  Verdunsten  des  Athers  verbleibt,
wird  bei  der  Einwirkung  von  Ammoniakdampf  rot  gefärbt.  Die  rote  Färbung  kann  jedoch  durch
noch  vorhandene  Extraktivstoffe  verdeckt  werden.  Daher  ist  der  Nachweis  des  Eofins  auf  die
Fluoreszenz  der  ammoniakalischen  Lösung  (s.  o.)  und  auf  die  rosenrote  Färbung  des  ätherischen
Auszugs  zu  gründen.

B.  Nachweis  des  Eofins  in  Bier  oder  Würze.

(1)  1  Liter  Bier  oder  Würze  wird  in  einer  Porzellanschale  nach  Zusatz  von  10  ccm  Ammoniak
auf  dem  Wasserbade  zur  Sirupdicke  eingedampft.  Zu  dem  sirupösen  Rückstand  werden  einige
Tropfen  Ammoniak  und  unter  beständigem  Rühren  mit  einem  Pistill  Mengen  von  50  bis  100  cem
Alkohol  gegeben,  bis  die  Extraktstoffe  sich  zusammengeballt  haben  und  an  den  Schalenwandungen
und  dem  Pistill  haften.  Alsdann  bringt  man  die  alkoholische  Lösung  in  einen  Schüttelzylinder
und  setzt  die  Behandlung  des  Rückstandes  mit  immer  neuen  Mengen  Alkohol  so  lange  fort,  bis
die  vereinigten  Auszüge  500  cem  betragen.  Nach  kräftigem  Durchschütteln  läßt  man  den  Zylinder
längere  Zeit  stehen,  bis  sich  die  flockigen  Abscheidungen  am  Glase  festgesetzt  haben  und  die
Flüssigkeit  fast  klar  geworden  ist.  Hierauf  wird  die  alkoholische  Lösung  —  gegebenenfalls  nach
vorherigem  Filtrieren  —  durch  Destillation  auf  etwa  100  cem  und  schließlich  auf  dem  Wasserbad
auf  etwa  20  com  eingeengt.

(2)  Die  so  erhaltene  Lösung  wird  in  der  vorstehend  unter  A  vorgeschriebenen  Weise  weiter
behandelt  und  beurteilt.

(6)  Bestehen  bei  der  Untersuchung  von  Würze  oder  Bier  über  die  Fluoreszenz  Zweifel,  so
ist  die  beschriebene  Prüfung  mit  größeren  Mengen  —  bis  zu  5  Litern  —  zu  wiederholen.