Volltext : Gesetz-Sammlung für die Königlichen Preußischen Staaten. 1816. (7)

—  108  —

Die  Oberbergaͤmter  sind  indeß  schuldig  und  befugt,  die  Berggerichte
hinsichtlich  des  Berghypothekenwesens  und  der  dahin  einschlagenden,  §.  3.  und
15.  naher  bezeichmeten  Geschäfte  ganz  besonders  zu  kontrolliren;  jedoch  müssen
sie  ihre  etwanigen  materiellen  Erinnerungen  gegen  die  Legalität  eines  Rechtsakts
  in  Hypothekensachen,  dem  kompetenten  Oberlandesgericht  zur  Beurtheilung
  und  Entscheidung  mittheilen.

5.  19.
Besoldung  Die  Besoldung  des  zu  den  Berggerichten  gehoͤrigen  Personals  erfolgt
der  zu  den  :  7  1  dazu  ,  .d  .
Bergge-  aus  dem  Unserem  Finanzmini  zu  angewiesenen  Fonds.

richten  ges  Unsere  sämmtlichen  Staatsbehörden,  besonders  aber  die  Ober=  und  Un-Wssen.,
  tergerichte  in  Unsern  Provinzen,  haben  sich  hiernach  auf  das  genaueste  zu  achten,
  und  ist  gegemwärtiges  Gesetz  urkundlich  von  Uns  Höchsteigenhändig  vollzogen
  und  mit  Unserm  Koniglichen  Insiegel  bedruckt  werden.
Gegeben  Berlin,  den  2  1ten  Februar  1816.

(L.  S.)  Friedrich  Wilhelm.

C.  Fürst  v.  Hardenberg.  v.  Kircheisen.  Graf  v.  Bülow.  v.  Schuckmann.
W.  Fürst  zu  Wittgenstein.  v.  Boyen.

 

[No.  339.)  Allerhöchste  Kabinetsorder  vom  24sten  Februar  1816.,  die  Verhütung  der
Verunreinigung  der  schiff=  und  floßbaren  Flüsse  und  Kanäle  betreffend.

A.,  Ihren  Bericht  vom  18ten  d.  M.  setze  Ich,  zur  Verhütung  der  Vermreinigung
  der  schiff=  und  floßbaren  Flüsse  und  Kandle,  bierdurch  fest;  daß
kein  Besitzer  von  Schneidemühlen  Sagespäne  oder  Borke,  und  überhaupt
Niemand,  der  eines  Flusses  sich  zu  seinem  Gewerbe  bedient,  Abgänge  in  solchen
  Massen  in  den  Fluß  werfen  darf,  daß  derselbe  dadurch,  nach  dem  Urtheil
der  Provinzial-Polizeibehörde,  erheblich  verunreinigt  werden  kann;  und  daß
jeder  der  dawider  handelt,  nicht  nur  die  Wegraumung  der  den  Wasserlauf
hemmenden  Gegenstände  auf  seine  Kosten  vornehmen  lassen  muß,  sondern
auch  außerdem  eine  Polizeistrafe  von  Zehen  bis  Funfzig  Thalern  verwirkt  hat.
Berlin,  den  24  sten  Februar  1816.

Friedrich  Wilhelm.
An

den  Staats=  und  Finanzminister  Grafen  v.  Bülow.