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In diesem Sinne hat er auch redlich während seiner dreiundvierzigjährigen
Regierung gearbeitet. Wie viel guten Willen die früheren Regenten gezeigt
hatten, so war doch noch im Ganzen außerordentlich wenig geleistet worden,
und Preußen stand in Beziehung auf seine Schuleinrichtungen keinesweges
höher, als andere deutsche Staaten. In den ersten zehn Jahren seiner Regierung,
obschon sie größtentheils materiell als glückliche zu benennen find, wurde
wenig mehr gezeigt, als die edle Absicht. Gerade in den unglücklichen Zeiten
begann auch hier ein wirksames Strelen und fand die kräftigste Fortsetzung
nach Wiederherstellung des europäischen Friedens. Mit unermüdlicher Thätigkeit
wirkte das geistliche Ministerium, namentlich unter der Leitung des Ministers
Altenstein, der hier erst den ihm gebührenden Platz fand, auf die Entwickelung
der Bürger= und Volksschulen. Da sich ihnen die Regierung mit vollem
Ernste zuwendete, so entstand auf diesem Gebiete neubelebte, rührige Thätigkeit,
indem nicht nur größere Geldmittel für diese Zwecke flüssig gemacht, sondern den
auf diesem Felde verdienten Männern Orden und andere königliche Gunftbezeugungen
zugewendet wurden, was bisher im preußischen Staate, selbst unter
der Regierung des für Wissenschaft und Bildung persönlich so unablässig thätigen
Friedrich II., niemals geschehen war. Bald stand Preußen nicht mu
keinem deutschen oder gar auswärtigen Volke in diesem Zweige staatlicher Fürsorge
nach, sondern diente sogar zum allgemeinen Muster; denn wer weiß nicht,
daß in den letzten Jahrzehnten Friedrich Wilhelm III. von den fernsten Ländern,
wo germanische Bildung herrscht, ja sogar von Stämmen, die derselben
bisher fremd geblieben waren, wißbegierige Forscher herbeieilten, um hier
mustergültige Einrichtungen kennen zu lernen.
Neben den Volks= und Bürgerschulen entwickelten sich auch reichhaltiger
als je Gymnasien und Universitäten. In ersteren wurde, wie es die schöne
Kabinetsordre vom Jahre 1798 verhieß, der Unterrichtsplan auf zeitgemäße
aArt geändert und ausgedehnt, indem man neben den alten Sprachen auch den
sogenannten Realien, namentlich der Mathematik und den Naturwissenschaften
eine Stelle anwies, zweckmäßige Prüfungs-Reglements entwarf und dadurch
einseitiger Willkür in den Forderungen an die Jugend wehrte. Es wuchsen
die Gymnasien an Zahl und Ausdehnung, so wie an den nöthigen Lehrmitteln,
denn die höchste Anerkennung trieb zu allgemeinem Wetteifer.
Nicht minder ergriff die höchsten Bildungsanstalten ein ähnlich rühmlicher
Wetteifer. Die Universität in Berlin wurde im Jahre 1809 gestiftet, die
Hallische durch die Vereinigung mit der Wittenberger, die Breslauer
durch Verschmelzung mit der von Frankfurt neu belebt und verstärkt. In
ihre Mitte berief man bedeutende Talente, und die preußischen Univerfttäten,
besonders die der Hauptstadt, galten als die vorzüglichsten Quellen für reine
wissenschaftliche Ausbildung.
Zumal fanden die spekulativen Wissenschaften, obwohl Friedrich Wilhelm
III. kein besonderer Freund von ihnen war, auf den preußischen Bildung##