Full text : Deutschlands Heldenkampf 1914-1918.

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gemacht,  daß  wir  die  Presse  aller  Richtungen  ungehindert  hätten  im  Heere  sich  verbreiten
  lassen.  Auf  dem  Boden  der  Kriegsmüdigkeit  und  der  Sehnsucht  nach  dem
Frieden  sowie  beeinflußt  durch  politische  Vorgänge  in  der  neueren  Zeit,  habe  sich  eine
schlechte  Stimmung  gegen  das  Weiterkämpfen,  insbesondere  auch  gegen  die  Disziplin,
bemerkbar  gemacht.  Es  seien  meist  nur  einzelne  Teile  und  gewisse  Jentren,  aus  denen
die  Stimmung  hervorgehe  und  die  der  Heerführung  bekannt  seien.  Außerlich  trete  es
im  Nachlassen  der  militärischen  Haltung  und  der  Disziplin  zutage,  im  Kampfe  darin,
daß  diese  kriegsmüden  Elemente  teils  die  Nerven  verlören,  teils  sich  drückten.  Die
Drückebergerei  habe  einen  erschreckenden  Umfang  angenommen,  besonders  in  Waldgefechten.
  Die  innere  Struktur  der  Armee  habe  durch  diese  Beeinflussung  gelitten,  und
dies  mache  sich  neben  der  zahlenmäßigen  Uberlegenheit  besonders  bemerkbar.  In  allerletzter
  Zeit  habe  unser  Waffenstillstandsangebot  ungünstig  gewirkt.  Ferner  die  Zustimmung
  zu  der  Räumungsforderung.

Trotzdem  könne  die  Armee  noch  als  widerstandsfähig  hingestellt  werden,  wenn
gewisse  strategische  Maßnahmen  getroffen  und  die  Stimmung  gehoben  würde.  JZunächst
  müsse  für  erhöhten  Ersatz  gesorgt  werden,  auch  müsse  sonst  in  der  Heimat  noch
weiter  durchgesiebt  werden,  einmal  um  Leute  zu  bekommen,  andererseits  um  der  Mißstimmung
  in  der  Armee  darüber  entgegenzutreten,  daß  noch  viel  kriegsverwendungsfähige
  Leute  sich  in  der  Heimat  herumdrückten.  Auf  gualitativer  Seite  müsse  die
Stimmung  in  der  Armee  gestärkt  werden.  Nach  seiner  Meinung  sei  es  notwendig,  daß,
wenn  wir  uns  entschlössen,  noch  weiter  zu  kämpfen,  ein  gewaltiger  Appel  an  Heimat
und  Heer  ergeht.  Hierdurch  würde  auch  ein  großer  Eindruck  auf  die  Feinde  erzielt
werden.  Das  jetzige  fortgesetzte  Ersuchen  um  einen  Waffenstillstand  habe  nur  den
Eindruck  unserer  Schwäche  gemacht.  Der  Gegner  sei  zu  gut  geführt  und  mit  einer  vorzüglichen
  Propaganda  versehen.  Durch  diese  sei  jetzt  ein  wilder  Kriegstaumel  beim
Gegner  entfacht.  Ju  unsern  militärischen  Mißerfolgen  kommen  nun  diese  fortgesetzten
Bitten  um  einen  Waffenstillstand.  Dieser  Ansicht  von  unserer  Schwäche  beim  Feinde
könne  nur  dadurch  entgegengetreten  werden,  daß  wir  ihm  die  Uberzeugung  beibrächten,
daß  wir  noch  nicht  aus  dem  letzten  Loche  pfiffen.  Ein  allgemeiner  Appell  an  das  Volk
müßte  von  allen  Stellen  gemeinsam  ausgehen,  so  daß  durch  Fassung  und  Verbreitung
alles  Trennende  zurückgestellt  werde.  Ein  Appell  des  Kaisers  allein  würde  bei  den
jetzigen  Verhältnissen  nicht  ausreichen.  Erhebliche  Kreise  der  Armee  seien  damit  einverstanden,
  daß  die  neue  Regierung  die  Sache  mit  in  die  Hand  nehme.  Wenn  sie  zu
der  Uberzeugung  käme,  daß  wir  nicht  glatt  zu  kapitulieren  brauchten,  was  er  für  ein
Unglück  ansehen  würde,  so  müsse  alles  Trennende  in  Armee  und  Volk  zurückgestellt  und
ein  großer  markiger  Appell  von  der  alten  Gewalt  und  von  der  neuen  Regierung  an
Volk  und  Marine  ergehen;  dadurch  wäre  eine  gute  Wirkung  auf  den  Feind  zu  erwarten.
Jetzt  müßten  wir  das  letzte  Mittel  zeigen,  um  zu  beweisen,  daß  es  noch  nicht  zu  schlecht
mit  uns  stehe.  .  .

General  von  Mudra  stimmt  vollständig  bei.  Wir  hätten  keine  Veranlassung,
die  Flinte  ins  Korn  zu  werfen.  Die  Hauptschwierigkeit  sei,  daß  die  Armee  ermüdet
sei.  Wenn  wir  erreichen  könnten,  daß  wir  so  viel  Ersatz  bekämen,  um  einige  Divisionen
mal  wieder  schlafen  zu  lassen,  dann  sei  es  gut.  Das  ewige  Wiedereinsetzen  zum  Kampf
fresse  am  Mark  der  Truppe.  Also  brauchten  wir  mehr  Ersatz  und  nicht  nur  quantitativen,
sondern  auch  qualitativen.  Der  gemeinsame  Appell  an  Volk  und  Heer  müßte  von
Kaiser  und  Reichsleitung  zugleich  erfolgen,  dann  würden  die  schlechteren  Teile  der
Armee  wieder  dazu  geführt  werden,  wieder  alles  für  die  Not  des  Vaterlandes  herzugeben.
Wir  brauchten  noch  lange  nicht  zu  kapitulieren.  Anders  sei  es  allerdings,

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