Full text : Gesetzblatt für das Königreich Bayern. 1822. (3)

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oder  theilweise  ihre  Zahlung  verlangen,

Auch  ist  der  Bedacht  zu  vehmen,  daß  von

solchen  Forderungen  die  Zinsen  aus  dem  Ueberschuß

  an  Früchren  und  Renten  der  hypothecirten

  Sache  zur  Verfallzeit  richtig  beblt
  werden.

.

VIII.  Von  Erlöschung  der  Hypotheken.
Die  Hypothek  erlischt:

H  durch  Ablauf  det  Zeit,  auf  welche  sie
bestellt  war;

2)  dürch  Unzutanglichkeit  des  Vermoͤgens
des  Schuldners  bei  verspaͤteter  Eintragung;


5)  durch  den  Unkergang  der  Sache;

4)  durch  Entsagung  des  Gläubigers:

5)  durch  Tilgung  der  Schuld;

6)  durch  den  unfreiwilligen  Verkauf  der
Sache;

4)  durch  Amore#isirung  der  Forderung.

.  72.
1)  durch  Ablauf  der  bestimmten
Zeit.

Wmrde  eine  Hypothek  nur  auf  eine  be-Kimmte
  Zeit  eingetragen,  so  ist  dieselbe  mit
Ablauf  der  Zeit  erloschen.

In  wie  ferne  der  Gläubiger  aus  einer
auf  bestimmte  Zeit  beschränkten  Camion  und
das#  bestellten  Hypothek  den  Böürgen  wegen
des  Schadens  belangen  känne,  welcher  wähvend
  der  Cautionsleistung  entstanden  ist,  muß
nach  den  Bestimmungen  der  Cicilgesetze  uber
Bürgschaften  beurtheilt  werden.

K  73.
2)  wegen  verspéteter  Eintragung.

Mir  dem  Eintritte  und  der  gehörigen  Bekanntmachung
  des  gerichtlichen  Verbots  an
das  Hypothekenamr,  welches  dasselbe  an  dem
gehörigen  Orre  einzuschrriben  hat,  sollen  weder
  Eintragungen  noch  Vormerkungen  in

das  Hypothekenbuch  mehr  statt  haben.

§.  74.

Wurde  aber  eine  Forderung  unrer  den
Hypocheken  vor  der  im  G.  73.  bestimmten
Zeit  vorgemerke,  so  behadle  ste  alle  rerhtkichen
  Wirkungen,  wenn  nachher,  wäre  es
auch  erst  im  Conkursverfahren,  das  Recht  auf
die  Hypothek  dargerhan  wird.

.  75.

Rach  dem  Antritte  elner  Erbschaft  mit
der  Rechtswohlthat  des  Inventars,  kann  wegen
  Schulden  einer  Erbschaft  auf  die  zu  derselben
  gehörigen  Immobilien  eine  Hypothek
jum  Nachtheile  der  übrigen  Erbschaftsgläubiger
  nicht  mehr  eingerragen  werden;  wre
sie  aber  dennoch  eingetragen  worden,  so  verliert
  se  in  Ansehung  der  Erbschaftsgläubiger
alle  Wirkung,  wenn  die  Erbschaftsmasse  zu
Befriedigung  sämmtlicher  Gläubiger  nicht
hinreicht.

&.  76.
5)  durch  Untergang  der  Sache.
Durch  den  Unrergang  der  Sache  erlischt
die  darauf  erworbene  Hypothek;  sle  lebe  jedoch
mit  Wiederherstellung  derselben  Kraft  des
Geseßes  wieder  auf.
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