Contents : Geschichte des brandenburgisch-preußischen Staates.

Vorwort

zur  ersten  Auflage.

Die  bedeutenden  Ergebnisse,  welche  das  Quellen-Studium  der  vaterländischen
  Geschichte  in  neuerer  Zeit  zu  Tage  gefördert  hat,  sind  noch
immer  so  wenig  verwerthet  worden,  daß  die  Aufforderung  nahe  lag,
dieselben,  wenn  auch  nur  in  gedrängter  Uebersicht,  zusammenzustellen.
In  vorliegendem  Werke  ist  dieser  Versuch  gemacht  worden.  Um  einerseits
  dasselbe  für  den  Gebrauch  handlicher,  andererseits  der  Verlagshandlung
  es  möglich  zu  machen,  bei  der  anständigen  Ausstattung
den  Preis  mäßig  zu  stellen,  habe  ich  mich  auf  die  Haupt-Thatsachen
beschränkt  und  zwar  überall  den  innigen  Zusammenhang  der  märkischen
mit  der  deutschen  Geschichte  festgehalten,  doch  nur  insoweit  es  zum
gegenseitigen  Verständniß  beider  nothwendig  war.  Daß  dabei  die
wichtigsten  Punkte,  namentlich  die,  welche  früher  nur  unklar  oder
sogar  unrichtig  dargestellt  wurden,  größere  Ausführlichkeit  erhalten
haben,  das  wird,  wie  ich  hoffe,  dem  Werke  nicht  zum  Vorwurf,
sondern  zum  Vortheil  gereichen.

Die  äußere  wie  die  innere  Ausbildung  des  Staates  dem  Leser
in  einfacher  Sprache  vorzuführen,  war  der  Grundgedanke  bei  dieser
Arbeit.  Zu  dem  Ende  legte  ich  besonderen  Nachdruck  auf  das  geographische
  Element,  wenngleich  ich  in  Bezug  auf  Specialitäten  auf
meinen  historischen  Atlas  der  Mark  Brandenburg  (Berlin  1845  bei
G.  Reimer)  verweisen  muß,  gab  je  nach  seiner  Wichtigkeit  jedem
Gebiete,  das  im  Laufe  der  zeit  sich  der  Mark  anschloß  und  sie  zum
preußischen  Staat  ausbilden  half,  eine  historische  Uebersicht  seiner
früheren  Verhältnisse,  und  zog  für  die  Zeiten,  wo  die  Beziehungen
der  Mark  zu  den  Nachbarländern  nur  ein  untergeordnetes  Interesse
haben,  die  räumliche  Anordnung  der  chronologischen  vor.  Statt  weitläufiger
  Raisonnements  suchte  ich  durch  rein  objective  Darstellung  der
Thatsachen  dem  Leser  ein  klares  Bild  von  Persönlichkeiten  wie  von
einzelnen  Zeiträumen  zu  verschaffen,  und  statt  des  wohl  sonst  üblichen
Anecdotenwerkes  benutzte  ich  sorgfältig  den  Raum,  das  innere  Leben
des  Staates  in  allgemeinen  Zügen  zur  Anschauung  zu  bringen.