Metadata : Gesetz-Sammlung für die Königlich Preußischen Staaten. 1821. (12)

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Diese  unerhörte  Zumutung  ist  nach  Form  und  Inhalt  gleichweit  beleidigend.


Niemals  werden  wir  freiwillig  auch  nur  das  kleinste  Stück  Erde
hergeben,  über  dem  die  hehre  Reichskriegsflagge  weht.  Von  dieser  Stätte,
die  wir  mit  Liebe  und  Erfolg  seit  siebzehn  Jahren  zu  einem  kleinen
Deutschland  über  See  auszugestalten  bemüht  waren,  wollen  wir  nicht
weichen!  Will  der  Gegner  Tsingtau  haben,  so  mag  er  kommen  es  sich
holen.  Er  wird  uns  auf  unsern  Posten  finden!

Der  Angriff  auf  Tsingtau  steht  bevor.  Gut  ausgebildet  und  wohl
vorbereitet  können  wir  den  Gegner  mit  Ruhe  erwarten.

Ich  weiß,  daß  die  Besatzung  von  Tsingtau  fest  entschlossen  ist,  treu
ihrem  Fahneneide  und  eingedenk  des  Waffenruhmes  der  Väter,  den  Platz
bis  zum  Aeußersten  zu  halten.  Jeder  in  zähem  Widerstande  errungene
neue  Tag  kann  die  unberechenbarsten  günstigsten  Folgen  zeitigen!

Zu  stolzer  Freude  gereicht  es  uns,  daß  nunmehr  auch  wir  für  Kaiser
und  Reich  fechten  dürfen,  daß  wir  nicht  dazu  verurteilt  sind,  tatenlos
bei  Seite  zu  stehen,  während  unsere  Brüder  in  der  Heimat  in  schwerem
Kampfe  stehen.

                          Festungsbesatzung  von  Tsingtau!

Ich  erinnere  Euch  an  die  glorreichen  Verteidigungen  Kolbergs,  Graudenz
  und  der  schlesischen  Festungen  vor  etwas  mehr  als  100  Jahren.
Nehmt  Euch  diese  Helden  zum  Beispiel!  Ich  erwarte  von  Euch,  daß  ein
jeder  sein  Bestes  hergeben  wird,  um  mit  den  Kameraden  in  der  Heimat
an  Tapferkeit  und  jeglicher  soldatischer  Tugend  zu  wetteifern.

Wohl  sind  wir  zur  Verteidigung  bestimmt,  haltet  Euch  aber  so  vor
Augen,  daß  die  Verteidigung  nur  dann  richtig  geführt  wird,  wenn  sie  vom
Geiste  des  Angriffs  erfüllt  ist.  .  »

Am  18.  August  habe  ich  Seiner  Majestät  drahtlich  versichert,  daß
ich  einstehe  für  Pflichterfüllung  bis  aufs  äußerste.  Am  19.  August  habe
ich  den  Allerhöchsten  Befehl  Seiner  Majestät  erhalten,  Tsingtau  bis
aufs  Aeußerste  zu  verteidigen!

Wir  werden  Seiner  Mojestät  unserem  Allergnädigsten  Kriegsherrn
durch  die  Tat  beweisen,  daß  wir  des  in  uns  gesetzten  Allerhöchsten  Vertrauens
  würdig  sind.

         Es  lebe  Seine  Maoajestät  der  Kaiser!

                             Der  Festungsgouverneur.
                                 gez.  Meyer-Waldeckl.

Aus  diesen  Worten  spricht  der  Geist,  den  die  Besatzung  und  ihre
Führer  seitdem  in  heldenmütigen  Kämpfen  betätigt  haben.
                                                (Berl.  N.  Nachr.,  22.  Oktober.)

                       Beschießung  eines  dänischen  Unterseebootes.
                                                                         Kopenhagen,  21.  Oktober.

Gestern  nachmittag  feuerte  in  internationalen  Gewässern  zwischen
Nakkehoved=  und  Kullen-Leuchtfeuer  ein  vorher  nicht  bemerktes  Unterseeboot
  zwei  Torpedos  gegen  das  dänische  Unterseeboot  „Havmanden“,  das
mit  fünf  Knoten  Geschwindigkeit  über  Wasser  fuhr.  Kein  Schuß  traf.
Das  Unterseeboot  führte  die  Nationalflagge.  Ein  Unterseeboot  unbekannter
  Nationalität  wurde  am  Nachmittag  von  Nakkehoved-Leuchtfeuer