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Schon schickte sie auch vorläufig, noch ehe sie aber dem franzdsischen
Hofe die geringste Eröffnung ihrer Absichten gethan,
ihren Liebling, ihren Stallmeilier Daubigny, nach Frankreich,
und ließ durch ihn bei Amboise unweit Tours einen Platz
kaufen, um daselbst für ihren künfligen Aufenthalt einen
prächtigen Palast zu bauen.
Es machte nicht nur in der Nachbarschaft, sondern auch in
der ganzen Probinz und selbst auch bei Hofe ein sehr großes Aufsehen,
wie Daubigny den prächtigsien Palast auf einen Platz zu
bauen anfing, der gar nicht för eine solche Anlage geschickt zu
seyn schien, wie er die größten und prächtigsten Gärten anlegte,
Alles auf'e herrlichste menblirte, Alles so zurüsten ließ,
als ob nächstens hier ein Souverain seine Residenz nehmen
werde. Aller Welt war unbegreiflich, wie man auf einem
Matz, zu dem keine Herrschaft, keine großen Güter gehdrten,
einen solchen Palast hinbauen könne; Niemand konnte nämlich
auf den Einfall gerathen, daß dieses der künftige Residenz-Palast
einer Landesherrschaft seyn solle. Fuͤr Daubigny selbst
war Chanteloup — so bieß dieses neuerbaute Residenz-Schloß
— viel zu groß und viel zu praͤchtig; und wie man
endlich auch argwohnte, daß sich die Prinzessin bloß seines
Namens bediene, so verstand man doch wieder nicht, wie sich
je die Prinzessin, wenn sie auch Spaniens überdrüssig geworden,
an einen solchen Ort hin, mit dessen Besitze nicht einmal
eine Herrschaft verbunden zu seyn schien, retiriren möge.
Erst da die Prinzessin bei Schließung des Urrechter Friedens
auf Beibehaltung ihrer niederländischen souverainen Freiherrschaft
so sehr bestand, erst da sie hier schon ihren Eigensinn
so weit trieb, daß beinahe der ganze Frieden darüber
scheirerte, und daß Ludwig XIV. seinen Enkel, den Koͤnig, nur
durch die stärksten Drohungen zur Nachgiebigkeit brachte, erst da
fing man am französischen Hofe an, allmählich die Emdeckung