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wollust Ps. 36, 9; ich wil dis volk mit wermut speiaen
und mit gallen trenken Jer. 9, 15; wird jn trenken
mit wasser der weisheit Sir. 15, 3; (wir) sind alle zu
einem geist (Varianten mit, in einem geiste) getrenket
l. Cor. 12, 13; robe jeder leidenschaft tränkt das her:
mit götterkralt Seume Ged. 53; in der Spr. der Wirtschaft
und Gewerke: papier mit öhl, leder mit thran,
einen hut mit leim tränken, mit öhl getränktes papier
Adelung:; — eine alte Bed. des Wortes, in das
Wasser versenken (zur Strase): lies herzog Ernst von
Munichen seius auns puelschaft trenken Aventin
1, 570; (er ließ) ein tail trenken, die maisten köpfen 588,
ist durch ertränken (s. d.) verdrängt. Z„
Trapp, Schallwort, der Form nach Imperativ zu
trappen (s. d.), den Ton des harten Auftretens malend:
ginge trap trap trap, als wie von rosses husen Bürger
Lenore; heute gebt es alle augenblicke trapp, irapp
Heyse Par. 1, 8; auch ablautspielend: es gebt tripp
trapp. Dazu als Subst. Masc.: nun halt an mit tritt
und trott, tripp und trapp um unasern pott! Bürger
Macb. 4, 1. — Trappe, m. s. Name eines großen Vogels,
mhd. trappe, trap, trapvogel, dunkler Herkunft: tropp,
truppgansz, ackertrapp, ein vogel also genannt, otis
Maaler; der trappe, otis (orcko Schottel, der und
die trappe Nemnich; grosze herden von trappen
Moltkes, 172. — trappeln, oft oder leicht trappen,
schnellekleine Schritte machen: colestrare trappeln Dies.;
trappelen Stieler, im Ablaute zu trippeln, (s. d.), mit
Umlaut auch trappelen, treppelen ebd., träppeln Campe:
horch, was trappelt? .. seines rappen trab! Göckingk
Lieder zweier Lieb. 37; eine eolonne Marseiller trappelten
heran Goethe 30, 314; wie sie (die Tiere) hopten,
lInnfen, trappeln Lilis Park 5. — trappen, mit derbem
Austritt schreiten; nasallose Nebenform zu trampen
(l. d. unter irampeln), zu altem trimpan treten gehörig;
zufrühest mnd. als trappen bezeugt, dann auch hochd.:
trappen, non sestinoto grodu at non eine strepifen
incedere Schottel; getrappt kommen, die treppe
herauf trappen Adelung; tiele, tiele stille: man hütte
eine mucke können trappen hören Hauff 12, 170; eine
alte nach der undern trappete nach mit einem kinde
an der . hand JGotthelf Uli d. Kn. 62; binterdrein,
im hause umber trappen, u. ä.; in einem Ablautspiel:
dieses rasende trippen und trappen Simpl.
Traß, m. Stinsaub zu Mörtel; Umbildung des
ital. terrazzo, Estrich, Flicse aus Cement, zuerst niederl.
als terraa, tiras, rudus novum, tophus lapis, tonhi
rudera, materia pavimenti saciendi, maltha Kilian,
als tarrasz, tras und trasz bei Adelung.
Trätschen, 1) plumpe und breite Schritte machen;
Häusigkeitsbildung, die wohl zu mhd. trat Tritt, Fährte,
Spur gehört, und landschaftlich weit hin in verschiedener
Schatticrung des Sinnes erscheint, als tratseben,
tratsebelen, sérepifem ciere pedibus, ambulando erepare,
tumultuari cursurd, Iprimsit aulem zollando
Stieler, bair. trütschen, trätseheln, im Nassen, Kotigen
berumtreten Schmeller, schweiz. trätschen, mit dem
Fuße treten, stampfen, langsam und träge gehen Stalder;
naum er don stoek und trälschete zwischen haus und
stöekli einigen bänmen nnch JGotthels Ulid. Ku. 304;
in Düringen in der nusse herum tratschen (trätschen).
2) über etwas breit reden, plaudern, schwätzen, jedensalls
nur Übertragung der ersteren Bed. (vgl. etwas breit
treten unter Urals. landschaftlich ebensalls verbreitet, in
derber Rede der Schristspr. mebrfach: die motter hört
zuletzt zu fragen und er zu trätschen auf Wieland
Perv. 1, 266; der hund von einem alten hedienten
der mir nun trütscht Gocthe Clavigo 2; was ist nicht
alles dort geträtscht, geplandert worden! Schiller
Tur. 3, 6; willst du mir bier von einem andern trütschen
o# Kleist zerbr. Krug 9.
trapp — trätschen.
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Traube, f. Beerenbüschel an gemeinschastlichem Stiel;
hoch= und niederd. Wort, ahd. als Masc. trodo, drobo,
dropo, erst später als Fem. auch trüba, mhd. als Masc.
und Fem. trade, mud. draf und drafele, Fem., dunkler
Herkunft; das Masc. noch im älteren Nhd.: umb des
draNubens willen, den die kinder Israch . abschnitten
1. Mof. 13, 25; sonst Fem., auf die Frucht des Weinsiocks
eingeengt: abgerissen wie ein unzeitige drauben
vom weinstock Hiob 15, 33; trauben träügt der weinstock
Goethe Faustl; wir keltern keine trauben Grill-=parzer
6, 239; doch zieht er niebt die traube zum
erwerb Keller Werke 10, 24; die traube soll noch
wachsen, die mich trunken kann machen Grabbe
2, 87; freude aprudelt in pokalen, in der traube goldnem
btut Schiller an die Freude 80; wio ein verwegner
trunk von frischer traube Körner Zriny 2, 10; in
Merlsprüchen und sprichwörtlichen Wendungen: kan man
auch drauben lesen von den dornen? Matth. 7, 16 (so
lieset mun nicht drauben von den heeken Luc. 6, 40);
eine traube röthet die oandre. die suszesten tlranden
bängen am höchsten. die trauben sind sauer, sagte der
luchs. die schwarzen trauben sind so susz als die
weiszen. aind die trauben gekeltert, so achtet man
nicht der trestern Simrock 566. 567; bildlich: las
deine bruste sein wic drauben am weinstock Hohel.
7, 8t bezogen auf andere Früchte: ribes rubrun, rotbe
Johannisbeere, Johannistranben, rothe oder weisze trauben
Nemnich; racemus, trande, bluthentraude ebd.;
(Palmbäume) die voll goldner trauben stunden Wieland
Ob. 7, 54; busch, der die zveige herabhängt.
von nusztrauben beschwert Voß Luise 1, 200; auf
Traubenähnliches: traude, wenn die Bienen in Schwärmen
sich zusammenziehen und an den Zweigen herabhängen
Nemnich; (Bienen) schwirren wie in tranden
auf des lenzes bluthen Bürger Il. 2, 121; traube
auch das äußerste Teil am Boden eines Geschützes, nach
der Form, die ihm die alten Stückgießer gaben. Als
Wirtsbausschild, und danach auf das Wirtshaus felbst
übertragen: gasthaus zur blauen traube; in die trande
geben, in der traube zechen. — Zusammensetzungen:
Tranbenblut, n. in dichterischer Spr. für Wein; für
Most 5. Mos. 32, 14. — Traubenblüte, k. Blüte und
Blütezeit des Weinstocks. — traubenförmig, in Form
von Trauben.— Traubenkur, k. Kur einer Krankheit durch
Weintrauben. — Traubenmahl, n. Mahl das aus Trauben
besteht; Mahl bei dem der Saft der Traube, Wein
gereicht wird: gab andern weibern schmeichelcin beim
lanten tranbenmahle Hölty 33. — Traubensaft, m.
Safst der Traube, Wein Schiller Räub. 4,5.— Tranbenzucker,
m. Zucker aus Weintrauben gewonnen.
Tranen, Glauben beimessen; ehelich verbinden: gemeingerm.,
nicht überall bezeugtes Wort, goth. trauan,
Aaltengl. trawian, trewian, altsächs. irbôn, ahd. trowön,
traẽn, mhd. trüwen, trinwen, tricen, einer Wurzel mit
traut und treue (s. d.); die dem mhd. triuwen entsprechende,
unmittelbar an treve angelehnte, älter mhd.
Form ktreuen ist felten: (sie) irewet jm auch nichts
böses Wickram Rollw. 131, 20, vgl. auch nachher
unter 2. Bed. 1) sich verlassen, Glauben, Zuversicht in
einen oder etwas setzen, in älterer Spr. mit Gen. der
Sache: dines rehtes kewäno ib eechert dines eines,
mines ne troen ih Notker Pf. 70, 16; wio möht ich
des troven? Nib. 1051; auch mit persönlichem Dat.:
wir triwen in uller êren 1386; uhd. selten noch: du
(Schloß) baist wol recht Trausnitz: ich hab gein ie
nit traut Aventin 2, 153; sonst nur mit Dativ der
Person oder Sache; vielfach in Verbindungen der Verneinung,
des Zweifels, Bedenkens: (er) trawe auch
seinem bruder niebt Jer. 9, 4; trav deinem feinde nimer
mehr Sir. 12,9; ieb traue menschen gerne. wenn sie
schlasen Schiller 5, 172; einem nicht recht (Piccol.
1, 3), anderen (Moltke 6, 109) trauen, keinem trauen
Tranbe — trauen.