Germanen.
Wohnsitze
der Germanen.
reste der Kelten in der Bretagne, in Wales, Schottland
und auf einigen Inseln und endlich die Germanen.
Diese zerfallen heute in die Nordgermanen
(Dänen, Norweger, Schweden) und die Südgermanen
(Hoch- und Niederdeutsche, Friesen,
Holländer mit den Vlämen). Zu den Südgermanen
gehörten einst auch -die nach dem heutigen England
ausgewanderten Angelsachsen, deren Sprache,
untermischt mit altfranzösischen Bestandteilen, als
Englisch eine der weitverbreitetsten Sprachen der
Erde geworden ist.
Weit grösser aber war der deutsche Sprachstamm
noch zu Beginn des Mittelalters: Ostgoten
und Westgoten, Longobarden und Burgunder,
Vandalen, Alanen, Rugier u. a. geliörten ihm an.
Als die von diesen germanischen Stämmen begründeten
Reiche im Laufe der Geschichte untergingen
oder ihre Selbständigkeit verloren, da gingen auch
ihre Sprachen in den sie umgebenden romanischen
Volksdialekten bis auf geringe Reste auf. Auch die
Sprache der Westfranken, deren Reich bestehen
blieb, ist verschollen; nur eine kleine Zahl Wörter
ist ins Französische gedrungen. Allein vom Westgotischen
sind uns grössere Reste erhalten (s. $ 4);
von den anderen Dialekten nur einzelne Wörter oder
Namen.
In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung
sassen die oben genannten germanischen Stämme
in einem Gebiet, das sich westlich über den
Rhein und südlich bis zur Donau erstreckte. Im
Osten dehnte es sich bis zur Ostsee und ins heutige
Russland, im Norden bis tief nach Skandinavien
hinein aus. Dies waren aber schwerlich ihre ursprünglichen
Wohnsitze. Eine alte Ueberlieferung