Full text : Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Sachsen vom Jahre 1884. (50)

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4.  Der  Förderschacht  oder  Förderraum  ist  oben  unter  den  Bewegungsorganen  völlig
sicher  abzudecken.

II.  Betriebsvorschriften.

1.  An  jedem  Zugange  zum  Förderschachte  ist  eine  Warnung  durch  die  Aufschrift:
„Vorsicht,  Fahrstuhl!“  anzubringen.

2.  An  den  Thüren  der  Schachteinkleidung  sind  Anschläge  anzubringen,  durch  welche
das  Fördern  von  Personen  verboten  wird.

C

Vorschriften
für  Fahrstuhleinrichtungen  zur  Güterbeförderung
in  Begleitung  einer  Person.

I.  Constructionsvorschriften.

1.  Der  Förderschacht  oder  Förderraum  muß  von  der  nächsten  Umgebung  allseitig
durch  einen  Verschlag  abgeschlossen  sein.

2.  Die  Zugänge  zum  Förderschachte  an  den  Förderstellen  sind  durch  hinreichend  hohe
Thüren  abzuschließen,  welche  sich  nur  dann  öffnen  lassen,  wenn  der  Fahrstuhl  die  Förderstelle
  erreicht  hat  und  zum  Stillstand  gekommen  ist.  Der  Fahrstuhl  darf  sich  nicht  früher
wieder  in  Bewegung  setzen  können,  als  bis  die  Thüren  wieder  geschlossen  sind.

3.  Wo  Gegengewichte  in  Anwendung  kommen,  sind  deren  Schächte  oder  Lutten  bis  auf
den  Boden  des  untersten  Geschosses  herabzuführen  und  oben  sicher  so  zu  verschließen,  daß
ein  Herausschleudern  der  Gegengewichte  nicht  möglich  ist.  Die  Gegengewichte  selbst  sind
mit  sicheren  Führungen  und  Fangvorrichtungen  zu  versehen.

4.  Der  Förderraum  oder  Förderschacht  ist  oben  unter  den  Bewegungsorganen  völlig
sicher  abzudecken.

5.  Zur  Feststellung  des  Fahrstuhls  sind  stets  Stützriegel  anzuwenden,  insofern  nicht
ein  selbstsperrender  Antrieb  an  den  Fördertrommeln  vorhanden  ist.

6.  Die  Fahrstuhlplatform  ist  durch  Wandungen  einzuschließen  und  mit  einer  entsprechenden
  Verdachung  zu  versehen.

7.  Jeder  Fahrstuhl  muß  sich  an  den  Endpunkten  seiner  Bahn  selbstthätig  ausrücken,
so  daß  nach  keiner  Richtung  eine  Weiterbewegung  desselben,  noch  der  Gegengewichte  erfolgen
  kann.

8.  Es  müssen  zwei  von  einander  unabhängig  wirkende  Sicherheitsvorrichtungen  vorhanden
  sein,  welche  ein  zu  rasches  Niedergehen  des  Fahrstuhls  im  Falle  eines  Bruchs
verhindern.