s in der Zusammensetzung durch Uebertragung:
Liebeglust, Zeitungsnachricht, Wissenschaftsdrang
u. Ss. W.
Bei vielen Zusammensetzungen ist ein Bestand- Komposia
teil als selbständiges Wort untergegangen :: Rrom- mit jetzt
beere (mhd. bräme „Dornstrauch‘‘), Friedhof, dia- gangenen
lektisch /rezthof aus ahd. vrithof zu friten „hegen‘‘; Wörtern.
Lindwurm zu ahd. lind „Schlange“ sind Beispiele
für die Verdunkelung des ersten Bestandteils. Der
zweite Bestandteil ist ausgestorben in: Alraun zu
rüna „Geheimnis“ ; Prdutigam zu gomo ‚Mann‘,
V’ormund zu munt ‚Schutz‘. Auch beide Bestandteile
sind zuweilen abgestorben: Marschall, ahd.
marah -scalk zu marah ‚Pferd‘ und scalk ‚Knecht‘;
Zruchsess, ahd. truhsäzzo von truht „Schar“ und
sitzen, und noch andere. Indessen empfinden wir
die letztgenannten Gruppen doch noch dunkel als Verdun-Zusammensetzungen,;
aber manche ursprünglich zu- kelte Komsammengesetzte
Wörter werden überhaupt nicht PM.
mehr als solche empfunden, z. B. dange aus bi-ange,
zu Angst, eng; glauben aus ahd. gi-louben, vgl.
er-lauben,; fressen aus ver-essen, heute aus ahd.
hiu-tu — altniederd. hiu-diga — lat. ho-die aus
hoc die „an diesem Tage“, und noch viele andere
dieser Art.
Ausser den im Vorstehenden behandelten abgeschlossenen
Bildungsweisen, bei denen die ersten
oder zweiten Bestandteile nicht mehr als selbständige
Wörter empfunden werden, gibt es aber eine
Reihe solcher Glieder in lockerer Zusammensetzung
wie voll-, all-, aller- oder -fach, -haft,
-hand, -mal usw., deren unabhängiges Vorkommen
als Eigenschafts- oder Fauptwort noch kein enges
Zusammenwachsen gestattet hat. Die Behandlung
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