Full text : Rosenheimer Anzeiger. 64. Jahrngang (64)

Nummer  116

Ein  Jahr  inger  Wũste.

Dnr  aus  französischer  Gesangenschaft  zurückgelehrte
  Wehrmann  .  berichtet:  „Von  Tunis  wurden
  wir  mit  der  Bahn  nach  Kaironan  gebracht
und  von  dort  marschierten  wir  weitker,  fünf  Tage
lang  in  die  lahle  Wuste  hinein.  Der  Marsch  war
sehr  anstrengend,  bald  waren  vielne  von  uns  erkranlt.
  Wir  hatten  aber  leine  ärztliche  Hilse,
und  erst  als  viele  von  uns  gestorben  waren,  wurde
  uns  ein  Arzt  von  Tuui-  e#chidt.  Wir  maßlen
Wegebauten  ausfuhren,  in  surchtbarster  Sonnenglul
  ohne  jeden  Schutz.  während  unsere  Wüih
ler  im  Schatten  lagen.  Viele  von  uns  starben  an
Unterleibeluphus,  sast  alle  erlraniten  an  Tropenfieber.
  Aber  auch  die  Fleberlranlen  mußlen
arbeiten,  und  wer  das  nicht  wollie,  dem  wurde
das  Essen  entzogen  und  er  mußle  n  flärliter  Mitlagohitze
  Danerlauf  uben.  Wir  erhielten  läglich
  nur  einen  halben  Liter  Wasser  mach  ausdrücklichem
  Besehl  ders  französischen  Kriegeministe-W
  der  auch  sehr  streng  durchge  führt  wurde.
  Die  Verpflegung  war  sehr  sch-  eckt.  Wir  belamen
  ost  von  meilher  nebrachles  FI  leisch,  das
völlig  ungenießbar  wuar,  und  für  das  wir  dam
leinen  Ersatz  belumen.  Die  an  uns  #lerichle  tenralete
  waren  meist  ausgeplundert.  Ich  war  während
  des  Jahres  in  der  Wuste  Däusig  erlrankt.
und  endlich  so  elend  und  abgemagert.  baß  Hie
französischen  Aerzte  mich  zum  Auslausch  vorschlugen.“
  Diese  S#mach  soll  Eranlreih  nüht  vergNessen
  werden!

Die  große  schlachl  in  Frankreich.

Aus  dem  Grossen  Omotguartier  wird  uns  geschrieben:


l
Unsere  Feinde,  die  üler  die  organischen  und
unorganischen  Kräfte  sant  des  r  ganzen  Erdkalls#ebicten,
  hallen  seit  Jahren  in  vielen  newolligen
Schlachten  verf#  sucht,  die  Fronl  des
dentsche,  Hieres  zu  durmir  ech  en.  Tie  dünne
Linie,  zulezzt  in  Flandern  von  einer  lis  ins
Fünffache  uberlege  ELELIIrI»!;XD(M
tronmimelt.  Lett  zinn  Dörier  und  lädte
wurden  aus  der  Ft.  5%  he  raus  Rei  scnagen.  G.  uß
niederungen  und  Hohenge  Schrili  um  Sch#  üul

uns  blutig  abgelämpfl.

 

 

 

Aber  dar  m  Hunderbar  elaslische
  Nerneninstem  de  Menscken  wetteiferte  mil
dem  elaslisch  gegliederten  Abmelleinnem,  der
slamrafste  Mul  der  kru#ppe  mit  der  Organisalionriunu
  der  Führer:  Durehhruch  mißlang.
  un  immer  de.  Nichts
half  der  von  -unnnm  eigerle  Tinsatz
  meniänilter  und  lechmiseher  Krüsie,  nichts  der
Wechset  de  Angrifiorunttes.  An  die  Echlach
ten  in  Glonrern,  #rn  ahhl  l  lohntHIUWIlc
anmtitiltsqunniU-..-«.nu"id«1-t  annsksi
Unum-  JIHIIHHH  .,.I«.·«.«b.n«lu.»u.
ltk  ««-Jl  »Hm  R  il-«r,««qN1  stclk  n

scrcsmunnq  frtun-Meinu-Nsspqnch
ntti(-lo(I-ssc  Inmit«  l1m««nleise-tuqu
Es:-ichicn.-itiuksm«1szssk.is-.-«si.«luutun
ehernesdispl-nn.«s.-lsnl«Ist-Mklingt-pwoge
  jedermal  dicht  un  iet  ermallen  ließ.  Dem
Berteidiger,  der  biesen  lölen  Punit  srchtzeitia
erkannie  und  den  Genemoß  un  di:  Vlößme  den
Gegner=  aulente  get  lang  e#,  den  Anmtimmemuckzuwersen
  od.  den  #ur-  fubrutn  in  vrn  *  atrilt  großerer

    

   

 

 

 
 

Verluste  ubn  imusk  an  der
Weilfront  n#ur  .  k..i.l«solI-knl,
dcfscuwn  its-i  EXI

Te  Leritril  sien.
oicch.  geriguel,  die  ungeprescheil-ien
  Össen#iven
ane  dem  Trümmer--1
  logmente  ur  nutmaßen.
Der  von  2c½  l  u  2uo-  hl  nache  Norden  verschobene
  una  jii,  dansi  beitündig  verlkürzende
Angrisse  hseil  wurde  shließlic-,  um  der  dringen  ndsten
  (befahr  in  be  hdennen.  uf  die  I.  Bnols  Basis

in  landern  gericht  1.  uller  Iruleren  Ossen-Von

  Nuols  Wolff.  rii  am  Chiemsec.
Um  nerle  ven  .  Bayerlund“,  d#.
ich.  eine  M#hr  u  igen  hedenftanbger
Funli  tten  ei  4  1.  Inul  muidols!  Wull:
Liennun  am  Citeniste  ime  ianderei  ube:  eine

———  *rrng  naleich  cien  Legeillerten
Dum-  ulenn  umert  Veige  wie
rns  ni  urneil.
ben  Imm  4½  vollen
EILEIEIIIIII

Naum  und
Andcere  irategilh
n

    

55  en
«  Pl  IllI

lbausen
  1rv  un  lini-Hie!



   

de.  r

lannen  5

Aus#u#hulen  be-Wiochluale

  *

Wo  um  Gestade  ven  hiemiene  s  die  Bergtochter
Prien  ihre  hellen  Wasser  mit  den  blauen  Fluten
mischt,  da  liegt  der  Marklflecken  Prien  in  binen
Kessel  eingebetie:  umiäumt  bun  dem  Ounlel
hochslämmiger  Ailrte  uwälder.  Non  dort  frebt
eine  Bahspur  in  sanftem  An#tieg  nach  SJuden,
überspaunt  in  einem  Viadult  die  Straße  Munchen-
  Salzhurg  und  gewinnt  gegenüher  dem  Königinnenschloste
  Wildenmart  die  Höle.  ei  Umvalshausen
  weiilet  üch  bur  al  und  nt-  R  uns
einen  prächtigen  Blid  auf  die  Echrosen“  verbiampenwand.
  Auhan  ut  Endfslatson.  Langgestreckt
liegt  er  in  dem  Tal,  überragt  vns  eilem  Felo“
von  der  Burg  Onbenashau.  Hier  iil  der  Ausgangopuntt
  fur  eine  Reihe  von  Touren.  Eine
der  danlbarsten  isl  die  Vesteigung  der  HochriHß.
Vom  Bahnhof  aus  durchwandert  man  die

Dorsstraße  und  dann  zweigt  der  Weg  nach  rechts
ab,  wird  immer  schmaler  und  endet  in  einem
Gangsteig,  der  sich  in  jähem  Anstieg  die.  Vorberge
hmaufwindet.  Weiterhin  führt  uns  ein  gut  gepflegter
  Weg  an  der  untersten  Wildfütterungs- 



zur

 

 

 

Rosenhelmer  Anzesger

siven  aber  war  der  Durchbruch  an  sich,  verbunden
  mit  der  Erwartung,  daß  dh  die  Neserven
  des  Verteidigers  verschluden  und  allmählich
  die  Auflösung  bedentender  Fronkteile,  vielleicht
  der  Gesamtfront,  nackuch  ziehen  rerde.  Die
Schlacht  bei  Cambrai  im  No#ember  1917  warder
letzte  Mißersolg  einer  unglücklichen  Strategie,  der
Aufmarsch  der  300  Tanlo  die  lehle  lramoshafte
Willensäußerung  einer  zu  aulomatsscher  Mascthinerie
  erflarrten  Tallil,  melche  diesen  Anternehmungen
  Zu  dem  traurigen  Namen  „Materialschlachten“
  verholfen  hat.

Als  in  diesem  Winter  der  eusammenbruch  der
russisohen  Streiltmach!  den  Zweifromenkrien  beendigte
  und,  sreilich  mit  veränderte  Be  edingungen,
  die  Lage  vor  der  Schlachlunndder  Marne  boiederbersteille,
  ale  unter  dem  Gewich!  der  von
anrollenden  Verstarlungen,  die  von  seamösück
  en  ackleuten  Ende  Februar  auf  etwa  70

Divisionen  geschägl  wurden,  in  der  zu  rwiger
Abwehr  .  leiten  Westfront  mie  von  selbft
der  Gedanke  des  allgemeinen  Angriffe  uuslebie,
lagen  vor  dem  prüsenden  Ange  der  Oberflen
Hderesleitung  die  unglüddlich  en  Ersabrungen  des
Gegners  am  gebreitel.  O#e  Aufgabe  erchien  ungehener.
  War  der  vielsach  vereinte  eunu  Ilebermacht
der  Armeen  napoleonischer  Schue  und  des  jungen,
  aber  aus  den  Kanäten  eine:  Wektreiches  ge-##
  Kilchener-H#ercs  egenube  einer  san  frideriz
  -  Minderzahl  nid1  gelungen  war,
sollte  das  deutsche  Hier  bollbringen.  nas  auch
nuch  Aussangung  der  ölichen  Streitträffe  bem
Genner  au  Zahl  lanm  gewachsen,  geschweige  denn
überlegen  war.  Der  ge#ße  Hammer  hatte  am
lleinen  O#mmer  bersant.  jehzl  soll“  sichser  Ueine
am  graßeen  erprohen.  Das  deutsche  Oinlerland,
winzig  im  Vergleich  mit  den  für  die  Eulenle  arbeilenden
  Erdleiien,  sollte  im  Kamu  mii  den  Nobslossen
  und  Induirien  des  halben  Europa.  elmcnr
  Airisas  und  Asie  nichl  nur  beisehen.
sondern  Ch#ienen  heisen.  Schon  der  drullch:
lei  Cambrai,  der  gewissermat  en  auf  der  enze
reiner  alten  u.  neuen  Epoch  e  der  aweitlid;en  triegs
geich  ich  le  mehl,  warf  em  Schlaglicht  auf  die

V  Tinle  its  L  die
mäßig  nberlegener
degeniebhen  lonnte.

Im  Gegensatz  iu  der  die  eigenen  FKüler-  zuweslen
  eritonnenden  Siegeszuversicht  unierer  allen
  #——  en  beirachiete  daher  der  Gegner
  ar  deniche  lmmernelunen  mit  biharriiche  mm
#weisel.  Englise  und  frantösische  Ger  andene
nil
seichen

Vssemiven
ililihen
ngems  in  d.
nel  nien.

 

 

Feind  unserm  Angriij  ent

Ausangversolg.  mie  er  irren  eigene  n
ugeiallen  EEIIIII  esen
Arsetg  versprach  man  sich  nirl

  von  dem  nommeiden  Umer-II.



Die  dentiche  Olersl#  S  Dererleitung.
leie  non  vornherein  auf  die  „  WMateriali  achi!
nnüd  beschioß,  den  Gesolg  auf  ein  meler  iderlle
Erauneament  anszubauen.

Ddie  zahlenmäse'ge  Untertegenbeil  mußte  durch
die  dem  deulichen  Os  etlörne  r  cigentümlichen  lrie
neiichen  unn  morat  seten  Engenden  ausgegliten
werden.  Diesellien  I#ugenden,  melche  die  wesentliche
  lriacle  der  seindlillen  Niederlagen  gemesen
wauren,  büdelen  die  Jideriten  Bütge  in  für  den
deulichen  Zieg.  Dor  unt  eugbaren  ⁊  Tavpferkzit  der
cngi##chen  una  fram  öf  4  ½  Ziu-  miruppen  riußle
die  größhhle  Tapferleitd  eilschen  Stämme,  ver
Zuien  Qualität  der  sei  d  3  u  Hüller  eine  be  sere
der  de  ntichen,  der  grundlien  Vorbereilung  auf
der  Gegenseite  c  ncII  Im  grün  r  ichere  auf  der  mseren
  enlggengeiett  merden.  D##  das  Verlrayen
der  Oberilenn  9  ,  ereeilung.  de  beiden  ersten
Voraus'ezunzg  u  as  gegebere  Glöhen  behandeile,
  blie  b  E  Dmtamsgate  die  Vorbereilung
dee  Au  se  Einheil  des  Okerbesehlse  und
des  Driancherns  al#  dessen  einziger  lde

#  erzich-:t



 

 

 

jt  elle  vorbei  durch  scholuigen  Laubu—  ald  iixiuslündigem
  Steigen  o#r  "Iv-  l  tke  Ainn  hier
ein  s.vlbiet  vBirtschafts  ortrieb.  doch  die  Kriegsläusle
  haben  alch  das  geündert  und  manut  gut,
lich  seinen  Mundvorrat  im  Rucliad  mitzubringen.
doch  mer  Glück  und  JZeit  hat  eind  gerade  recht
lomuns,  wenn  der  freiherrlich  Cramer-Kletlsche
Oberschweizer,  ein  Hüne  von  Gestalt,  das  große
-nllersaß  zwischen  den  Beinen,  dasitzt  und  be-Täen
  sagt:  „Jatzl  mern  mas  glei  ham

 

Sieg

ein  layserer  und  zahlen

den  Mintermanaten  verl  esen  um  iwarden

   

 

danert  Bochsten?  uo  zmon  Slund“,  der  zkam  sich

an  suber  Vulklermilch  laben,  die  die  freumdliche
Frau  O  Oberschweizer  in  einer  großen  Kamee  dem
Besucher  vorsetzt.

Nach  kurzer  Rast  we  iter  über  den  grünglänzenden
  Almboden  vorers!  in  ae  tüllicher  Steigung
durch  den  Hochwald.  In  zuei  Stunden  wandert
mun,  manchmal  auf  den  reinrtten  Gemensteigen,
sehr  viel  im  Schalten,  zur  Niesenahm  #unil  einer
Unterlunftshütle  der  Sellion  Oberland  des
Deutschen  und  Oesterreichischen  Alpenvereins.
Melrere  „Kaser“  liegen  auf  der  Niesenalmz  einige
  früher  bemohnte  merden  nicht  biehr  bewirlschastel
  und  sind  zersallen.  Au  prüchtigen  Wekterlannen
  vorbei  fuhrt  der  Pfad  zuin  le  eten  Nleilsten
Wegsiück.  Auf  breilem  Nücken  isl  man  vom  Brun-#nen
  vor  der  Niesenalm  bis  hierhergewandertund
nun  sleigt  man  auf  den  Grat.  Der  ziigentice
Gipfel  ist  eine  Kopbe  und  stellt  im  Querschnikt
ein  gleichschenleliges  Dreieck  mit  einer  schmalen
Grundlinie  und  sehr  langen  Schenleln  dar.  Der
Grat  ist  stellenweise  nur  einige  Meter  breit;  zu
beiden  Seilen  stürsen  die  Grashalden  sast  lolrecht
ab.  Prächtig  uneingeengt  ist  von  der  Nosenhei- 



Bestandteil  e  ine  wertvolle  Gruppe  österreichischer
Batterien  einge#etzt  war,  erleichterte  das  gewallige
  Werk.  Reibungen  und  Hemmungeh,  die  auch
tem  bestorgamssierten  Koalilionslerre  anhaften,
blieben  uns  erspart.  Was  in  den  Kartenzimmern
der  deutschen  Släbe,  angesichts  d  er  verlrauen?-vollen
  Erwartung  in  der  Heimat  und  der  zunehmenden
  Spannung  und  Nervosität  im  Auslande,
von  erfalrenen  Spezialisten  der  Abwehrschlacht
mit  Einsatz  der  höchiten  Nervenkraft  in  monatelanger
  ll#ler  Arbeit  geleistet  worden  ist,  ent·
zieht  sich  der  Schilderung.  Aber  es  ist  gewilß.  daß
die  Einichulung  des  Angriffsverfahrens,  die  Erlundung
  und  lleberwachung  der  Feindlage,  die
Munitionorerso  ergung  und  Verproviantierung
der  Stoßgrupre,  die  Vorbereitung  des  Nachschubes,
  endlich  das  Kunsewerl  des  verschleierten
Aufmarsches.  einen  ganz  ungebeuren  Auswand
an  organisaterischer  Energie  erforderten.
(Fortsetung  Folgt.)

Folitische  Kundschav.

Sitzung  des  Bundesratsausschusses
für  auswärtige  Angesegenheiten.

*  Verlin,  17.  5.  Der  „V.  Z.  am  Mutag“  zu-Holge
  wird  der  Bundesratsausschuß  für  auswärlige
  Angelegenheiten  am  22.  Mai  sich  versammeln.


Einschränkung  des  flrengen  Arreste#.
Die  Milderung  im  Militärstrasgesetzbuch,  die
ren  Gegenstand  eines  gestern  vom  Bundesra#k##
genommenen  Ge-,  sehes  bildet,  betrifft  nach  dem
„Lolalanzeiger“  die  Umwandlung  des  strengen
Arrestes  in  Mittelarrest  für  zahlreiche  Fälle.  Eine
große  Reihe  von  Paragraphen.  nach  denen  bis-Ler
  auf  firengen  Arrest  erkanmt  werden  mußte,
sind  dahe  geändert  worden,  daß  nunmehr  nur
noch  Mittel-Arrest  verlängt  zu  werden  brauchk.
Der.  vertragslose  Zustand  zwischen
Deutschland  und  der  Schweiz.

s  Berlin.  17.  5.  Ueber  den  Eimritt  des
vertragslosen  Zustandes  zwischen  Deutschland  u.
der  Schueiz  schreibt  die  „Vossische  Jeitung“:
Die  von  der  deutschen  Kemmission  vorgeschlagene
  Verständ:  unge  sormel  war  so  entgegenlominend.
  daß  die  Schweiz  allen  Grund  hatte,  sich
anf  den  Voden  des  dentschen  Vorschlages  zu
sielien.  Die  Formel  bestand  nämlich  darin,  daß
für  den  Fal,  daß  Frankreich  tatsächlich  85  voin

 

Hundert  der  von  ihm  zugefagten  05  000  Tonnen
  Kohle  monatlich  liesern  mürde,  wir  auf  die

Aussichlt  genommene  Kolllensontrolle  in  Bezug
  auf  da;  Verbällni:  der  Schweiz  iuu  Frankreich
  Verzicht  leisten  wolllten.  Dobei  bestanden
von  vornherein  Zweifel.  o  Krankreich  über
haupt  in  der  Lage  sein  werde,  sein  Lieferungsversprechen
  einzulösen.  Wir  werden  bis  zum
21.  Mai  abwarten  und  dann  erft  endgullige
Maßnahmen  tressen  Bis  dah.  n  soll.  ungeachtet
des  vertragslosen  Zullandes,  jede  Schärfe  ge
gen  die  Schwe  3  vermieden  wer  Sden.

Banerischer  Landiag.

Aue  dem  Steuerausschuß.

Mü  uchen,  17.  5.  Im  Ste  eneranolchuß  der
Abgeordnetenkammer  leantragten  die  Se  ziade
molraten  Stenerfreileit  für  die  Witmen-  und
Waitenenten.  Kriege  te  gelder  u.  Renten  aus
bfserllichen  Mitleln.  Ginau  zminister  von  Vreunig
  begrüßte  es  zwar  ungemem  *#  -Jur  ait  iisch.  menn
man  derer  gedente,  die  so  groß:  (Oyfer  iür  das
Baterland  gebracht  halen.  Eine  algemeine
Steurrbefreung  sel  aber  nicht  gebolen,  weil  Witwen-
  und  Waisenrenten  an  Arme  mueie  verlielen
  werden.  Außerdem  machte  der  Miniisler
noch  andere  Bedenken  geltend,  slellie  aber  in
Aussicht.  daß  auf  dem  Verordnungewege  Härten
ausgeglichen  werden.  Mit  Rücksicht  auf  diese  Erllärung
  unrde  der  sozialdemok  ratische  Antrag
zuräckgezogen.

in

 

ten  schlängelt  sich  glänzend  der  Inn.  Weit  hinaus
können  wir  ihn  verfolgen  und  er  Finschoindet
unferm  Blick  erst  zwischen  den  Sandwänden  des
Wasserburger  Beckens,  die  als  markant  grellgelbe
  Flecken  aus  der  dunllen  Wald-Felder-Wiesenlandschaft
  hervortreten.  An  hellen  Tagen
reicht  der  Blick  bis  in  die  Haager  Gegend.  Zu
unsern  Füßen  liegt  Rosenheim  am  breiten  weißen
Junband,  östlicher  der  langgestreckte  Simsee,  umsäumt
  von  dunllen  Waldstrichen.  In  sansten
Wellen  steigt  das  Hügelland“  gegen  unser  Bergmassiv.
  Gegen  Osten  dehnen  sich  in  weiter  Fläche
die  himmelblauen  Wasser  des  bayerischen  Meerer
und  wie  kleine  Flecken  i  in  einem  llaren  Spiegel,  so
liegen  die  drei  Inseln  darin.  Im  Osten  beengt
den  Rundblick  etwas  die  Kampenwand,  doch  chübersieht
  man  fast  die  gesamten  Gesilde  des  Chiemgaues.
  Südwärts  taucht  das  trunkene.  Auge  in
eine  Welt  voll  Licht  und  Glanz.  Aus  der  Tiefe
grüßt  das  sich  verengende  Jnntal  mit  Kufnee
und  der  Feste  Geroldseck,  zahmer  undlilder  Kaiser
  und  wo  der  Horizont  in  ein  duftiges  Blau
übergeht,  leuchten  im  Sonnenglast  die  Firnfelder
des  Grosglockners  und  Großrenedcheln  an
vermag  sich  kaum  abzuwenden  von  all  dieser
Pracht.  Den  Augen  tut's  fast  weh,  wenn  man
westwärts  schaut  in  die  ruhige  Schönheit  des
Inntales,  zu  den  blauen  Waldbergen  im  Dunst
des  Bergvorlandes:  Wendel-,  Breiten-,  Brünnstein,
  Hiuberg  und  Kranzhorn  lauter  siebe,  alle
Bekannte.
Friede  hoch  über  der  Welt,  der  Wirklichkeit.

Und  seltsam  eigen  wird  einem  zu  Mute,  wenn

merhütte  aue  der  Blick  nach  allenSeiten.  Tief  un- 



Sonntag,  19.  Mai  1918

Rünchener  Neuigloten.

Leichenfund.  Freitag  früh  wurde  aus  dem
Numphenburger  Kanal  beim  Eiswerk  die  Leiheeiner
  etwa  30  Jahre  allen,  noch  unbekanmen
Frau  geborgen,  die  jedenfalls  schon  Sonntag
den  Tod  im  Wasser  gesucht  haben  Hpürfte,  weil
man  um  diese  Zeit  einen  Frauenhut  aus  dem
Wasser  sischte.

Verhaftete  Einbrecher.  Von  der  Münchener
  Polizei  wurden  zuei  gefährliche  Einbrecher
sestgenommen,  die  in  der  Umgebung  Stuttgarlo
verschiedene  Einbrüche  in  Arbeiterwohnungen  verübt
  hatten.  Die  Veute  hatten  sie  n  verschiedenen
Stuttgarter  Gaststätten  verlaust  und  waren
dam  nach  München  gesahren.  "

Ve##erische  Nachrichten.

Tödlicher  Unfall.  Beim  Langkolzaden
in  Schrobenhausen  brach  ein  Arm  des  Kranen?
und  siel  dem  Gütler  Klemens  Groß  von  (Edelsliausen
  auf  den  Kopf.  Die  Schädeldecke  wurde:
Lertrummert,  und  es  trat  nach  einigen  (Stunden
der  Tod  ein.

A#us  dem  Zug  gesprungen.  Bei  ver
Zamdorser  Eisenbahn-Unterfahrt  sprang  eine
noch  unbelannte  Frau  aus  dem  Lisenbab  ½3'19
und  blieb  tot  liegen.

Zur  Bürgermeisterwahl.  Von  der  K.
Kreioregierung  traf  nun  eine  Entschliesung,  cin,
monach  die  Regierung  beschlossen  hal:  „es  sei  für
die  Stadt  Passau  an  Stelle  desenden  ähwitan
getretenen  Bürgermeisterom  Muggenthaler  wieder
  ein  rechtslundi  ger  Bürgermei#ler  zu  mählen“.

Unfall.  In  Schöllang  bei  Sonthofen  scheute
  Lis  Pferd  eines  Baumfuhrwerkes,  wobei
der  42  Jahre  alte  Dientlnecht  Martin  Vogler
von  Ruba  so  unglücklich  unter  den  Wagen  geriet,
daß  er  an  den  schweren  Verletzungen  Klarb.

Malzschieber.  Dse  Straflammer  Bamberg
  verurteilte  den  Agenten  Burlart  von  Mürnberg.
  früheren  Vrauerei#itzer  in  Bamberg,  wegen
  Malzschieberei  zu  10  180  Mark.  Die  Ueber
tretungen  geben  bis  Ollober  1915  zurück.

Phantasiepreise  für  Pfalzuein.
Bei  dem  kürzlichen  Weinausgebot  aus  den  Weingärten
  von  Kommerzi  enrat  Cowein  in  Bad  Dürklicim
  murden  bie  jetzt  unerreichte  Preise.  erzielt.
II.  a.  loneten  100  Liter  1917er  Weißmein  (Deideoheimer
  Mihte)  17  300  Mk.  (Spielberg  An?-lese)
  19100  Ml..  Leinhöl##  Edelbeer-Auolese
58800  uo  61  500  Mark.  Der  eenssterle  für
40  Fuder  stellte  sich  ausf  über  600  000  Mark.

Ausgrabungen.  Auf  #i  dem  hiftorischen  Gelände
  der  Marienbeiner  Fur  (Zweibrücken),
nerden  zur  Zeit  durch  das  Stadtbauamt  inleressante
  Ausgrabungsarbeiten  vorgenommen,
wo  frül  er  das  Kloiler  der  Reucrinnen  geslander
  batle.  Durch  die  Ausgralungen  wurden

Spuren  eines  Geleimganges  aufgedeckt,  der  be--
  im  Miltelalter  erwähnt  wird.

3  2
Sgreriizes  Gerlan.
Stephanskirchen,  18.  5.  Ein  Held.
Trotz  einer  am  31.  Juli  1917  bei  Hooge  durch
Verschüttung  erl  ttenen.  sehr  scemerzha  ten  Vreiurg
  brachte  Insanierist  Anton  Liedl  der  J.
Koinpagnie  Reservr=  Jufanterie  A#giments  Nr.
17.  Vildlhzauer  von  Slephanslir  chen.  B.-A.  No
senheim.  lahrend  des  englischen  Angrifis  am
gieichen  Tage  freiwillig  fünfmal  wichtige  Mel
dungen  von  der  Kampflinie  durch  das  feindliche
Maschinengewehr  und  Geschlitfener  zur  Beseh!l:-stelle.
  wobei  er,  flal!  sich  der  von  einem  Lauf
graben  gebotenen  Deckung  zu  bedienen,  den  geraden
  Weg  uber  das  Trichterfeld  wahrte,  un
rascher  ans  Ziel  zu  gelangen.  (Silberne  Taet
  Medaille.)

 

 

   
 

man  im  Flachland,  maieirätisch  gegen  den  Thiemsee
  ziehend,  den  großen,  slarren,  surrenden  Vogel
erblidt.  Wie  leicht  und  frei  er  dahingleitet,  in
die  Wollen  taucht,  durch  das  Blausschwimmt  und
darin  verschuindet!  Wie  schwersällig  man  sich
fühlt  als  Erdenwurm,  der  so  am  Grunde  tlebt!!
Und  noch  eines:  Der  Südwind  trägt  deutlich  ein
dumpfes  Grollen  an  unser  Ohr,  fan  taltmäßig.
Wir  ahnen:  Dort  unten  im  Süden  ein  neuer
Kampf  auf  Leben  und  Tod,  um  Sein  oder  Nichtsein,
  unsere  Brürer  im  Streit  gegen  den  Eroberer

und  wir  Dier  oben  im  geruhsamen  Genh.
Euch  da  unten,  euch  danken  wir  ihn.  Und  ihr  da
unten  denkt  mit  und:  Heimalerde,  Bayerland,  7%
berlich,  groß  und  mächtig  mußt  du  sein  und  bie

en!

—
Humorifttsches.

Unblutiges  aus  dem  Kriege.  Im
Wald  begegnen  mr  unlängst  zwei  Och  en-  Fuhr.
werlke.  Ich  frage  den  Lenker  des  ersten  Wagens
nach  dem  Wege.  Verständnisvolles  Anglotzen.
Sein  Gesährte,  ein  etwa  14jähriger  Junge,  gibt
mir  rasch  Aufschluß  und  setzt  hirzu:  „Das  is#.
unser  russischer  Gefangener.  In  den  zwei  Jahren,
  die  er  bei  uns  i,  hat  er  noch  kein  Wort
deutsch  sprechen  gelernt,  aber  unsere  Ochsem#  verstehen
  jetzt  schon  russisch.“

Soust  ging  es  nich  t.  Junger  Ehemann:

Aber  nicht  wabe,  Cuilie,  ich  binde  es  dir

streng  auf  die  Seele,  GHahb  die  Sache  bis  Sonntag
tieses  Geheimnis  bleibl!  Frau  (für  sich):
Gott  sei  Dank-  daß  unser  Wochentranhhen
schon  gestern  war!