Full text : Die Hausgesetze der regierenden Deutschen Fürstenhäuser. Zweiter Band: Hessen, Lippe, Mecklenburg, Reuß, Oldenburg. (2)

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gubernirung  der  gantzen  Herrschafft  kommen  und  fallen,  würde  dann  auch  bey
der  letzten  Linie  der  Erstgebohrne  Sohn  ohne  Söhne  versterben,  und  ließe  Brüder
  hinter  sich,  so  kehme  die  Succession  an  seinen  ältisten  Bruder,  und  nach
dieses  Todt,  wieder  uff  desselben  aeltisten  Sohn,  stürbe  aber  auch  dieser,  oder
der  letzten  Linie  erstgeborner  Sohn  hätte  gar  keinen  Bruder  jemalen  gehabt,  und
gleichwohl  von  denen  andern  Linien  Söhne  vorhanden,  uff  solchen  Fall  soll  aus
der  Linie,  welche  selbigesmal  die  aeltiste  were,  wieder  der  aeltiste  Sohn  succediren,
  und  also  auch,  wenn  diese  wieder  abgieng,  es  bey  denen  andern  Linien,
biß  sie  (des  doch  Gott  vor  seyn  wolle)  gänzlich  abgiengen,  gehalten  werden,  Es
wird  aber  der  ältiste  Sohn  allezeit  der  Jenige  verstanden,  welcher  eben  nicht
nach  der  Geburth  der  Erste,  sondern  welcher  nach  seines  Vaters  Todt  der  Elteste
  ungeachtet  ein  und  ander  sein  Bruder,  so  schon  verstorben,  aelter  als  Er
gewesen  wäre.

Wenn  cines  abgetheilten  Bruders  männigliche  Linie  abstürbe,  sollen  von
seinen  Intraden,  die  Er  zu  seiner  portion  bekommen,  wie  und  so  hoch  solche
bey  seinem  Todt  gewesen,  ein  dritter  Theil  umb  das  majorat  zu  verstörken  dem
Jenigen  so  es  in  meinem  Geschlecht  selbiger  Zeit  der  Primogenitur  noch  haben
wird,  heimfallen,  die  übrigen  zwey  Theil  aber  unter  die  sämbtlichen  Vettern,
worunter  denn  der  regierende  Herr,  so  ferne  Er  mit  denen  andern  succedirenden
Vettern  in  gleichen  gradu  der  Sipzahl  zu  befinden  auch  mit  zu  verstehen,
  in  stirpes  und  nicht  in  capita  getheilet  werden.

9.

Was  der  Witben,  wie  auch  andern  des  weiblichen  Stammes  von  Töchtern,
Schwestern  oder  Baasen  Versorgung  betrift,  do  verbleibet  eg  bey  der  Reußischen
Familiae  Erbvereinigung  jedoch  daß  deren  abgetheilten  Herren  Ehepacta  und
Ihrer  Töchter  Unterhaltung,  nach  proportion  Ihres  Einkommens  gereichet  werden.

10.

Was  in  Geschlechts-  oder  anderen  der  Herrschafft  Schleitz  Sachen  mit  meinen
  Vettern  und  Deroselben  Nachkommen  zu  handeln,  zu  schließen  und  zu  unterschreiben
  seyn  wird,  soll  alles  durch  den  regierenden  Herm  und  in  seinem
Namen  geschehen.

11.

Und  weil  der  regierende  Herr  die  völlige  Herrschaft  mit  allen  Intraden,
und  Einkünfften,  zu  nutzen,  und  zugebrauchen  hat,  soll  Er  andern  seinen  Brüdern
  was  von  denen  übrigen  zweyen  Drittheilen  Ihnen  zu  Ihrer  portion  zukommet,
  und  nach  meinen,  oder  meines  Sohnes  Absterben,  wenn  ich  nicht.  vorhero
selbsten  solche  Abtheilung  machen  laßen,  aus  derer  vorigen  Zehen  Jahre  Ertrag
stracks  binnen  längst  drey  Monath  Frist  jedoch  durch  keine  Außwärtige,  sondern
allein  solche  Personen,  welche  Sie  in  Inspection  oder  respective  Amtswegen  hiebevor
  in  Einnahme  und  Ausgabe  gehabt,  billig  mäßig  gezogen  werden,  solche
Ihro  portiones  aber  in  Speciebus,  wie  sie  an  Geld,  Getraid,  und  was  Sorten
sonsten  die  Intraden  der  Herrschafft  beruhen,  und  einkommen,  von  Quartalen  zu
Quartalen  dergestalt  richtig  liefern,  daß  mit  Ausgangk  oder  zu  Ende  des  Jahres