21
über die Elementarfragen der auswärtigen Politik hinaus ist wohl
nicht einmal versucht worden, z. B. wie sich Preußen und Deutschland
bei einem neuen Kriege zwischen Oesterreich und Piemont,
zwischen Oesterreich und Frankreich wegen der Lombardei oder
Venetiens verhalten, wie die auswärtige Politik in einem
eventuellen orientalischen Kriege sein wird. Denn die Mehrzahl
der anwesenden Fürsten, dem österreichischen Interesse ergeben,
hätte sich hierin der preußischen Politik nicht angeschlossen, und
von Preußen kann man nicht voraussetzen, daß es über Nacht zur
österreichischen übergegangen sei. Man darf mit Recht vermuthen,
daß diese Uebereinstimmung öffentlich nur constatirt
worden ist, um dadurch die Differenz in den inneren Fragen in
etwas zu mildern.
Diese bestand vor Baden und besteht noch. Sie ist noch
dazu officiös von Neuem constatirt.
Wenn nach der patriotischen Versicherung des Prinzen von
Preußen, die Wahrung der Integrität Deutschlands werde stets
seine erste Sorge sein, und nach der Erklärung des Prinzen, daß
er fest an dem Wege halte, welchen er in Preußen und Deutschland
bisher eingeschlagen habe, — Telegramm vom 18. Juni —
der König von Würtemberg sich im Einverständnisse mit den
Königen von Baiern, Sachsen, Hannover und mit dem Großherzoge
und Herzoge von Hessen = Darmstadt und Nassau., welche
vor der Ansprache des Prinz-Regenten gemeinschaftlich conferirt
hatten, sich dahin ausgesprochen hat, die Regierungen erwarteten,
Preußen werde in der deutschen Frage andere und annähernde
Schritte thun, so daß der Großherzog von Baden sofort bemerken
muß, diese Erklärung könne nicht Namens der Bundes-Regierungen
abgegeben werden, indem mehrere und wichtige Regierungen in
den betreffenden Berathungen nicht betheiligt gewesen, Baden
werde sich den angedenteten Schritten in keinem Falle anschließen
— Telegramm vom 19. Juni — wenn die freundschaftlichen persönlichen
Verhandlungen der Fürsten unter einander; die ohne