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der Pabst die Entdeckung, die Gemahlin sey zu nahe verwandt
mit dem Fuͤrsten, die Kinder seyen aus Unzucht erzeugt.
Was für tausend Betruͤgereien von der Art ließen sich
nicht im mittlern Zeitalter spielen, wo keine gencalogische Tabellen
eristirten, wo die genealogischen Tabellen nicht beurkundet
wurden, die Geschichte der genealogischen Häuser in
vdlliger Verwirrung und Dunkelheit lag, und dann noch im
zwölften und dreizehnten Jahrhundert durch's kanonische Rechtdie
Idee von der cognatio spiritualis (geistlichen Verwandtschaft)
ausgestreut war! Wenn nach langer Zeit entdeckt
wurde, daß der König Gevatter gestanden, da das Mädchen
getauft worden, so sagte man: es sey cognatio Spirituslis
da; es wäre eben so ärgerlich, als wenn ein Vater seine leibliche
Tochter heirathete, um so mehr, da die geistliche cognatio
viel kosibarer als die leibliche Verwandtschaft sey! Das
ist ein wichtiger Faden, der von dieser Zeit an in das Pabst--gewebe
geflochten wurde! eine unendlich größere Hülfe, wo,
durch der römische Bischof Pabst wurde, als Mönche und
Inquisition! «
Das andere Factum ist: die Erscheinung des
Pseudo-Isidor. Damit hängt es so zusammen. In den
fränkischen Staaten waren nach der Theilung unter den Söhnen
Ludwigs des Milden beständige Händel zwischen Erzbischdfen
und Bischèfen, und unter den Bischöfen selbst. Ein Bischof,
der Zutritt bei Hofe hatte, wollte seinem Erzbischofe nicht
pariren. Die Händel, die da schon groß waren, wurden viel
gröher, wie das ausgebreitete fränkische Reich in mehrere von
einander unabhängige Staaten sich theilte. Ein Bischof, der
im Reiche eines andern Königs, als sein Erzbischof war,
wollte diesem nicht gehorchen, versichert, daß er in seinem Ungehorsam
geschützt würde. Die Erczbischöfe suchten nacheinan,
der sich vorzudringen. Der im Reiche des ältern Bruders
Spittler's sämmtliche Werke, IX. Bd. 44