Contents : Kriegsanordnungen des stellvertretenden Generalkommandos I. Bayerischen Armeekorps.

Einschränkung  des  Fahrradverkehrs.  173

c)  Arzte,  Tierärzte,  Geistliche,  Heilgehilfen,
Krankenschwestern,  Hebammen,  welche  das
Fahrrad  zur  Ausübung  ihres  Berufs  be—
nötigen,

d)  Personen,  die  infolge  ihres  körperlichen  Zu—
stands  (Fehlen  von  Gliedmaßen,  Lähmung
usw.)  auf  die  Benutzung  eines  Fahrrads
(Dreirad,  Selbstfahrer)  angewiesen  sind.

8  5.  An  Beamte  oder  andere  im  Dienst  von
Reichs-,  Staats=  und  Gemeindebehörden  tätige  Personen
  sowie  an  Militärpersonen  darf  gummihaltige
Fahrradbereifung  gewerbsmäßig  gegen  Vorlage  einer
mit  Stempel  und  Unterschrift  versehenen  Bescheinigung
  ihrer  Behörde  oder  Dienstesstelle,  daß  das
Fahrrad  zur  Ausübung  ihres  Dienstes  benötigt  ist,
abgegeben  werden.

§  6.  An  eine  Person  wird  zunächst  nur  ein  Bezugsschein
  bzw.  Bescheinigung  (s.  8  5)  für  den  Bezug
von  höchstens  einer  ganzen  Gummiausstattung  (je
1  Decke  und  1  Schlauch  für  jedes  einzelne  Rad  des
Fahrrades)  ausgefertigt.

Weitere  Bezugsscheine  bzw.  Bescheinigungen  f.  8  5)
werden  nur  in  angemessenen  Zeitabständen  erteilt.

8  7.  Der  Antrag  auf  Erteilung  eines  Bezugsscheines
  ist  von  den  in  §  4  aufgeführten  Personen
oder  deren  gesetzlichen  Vertretern  mündlich  oder
schriftlich  unter  Vorlage  der  nach  §  3  der  Oberpolizeilichen
  Vorschriften  über  den  Fahrradverkehr
(Bayer.  Ges=  und  Verordn.-Blatt  1907  S.  731  ff.)
vorgeschriebenen  Fahrradkarte  bei  der  für  den
ständigen  Wohnort  zuständigen  Ortspolizeibehörde,
in  München  bei  der  K.  Polizeidirektion,  zu  stellen.

Die  Ortspolizeibehörde  prüft  den  Antrag  und
gibt  ihn,  soweit  sie  nach  8  4  nicht  selbst  zur  Ausstellung
  des  Bezugsscheins  berechtigt  ist,  mit  gut-