K. 56 bes Hypothekengesetzes. 181
zu verletzen. Sehen wir uns doch in den neuern
Gesetzeserzeugnissen um: das Handelßgesetzbuch hat
prozessualische, die Civilprogeßordnung civilrechtliche
Vorschriften, wie nicht minder eine Anzahl ihrem
Schwerpunkt nach den verschiedensten Rechtsgebieten
angehöriger Reichsgesetze.
Mandry, Der civilrechtliche Inhalt der Reichsgesetze
2. Aufl. 1882.
Ja der preußische Gesetzgeber hat sich, wie früher
ausgeführt, unbestritten des von R. gerügten Fehlers
schuldig gemacht. Und war etwa Gönner, der
spiritus regens bei der Schaffung des Hypothekengesetzes,
in Ansehung des judicium finium regundorum
so zimperlich? Nun ich meine, die Vorschriften
über die Verjährung der eingetragenen
Forderungen (H. 88. 31 u. 32, Gönner Komm. I
S. 342), die Bestimmungen über den Rückgriff des
die Hypothekschuld zahlenden sog. dritten BesitzerS
(H. §. 58) schneiden nicht minder in das allgemeine
Civilrecht ein wie die §§. 52 und 64 des
HG.'s in den Civilprozeß.
2) R. vermißt sowohl im Gesetz als im Gönner'-schen
Kommentar jede Andeutung über die schlechthin
persönliche Schuldhaftung des Uebernehmers.
Auch das mit Unrecht. Ich kann zur Vermeidung
von Wiederholungen auf das Ziff. 4 (oben S. 165)
Gesagte verweisen.
Was den Gesetzeswortlaut anlangt, so darf man
im Gegentheil behaupten: ein Gesetzgeber, der eine
von der gewöhnlichen obligatorischen abweichende Haftung
beabsichtigte, würde sich einer kaum verzeihlichen
Nachlässigkeit in der Fassung schuldig gemacht
aben.
5 Und nun Gönner's Kommentar. Ich wüßte
kaum, wie man deutlicher die unbeschränkte Haftung
beschreiben könnte als dies Gönner in den oben
Ziff. 6 (S. 169 u. 170) ausgehobenen Stellen gethan,