ich in Jüterbogk matt, niedergeschlagen und entmutigt gefunden
hatte, schon vor der Ankunft in Berlin in eine heitre,
man kann sagen, fröhliche und kampflustige Stimmung ge—
riet, die sich den empfangenden Ministern und Beamten
gegenüber auf das Unzweideutigste erkennbar machte.
Gedanlken und Erinnerungen.
Anekdote.
Ein russischer Fürst drückte im herbst 1862 dem Nönig
Wilhelm von Preußen seine Freude darüber aus, daß der
KSönig ein so gutes, frisches Kussehen habe. Der neue Ministerpräsident
Bismarck war zugegen. Der UNönig deutete
auf diesen und sagte: „Hier steht mein Krzt.“
Graf Bismarck zum österreichischen Ge—
sandten Grafen Karolyi.
„In voller Klarheit lagen die verschiedenen, in Nrieg oder
Frieden denkbaren Systeme vor seinem unvergleichlich scharfen und
weiten Blick; gemeinsame Beherrschung Deutschlands durch
die beiden Großmächte, oder Teilung Deutschlands unter dieselben
nach der Mainlinie, oder gänzlicher ZKusschluß csterreichs
aus Deutschland, und in diesem letzten Salle wieder
die mehr föderative oder mehr unitarische Gestaltung
des neuen Bundes.“ Bismanrck lud den österreichischen Gesandten
Erafen Karolyi zu einer Erwägung der beiderseitigen Beziehungen
und deren Folgen ein. „Es war die erste jener Mitteilungen, in
welchen weiterhin Bismarck so häufig durch die unbedingte Offenheit
seiner Kuschauungen und Kbsichten die diplomatische Welt in
Erstaunen setzte.“ (Sybel.)
Dezember 1862.
Unsere Beziehungen zu sterreich müssen besser oder
schlechter werden; wir wünschen von herzen das erstere,
müssen uns aber bei österreichs Verhalten auf das letztere
vorbereiten. Bismarck erwähnte österreichs feindselige Uätigkeit
in den Preußen benachbarten Staaten, welche in Berlin
jede Sympathie für österreich vernichten müsse. Nun, bei
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