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‚Klosterhöfe‘). Das Güterverzeichnis aber giebt die Güter des Klostere
sicht nach dem Stand des zwölften Jahrhunderts, wie sich klar nachweisen
lässt, sondern nach einer Vorlage aus dem neunten Jahrhundert.
Denn es kennt noch Niederlassungen von Sachsen?) in
Ostfranken, weiche man im zwölften Jahrhundert von der übrigen
Bevölkerung nicht mehr unterschied. Man kannte die Hube noch,
welche Herrat (zur Zeit des Abts Richbodo) in Eisisheim an das Kloster
gegeben hatte’). Der Tausch, welchen Abt Hatio mit dem Besitz
des Klosters in Ditzingen und Hirschlanden 902 vorgenommen hatte,
war noch nicht vollzogen, als das alte Güterverzeichnis angelegt
wurde‘). Die Einkünfte in Gingen und Umgegend siehen in dem
Verzeichnis gegen den Schluss, weil sie erst 915 an das Kloster
kamen und in der Vorlage des Schreibers nachgetragen waren.
3. Charakteristik des Codex Laureshamensis.
Den schriftstellerischen Charakter und den Geist, in welchen
das Lorscher Werk abgefasst ist, lässt ein Vergleich mit dem Werk
Eberhards rasch und klar erkennen. Die Gesinnung, welche die alten
Lorscher Mönche beseelte, hat ein Leser des Ohronicons schon um
1300 in dem Vers am Schluss des Chronicons als Widerhall des
Eindrucks seiner Lektüre gut wiedergegeben:
Rebus, honestate, successu, nobilitate
Compta per Heinricos, Ottones et Ludowicos,
A Carolo cepta, quo principe culmen adepta,
Stemmatis est clari, re vera digna vocari
Regia, regalis locug est et thronus imperialis,
Filia Romane sedis liberrima plane°).
Alle die Stürme, welche das Reich durchtobt hatten, all die Erregung
der Geister durch die Gregorianer, alle, was das Kloster
durch leinrich IV. und Friedrich I. zu leiden hatte, alle die Lasten,
die das Kloster für das Reich trug?), sie waren nicht im Stand, den
ı) K. Konrad ermieit nur die drei Höfe exceptis his, que de predictis
villis homines seu ministeriales Laureshamenesis ecclosie jure beneficiali ex
antiquo possident, . . . his quoque exceptis, que de eisdem villis ad servitium
prepositurarum, custodie, porte, hospitalis ex antiquo deputata sunt. S. die
vorige Anmerkung. — ?) L. 3677. — °) L. 3665; n. 470, vgl. L. 2727, n. 186.
*) L. 3856; n. 471, vgl. L. 1, 103; MG. 21, 383; WU. 4, 330. — ®) L. 1, %80;
MQ@. 21, 4ö3. — °) L. 1, 233, 444, 2357: inter tot sumptuosas necessitates;
MG. 21, 435, 439, 444.